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Felix Magath wurde mit dem FC Schalke in der vergangenen Saison Vizemeister © getty

Der Länderspieltermin am 11. August platzt mitten in die Vorbereitung hinein. Van Gaal bekommt Rückendeckung von Magath.

Von Daniel Rathjen

München - Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen.

Eines steht jetzt schon fest: Die Situation birgt großes Konfliktpotenzial.

Das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft, die am 11. August in Kopenhagen gegen Dänemark antreten muss, stört die Bundesligisten erheblich in der Vorbereitung.

Nach Trainer Louis van Gaal vom FC Bayern hat auch dessen Schalker Kollege Felix Magath den Terminplan kritisiert.

"Das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen zwischen den Verbänden und den Klubs stimmt schon lange nicht mehr", schimpft Magath.

Und er fügt an: "Ich glaube nicht, dass es einen einzigen Klubtrainer gibt, für den dies kein riesiges Ärgernis darstellt."

Die beiden mächtigsten Trainer der Liga haben sich zu Wort gemeldet, folgt nun eine Reaktion des DFB?

"Für niemanden ideal"

Bislang gilt die Aussage von Generalsekretär Wolfgang Niersbach: "Natürlich kommt eine Absage des Spiels in Kopenhagen nicht in Frage", stellte er fest.

Verständnis bringt er schon auf. "Das Länderspiel zu einem solch frühen Zeitpunkt ist für niemanden ideal. Aber es steht im internationalen Terminkalender, den alle akzeptiert haben", sagt er.

Was soll es bringen?

Für den Bundestrainer sei das Spiel in Dänemark die einzige Möglichkeit, vor Beginn der EM-Qualifikation sein Team zu testen.

Aber es ist doch sehr fragwürdig, dass die Nationalspieler tatsächlich irgendetwas für die Begegnung mit Belgien drei Wochen später einstudieren können.

Neun Tage vor der Saisoneröffnung wären sie kaum in der Lage, Konstruktives zu leisten, zumal sie ohnehin erst am 2. August aus dem Urlaub zurückkehren werden. Höchste Priorität hat dann zunächst die Fitness.

Nun droht ein heftiger Streit zwischen der Bundesliga und dem DFB, auch wenn Magath beschwichtigt.

In seinen Aussagen schwingt schon Resignation mit: "Dieser Dänemark-Termin und die Diskussionen darüber bringen doch nichts Neues."

"Wir Trainer beschweren uns schon seit Jahren, und rein gar nichts passiert", berichtet er aus Erfahrung.

Magath bleibt vorsichtig

Der Schalker Trainer und Manager vermeidet es, die Vorwürfe direkt gegen den DFB oder den Weltverband FIFA zu richten.

Auch auf Boykottforderungen verzichtete Magath: "Ich sehe keine Mittel gegen die Praktiken."

Van Gaal dagegen hatte am Donnerstag seine Nationalspieler indirekt zum Boykott des Länderspiels aufgefordert und eine Saisonvorbereitung unter diesen Voraussetzung als "lächerlich" bezeichnet.

"Wenn die FIFA ein bisschen vernünftig" sei, müsse sie diesen Termin streichen.

Ansonsten würde er sich wünschen, dass seine acht deutschen WM-Teilnehmer kollektiv auf eine Länderspiel-Teilnahme verzichten.

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