vergrößernverkleinern
Raul schoss für Real Madrid bislang in 658 Pflichtspielen 276 Tore © getty

Für den Real-Star könnte die Einigung im Transfer-Streit zu lange gedauert haben. Ein Franzose ist wohl Nächster auf der Liste.

Von Matthias Becker

München - Das Haushaltsgeld hat Felix Magath bekommen.

Doch seine wichtigste Zutat beim Versuch, den königsblauen Fans auch in der Zukunft ein schmackhaftes Menü zuzubereiten, muss der Trainer des FC Schalke 04 vielleicht schon wieder vom Einkaufszettel streichen.

Einen Tag nach dem Burgfrieden beim Vize-Meister droht der ganz große Transfer-Coup zu platzen. (SERVICE: Sommerfahrplan Schalke)

Denn der Kampf um Stürmerstar Raul von Real Madrid wird immer schwieriger.

Wie die spanische Sporttageszeitung "Marca" berichtet, stehen neben Schalke die New York Red Bulls, die Los Angeles Galaxy, die Blackburn Rovers und Manchester United als Interessenten bereit.

Zudem soll auch Bernd Schuster große Lust haben, nach Guti den zweiten früheren Real-Schützling zu seinem neuen Arbeitgeber Besiktas Istanbul zu locken.

Sonderurlaub von Real

Schalke wähnte sich als sicherer Champions-League-Teilnehmer bislang in der besten Position, soll sich mit Raul angeblich auch schon geeinigt haben.

Ein Jahresgehalt von vier Millionen Euro für einen Kontrakt bis 2012 war im Gespräch.

Der Stürmer wollte nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub auf Menorca am heutigen Donnerstag entscheiden, für welchen Klub er künftig auflaufen wird.

Da sich Magath und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies erst am Mittwochabend auf den Investitionsrahmen für die kommende Spielzeit geeinigt haben, könnten sie jetzt zu spät dran sein.

Die Entscheidung Rauls verzögert sich jedenfalls. Beim Trainingsauftakt in Madrid war er am Mittwoch nicht dabei.

Der Verein hat ihm bis zum 26. Juli Sonderurlaub gegeben, damit sich der 33-Jährige um seine persönliche Zukunft kümmern kann.

Dritter verpatzter Transfer?

Würde sich die Real-Legende gegen Schalke und beispielsweise für die Blackburn Rovers - Klub seines Kumpels Michel Salgado - oder das mondäne Leben in New York oder Los Angeles entscheiden, wäre er schon die dritte Personalie, die dem Machtkampf zwischen Magath und Tönnies zum Opfer gefallen wäre.

In der Zeit, in der sich die beiden königsblauen Herrscher über die Millioneneinnahmen durch die Champions League stritten, verlängerte Linksverteidiger Javier Pinola seinen Vertrag beim 1. FC Nürnberg.

Das 19 Jahre alte Sturmtalent Peniel Mlapa wechselt von 1860 München zu 1899 Hoffenheim - und nicht nach Gelsenkirchen.

"Der Markt ist schwierig"

Da Magath erst jetzt die geschätzten Mehreinnahmen der kommenden Saison in Höhe von 25 Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung hat, muss er sich neue Ziele suchen. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

"Der Markt ist schwierig", sagt Magath, der gleichzeitig noch Spieler in seinem 33-Mann-Kader hat, "mit denen ich nicht plane, die aber den Personaletat belasten".

Beispiel hierfür ist Edel-Reservist Albert Streit, der für ein Jahresgehalt von angeblich 1,2 Millionen Euro in der Regionalliga-Mannschaft der Schalker aufläuft.

Mit Marcelo Bordon (Al Rayyan Sport Club Qatar), Gerald Asamoah (FC St. Pauli) und Toptorjäger Kevin Kuranyi (Dynamo Moskau) ist Schalke zumindest drei Großverdiener schon losgeworden.

Hoarau als Kuranyi-Ersatz?

Wichtigste Maßnahme ist die Suche nach dem Kuranyi-Ersatz. Kommt Raul nicht, soll laut "kicker" Guillaume Hoarau von Paris St. Germain Magaths Wunschspieler sein.

Der 1,92 m große Franzose steht in der französischen Hauptstadt noch bis 2013 unter Vertrag und soll wohl zehn Millionen Euro kosten.

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Spielmacherposition.

Musterschüler Zvjezdan Misimovic aus Wolfsburg ist weiter ein Kandidat, aber auch Vize-Weltmeister Ibrahim Affelay von der PSV Eindhoven.

Geld wäre jetzt da, nun muss Schalke nur noch schneller handeln als in den letzten Wochen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel