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Trainer Christoph Daum trainierte von 1996 bis 2000 Bayer Leverkusen © imago

Beim Derby zwischen Leverkusen und Köln treffen sich viele alte Bekannte. Einige sorgen mit verbalen Giftpfeilen für Zündstoff.

Leverkusen - Christoph Daum gegen Bayer Leverkusen, Patrick Helmes gegen den 1. FC Köln: Wenn im 62. rheinischen Derby am Freitag (ab 20 Uhr LIVE )die großen Rivalen aus Leverkusen und Köln aufeinandertreffen, ist für reichlich Zündstoff gesorgt.

Nicht nur, dass es zum brisanten Wiedersehen vieler alter Bekannter kommt, vielmehr geht es urplötzlich auch um die Vormachtstellung am Rhein.

"Mittelfristig werden wir auf Augenhöhe mit Bayer sein. Das macht ihnen Angst", tönte FC-Coach Christoph Daum, der von 1996 bis 2000 Bayer an die nationale Spitze geführt hatte, im "Express".

Kölns Manager Michael Meier ergänzte: "Bayer wird immer darunter leiden, dass der FC trotz der fehlenden sportlichen Erfolge in den vergangenen Jahren der attraktivere Klub ist."

Köln mit einem Sieg Nummer Eins am Rhein

Große Sprüche, die in Leverkusen nicht unbeantwortet blieben. Man habe größeren Respekt vor den Leistungen von Hoffenheim oder Wolfsburg, feuerte Bayer-Sportchef Rudi Völler einen Giftpfeil auf die andere Rheinseite ab, und Nationalspieler Simon Rolfes merkte an, dass die Ansprüche beider Klubs noch ein Stück weit auseinander lägen.

An der Tabelle ist dies nicht unbedingt abzulesen: Nach zuletzt drei Siegen in Folge liegt der starke Aufsteiger aus der Domstadt nur noch zwei Zähler hinter den Leverkusenern und könnte mit einem "Dreier" erst einmal Nummer eins am Rhein werden.

Daums Rückkehr nach acht Jahren

Dass dies auf kurz oder lang ohnehin der Fall sein wird, davon ist man in Köln überzeugt. "Was ich mit Leverkusen geschafft habe, möchte ich nun mit dem FC erreichen. Das dauert aber noch ein paar Jahre", sagt Daum, dessen überaus erfolgreiche Zeit in Leverkusen durch die Kokain-Affäre einst ein unschönes Ende genommen hatte.

Am Freitag kehrt Daum erstmals nach acht Jahren wieder in die BayArena zurück.

Helmes mitverantwortlich für Bayer-Höhenflug

Den umgekehrten Weg wählte im Sommer Patrick Helmes. Zum Nulltarif wechselte der Nationalstürmer zu Bayer. Vorausgegangen war zunächst ein Spießrutenlauf bei den Kölner Fans, die sich nach dem Aufstieg dann aber doch versöhnlich zeigten.

"Alles in allem war das eine schöne Zeit in Köln, aber jetzt Spiele ich für Bayer", sagt Helmes, der sich beim Werksklub bestens eingelebt hat. "Würde Patrick noch bei uns spielen, stünden wir vor Leverkusen", mutmaßt Daum.

Tut Helmes aber nicht, vielmehr hat der Jungstar mit acht Toren großen Anteil am Höhenflug der Leverkusener, die mit einem Sieg gegen Köln zumindest vorübergehend die Tabellenspitze übernehmen könnten.

Lob vom "Kaiser"

"Wir werden uns auf einem guten Niveau treffen, aber ich glaube fest daran, dass wir Köln schlagen", prophezeit Bayer-Coach Bruno Labbadia, der die Rheinländer mit erfrischendem Angriffs-Fußball wieder zurück auf Erfolgskurs gebracht hat.

"Bayer spielt hopp oder top, Unentschieden kennen sie nicht. Das ist sehr attraktiv", lobte sogar unlängst "Kaiser" Franz Beckenbauer.

Letzter FC-Sieg vor elf Jahren

Fünf Siege stehen drei Niederlagen gegenüber. "Eigentlich hätten wir auch alle acht Spiele gewinnen können. Wir waren in allen Partien die dominierende Mannschaft. Das ärgert mich ein wenig", sagt Labbadia, der weiter auf den Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta (Schleimbeutelentzündung im Knie) verzichten muss.

Die Statistik spricht derweil für Leverkusen. Seit dem 24. Mai 1997 haben die Kölner in elf Pflichtspielen nicht mehr gegen den rheinischen Rivalen gewonnen.

"Die Statistik interessiert mich nicht", sagt Daum und verweist lieber auf die Gegenwart. Und da steht der FC mit der besten Abwehr der Liga auf einem beachtlichen neunten Platz. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec - Rolfes - Vidal, Renato Augusto, Schwegler - Kießling, Helmes. - Trainer: Labbadia

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Wome - Petit, Pezzoni - Vucicevic, Antar, Ehret - Novakovic. - Trainer: Daum

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