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Beim Termin mit SPORT1: Ivica Olic (r.) mit Bayern-Reporter Daniel Rathjen © SPORT1

Ivica Olic exklusiv: Im ersten Teil des großen SPORT1-Interviews spricht der Kroate über seine schönste Saison beim FC Bayern.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Louis van Gaal ist immer für eine Überraschung gut.

Aber der Trainer des FC Bayern stellt auch strikt nach Leistung auf.

Und genau deshalb hat Ivica Olic wohl schon jetzt seinen Stammplatz sicher.

Denn die Leistung stimmt bei dem Kroaten meistens. Zudem absolviert er als einer von wenigen die komplette Saisonvorbereitung.

In München war der 30-Jährige in seiner ersten Saison Torjäger, Dauerläufer und Publikumsliebling gleichzeitig.

Mit seinen erfrischenden Auftritten auf dem Platz und seiner bescheiden-bodenständigen Art außerhalb trug er entscheidend dazu bei, dass der Rekordmeister das Double holte, ins Finale der Champions League einzog und in ganz Deutschland Sympathien gewann.

In Teil I des großen SPORT1-Interviews spricht der Stürmer über seine bislang "schönste Saison der Karriere" und die Eigenarten von van Gaal.

SPORT1: Herr Olic, Sie sind Meister, Pokalsieger und standen im Champions-League-Finale - die Saison lief gut für den FC Bayern und speziell für Sie. Was bleibt Ihnen als Andenken?

Ivica Olic: Der extra fürs Champions-League-Finale angefertigte Ball liegt bei mir zu Hause in der Vitrine. Ich habe ihn von allen Spielern und dem Trainerstab unterschreiben lassen.

SPORT1: Ist noch Platz im Trophäenschrank?

Olic: Na ja, da liegen noch die zwei Medaillen, die ich nach der Meisterschaft und dem Pokalgewinn bekommen habe und die Medaillen, die ich mit Moskau gewonnen habe. Aber ich sammele gerne weiter (lacht).

SPORT1: Haben Sie die Ereignisse schon verarbeitet?

Ivica Olic: Ich habe mit meinen Bekannten viel über die Saison gesprochen. Auch sie waren alle begeistert. Es war auch eine Riesensaison.

SPORT1: Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Olic: Die Atmosphäre im Santiago Bernabeu von Madrid vergesse ich nie. Das war einzigartig, unvergleichlich. Und auf dem Marienplatz waren danach so viele Leute! Ich hatte das nicht erwartet. Als ich da oben auf dem Balkon stand, habe ich gedacht: Das ist nicht normal.

SPORT1: War es die schönste Saison Ihrer Karriere?

Olic: Definitiv! Auch beim Hamburger SV hatte ich eine gute Zeit. Aber beim FC Bayern ist das schon noch anders. Die Leute sehen mich mit anderen Augen.

SPORT1: Überrascht Sie das?

Olic: Für mich ist meine Entwicklung kein Zufall. Ich arbeite immer hart. Dennoch ist es schön, durch die Leistungen und die Tore, die Bestätigung zu bekommen.

SPORT1: Welchen Anteil hatte Louis van Gaal an Ihrer Entwicklung?

Olic: Für mich war er ein Glücksfall. Er schaut nicht, woher ein Spieler kommt oder wie teuer er war, sondern nur darauf, was er im Training zeigt. Das hat es für mich natürlich leichter gemacht, denn bei der Konkurrenz ist es nicht immer einfach.

SPORT1: Es ist also wirklich so, dass jeder Spieler bei null anfängt?

Olic: Genau. Jeder Spieler muss wissen, dass er niemals locker lassen darf. Van Gaal will immer das Maximum. Selbst wenn es ein Freundschaftsspiel ist.

SPORT1: Was haben Sie bei ihm gelernt?

Olic: Ich habe mein Spiel verändert. Am Anfang hat er viel mit mir gesprochen und genau gesagt, wohin ich laufen muss. Zum Ende der Saison hatte ich das dann verinnerlicht und ich glaube, er war ganz zufrieden mit mir.

SPORT1: Was haben Sie konkret verändert?

Olic: Beim HSV war ich viel mehr an der Außenlinie. Als Spitze bei Bayern ist der Raum auf die Breite des Sechzehners begrenzt. Weiter nach außen darf ich nicht, weil das wiederum der Raum für Robben und Ribery ist. Das war für mich schon eine Umstellung und ich musste mich oft zusammenreißen, dass ich nicht nach links oder rechts abweiche.

SPORT1: Es war so, dass sich jeder Spieler erstmal an van Gaal gewöhnen musste...

Olic: Ja, zu Saisonbeginn haben wir einfach nicht verstanden, was er wollte. Auch ich habe mich immer gefragt: Was soll das? In jeder Trainingseinheit mussten wir etwas Neues lernen. Das war nicht einfach.

SPORT1: Wie ist es heute?

Olic: Mit dem hohen Druck, der da ist, wenn es nicht läuft, war es nicht leicht, die Kurve zu bekommen letztes Jahr. Aber wir haben alle zusammen gekämpft. Nun läuft es. Das Training hat ein ganz anderes Niveau als vor einem Jahr.

SPORT1: Haben Sie einen Bonus für das kommende Jahr?

Olic: Die letzte Saison darf keine Rolle mehr spielen. Nun gilt es wieder zu arbeiten. Ich selbst fühle mich etwas leichter, weil mich der Trainer kennt und weiß, was ich kann. Letztlich bringt das aber nichts. Denn ich muss meinen Job machen: Tore schießen.

Lesen Sie in Teil II: Ivica Olic spricht über die knallharte Konkurrenz im Angriff, die Bayern-Fans und einen möglichen Vereinswechsel - in Kürze bei SPORT1.

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