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Claudio Pizarro hat in der vergangenen Saison 16 Tore für Werder erzielt © getty

Ohne seine WM-Stars beendet Bremen den ersten Teil der Saisonvorbereitung. Zwei Neuzugänge lassen schon aufhorchen.

Von Matthias Becker

München - Vielleicht war der erste Testspielgegner ja ein gutes Omen für Werder Bremen.

6:1 besiegten die Norddeutschen am Dienstagabend den KFC Uerdingen.

Auf Seiten der Krefelder spielte ein alter Bekannter: Ailton.

2004 schoss er Werder mit seinen Toren zur bislang letzten deutschen Meisterschaft. Sechs Jahre später rüsten sich die Bremer zum Angriff auf den nächsten Titel.

Und die Aussichten könnten beim Dritten der Vorsaison schlechter sein.

Schaaf mit erstem Trainingslager zufrieden

Die Grundlagen für den Sturm auf die Spitze legen die Bremer Profis wie schon zu Ailtons Zeiten in der gefürchteten Saisonvorbereitung von Trainer Thomas Schaaf.

Drei Mal täglich mussten die Spieler im ersten von drei Trainingslagern auf der Nordseeinsel Norderney zur Arbeit antreten. Ausgedehnte Strandläufe gehörten ebenso zum Programm wie Einheiten auf dem Platz. (SERVICE: Sommerfahrplan Werder Bremen)

Schaaf zeigte sich zufrieden, zumal am Donnerstagabend auch der niedersächsische Oberligist Kickers Emden mit 6:0 besiegt wurde.

"Die Bedingungen waren optimal, die Spieler haben alle mitgezogen. Wir haben die Grundlagen für eine gesamte Saison gelegt", sagte der Werder Coach.

Champions-League-Quali als erstes Ziel

Es ist eine Saison, in der Bremen als erstes Saisonziel die Rückkehr in die Champions League vor Augen hat.

Am 6. August wird der Gegner für die Playoffs um den Einzug in die Gruppenphase ausgelost. Das Hinspiel findet am 17./18., das Rückspiel am 24./25. August statt.

Ein erfolgreicher Abschluss der Qualifikationsrunde wäre die nachträgliche Veredelung des dritten Platzes der Vorsaison - und würde so viele andere Dinge erleichtern.

DFB-Kicker noch im Urlaub

Zum einen hätte Werder Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe sicher und könnte bis zum Ende des Transferfensters am 31. August noch auf dem Markt aktiv werden.

Zum anderen würde es die Champions-League-Teilnahme auch leichter machen, WM-Star Mesut Özil vom Bleiben zu überzeugen. Zumindest bis zum Ende seines derzeit bis 2011 laufenden Vertrags.

Bis zum 2. August weilt Özil wie die Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker, Tim Wiese und Marko Marin ohnehin noch im Urlaub.

Routiniers vor der Rückkehr

Die schon im Training aktiven Kollegen lassen sich von den immer neuen Spekulationen um seine Zukunft aber ohnehin nicht stören. Die Laune ist trotz der hohen Belastungen in der Vorbereitung bestens.

Zum zweiten Trainingslager in Donaueschingen (ab dem 19. Juli) sollen Hugo Almeida und Daniel Jensen aus dem WM-Urlaub zurückkehren. Torsten Frings (Leisten-OP) und Naldo (Entzündung im Knie) könnten zumindest schon wieder ins Lauftraining einsteigen.

Kroos bietet sich an

Zudem machen die Neuzugänge den Werder-Fans schon Spaß. Felix Kroos, eigentlich für die U 23 verpflichtet, erzielte gegen Uerdingen das erste Werder-Tor der Saison und bringt Schaaf ins Grübeln.

"Wenn er in der Vorbereitung seine Leistung festigt und verbessert, ist er sicher oben mit dabei", sagte der Trainer der "Syker Kreiszeitung".

Der für 6,5 Millionen Euro verpflichtete Stürmer Marko Arnautovic überzeugte mit seiner gewaltigen Schusskraft und erzielte gegen den Ailton-Klub ebenfalls einen Treffer.

Lob und Tadel für Arnautovic

"Er hat sich viel bewegt und den Fans schon mal gezeigt, was er drauf hat", lobte Schaaf den Österreicher, bei dem er aber, wie auch bei Kroos, körperliche Defizite ausgemacht hat: "Ich hoffe, dass es in den nächsten Spielen noch besser wird."

Der 21 Jahre alte Arnautovic, als schwieriger Charakter gefürchtet, zeigt sich einsichtig. "Ich werde weiter an meiner Fitness arbeiten", sagte er.

Mit ihm und dem von seinem Kreuzbandriss genesenen Sandro Wagner bekommt Werder zwei junge, offensive Alternativen hinzu.

Wesley-Transfer noch in der Schwebe

Zusätzlich arbeitet Manager Klaus Allofs weiter an der Verpflichtung des 23 Jahre alten Brasilianers Wesley vom FC Santos. "Es ist ja bekannt, dass der Spieler gerne zu uns kommen möchte", erklärte Allofs, der mit dem Pele-Klub noch um die Ablöse feilscht.

(209112DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

In Bremen machen sie also wieder das, was sie am besten können: Aus vielen kleinen Puzzleteilen eine Mannschaft bauen, die den Kampf mit dem ewigen Rivalen Bayern München um den Titel aufnehmen kann.

Ailton würde zum Feiern sicherlich vorbeikommen, wenn der Kampf erfolgreich abgeschlossen wird.

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