vergrößernverkleinern
Ioannis Amanatidis (r)trifft - aber Eintracht-Coach Funkel droht weiter der Rauswurf © getty

Von wegen Befreiungsschlag: Auch nach dem Sieg über den KSC fordern Frankfurts Fans die Entlassung von Trainer Funkel.

Frankfurt/Main - Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle sorgte Torjäger Ioannis Amanatidis für den ersten Saisonsieg und den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.

Doch Eintracht Frankfurts wütende Fans skandierten "Funkel raus".

Zwar verlängerte Amanatidis mit seinem Last-Minute-Tor in der Nachspielzeit bei den Hessen die Schonfrist von Trainer Friedhelm Funkel. Von einem Befreiungsschlag wollte vor dem Gastspiel am Samstag bei Energie Cottbus (ab 15 Uhr LIVE ) aber niemand sprechen.

Was passiert in Cottbus?

Zumal es bereits die nächsten Rückschläge für die Hessen. Funkel-Retter Amanatidis muss am Meniskus und außerdem auch Chris wegen einer Schulterverletzung operiert werden. Beide fallen die nächsten Wochen aus.

Fraglich ist für die Partie in der Lausitz der Einsatz von Aaron Galindo wegen eines Blutergusses am Schienbein. Dagegen wird Benjamin Köhler mit Knieproblemen definitiv ausfallen und zwei bis drei Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Deshalb wird gegen Cottbus U-23-Spieler Jürgen Mössmer im Kader stehen.

"Kaum zu erklären"

"Dass die Rufe auch nach dem Siegtreffer zu hören waren, ist psychologisch kaum zu erklären", sagte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der nicht mehr an den Sieg der Eintracht geglaubt hatte.

Und insgeheim vielleicht ebenso wenig an die Zukunft von Funkel in Frankfurt, allen Treuebekenntnissen zum Trotz: "So dicht liegen Wohl und Wehe beieinander. Nun müssen wir in der Lage sein, auch auswärts in Cottbus zu gewinnen."

Druck nach wie vor groß

Der Druck auf Funkel ist trotz des ersten Saison-Dreiers kaum weniger geworden. Zu enttäuschend war die spielerische Darbietung vor 47.500 Zuschauern in der Frankfurter Arena.

Als dann nach dem 0:1-Rückstand durch KSC-Kapitän Maik Franz (82.) alle Dämme zu brechen drohten, retteten Benjamin Köhler (84.) und Amanatidis dem umstrittenen Funkel den Job.

"Die Schmährufe gegen mich und die Mannschaft waren sehr laut. Aber dass wir dieses Spiel am Ende noch gedreht haben, zeigt, wie groß der Zusammenhalt im Team ist. Ob es ein Befreiungsschlag war, werden aber erst die nächsten Spiele zeigen", meinte Funkel, dem zumindest die intakte Moral Hoffnung für die kommenden "Endspiele" macht.

Eckpfeiler Chris und Amanatidis

Nach dem Siegtreffer gegen den KSC war für Amanatidis die Welt noch halbwegs in Ordnung. "Das Tor war eine große Erleichterung. Aber wenn ich ein Spiel alleine entscheiden wollte, dann müsste ich Tennis spielen. Das war ein Sieg der Mannschaft, und ich bin ein Teil davon", sagte der Stürmer.

Dagegen unterstrich Vorstandsboss Bruchhagen, wie wichtig die tragenden Säulen Amanatidis und Chris für das Spiel der Frankfurter sind.

"Man hat gegen den KSC wieder einmal gesehen, dass wir einen topfitten Chris und einen gesunden Amanatidis brauchen", sagte der 60-Jährige, nachdem Amanatidis zuletzt wochenlang verletzt gefehlt hatte und Chris wegen einer Roten Karte drei Spiele zum Zuschauen verdammt war.

KSC-Coach Becker sauer

Zum Zuschauen verdammt war auch Karlsruhes Trainer Edmund Becker, der an der Seitenlinie verfolgen musste, wie sein Team einen sicher geglaubten Sieg noch herschenkte.

"Wenn man gegen eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht, 1:0 führt, dann geht man auch davon aus, dass man gewinnt", meinte Becker.

Andreas Görlitz, der nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback für den KSC gab, flüchtete sich derweil in Galgenhumor: "Da haben wir mal wieder einen Trainer gerettet..."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel