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Uli Hoeneß ist seit Ende November 2009 Präsident des FC Bayern München © getty

Der Bayern-Präsident will nun auch Chef des Ligaverbands werden. Seinen Kontrahenten hat der 58-Jährige bereits persönlich informiert.

München - Paukenschlag in der Sommerpause: Uli Hoeneß will neuer Ligaverbands-Präsident werden. (EINWURF: Um (fast) 180 Grad)

Der Präsident des Deutschen Meisters Bayern München hat seine Kandidatur in dieser Woche schriftlich bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht.

Am 18. August wird es bei der Vollversammlung der 36 Klubs der Ersten und Zweiten Liga zu einer Kampfabstimmung zwischen Hoeneß und dem derzeitigen Präsidenten Reinhard Rauball kommen.

Den Kontrahenten persönlich informiert

Hoeneß hat Rauball persönlich von seiner Kandidatur informiert. Und er bemüht sich bereits, Bedenken gegen seine Kandidatur zu zerstreuen.

"Wenn ich gewählt werde, wird es allen besser gehen. Ich werde meine Person in die Waagschale werfen und darauf hoffen, dass die Leute mir abnehmen, dass ich ihnen allen helfen und ihnen Vorteile bringen werde", sagte Hoeneß der "Bild am Sonntag".

Vor allem die Zweite Liga würde "von mir sehr stark profitieren, weil ich dazu beitragen würde, dass mehr Geld akquiriert wird. Ich sehe die Möglichkeit, Mehreinnahmen zu generieren - und dann kann man den Kleinen mehr Geld geben, ohne es den Großen wegzunehmen."

Rauball "nicht überrascht"

Gelassen hat Amtsinhaber Reinhard Rauball auf die Kandidatur von Uli Hoeneß für das Amt des Ligaverbandspräsidenten reagiert.

"Uli Hoeneß hat mich angerufen und mir seine Entscheidung mitgeteilt. Ich war über seine Kandidatur aber nicht überrascht. Er hatte ja schon vorher angekündigt, sich die Sache überlegen zu wollen, insofern bin ich davon ausgegangen, dass er das auch umsetzt", sagte der BVB-Boss der "Welt am Sonntag".

Seine eigene Kandidatur will Rauball aber wegen der Ankündigung des Präsidenten des deutschen Meisters Bayern München nicht zurückziehen.

"Ich bin Demokrat genug, diese Kandidatur zur Kenntnis zu nehmen, und sehe die Dinge - bei allem Respekt - trotzdem sehr gelassen. Meine Entscheidung zu kandidieren bleibt davon unberührt", sagte Rauball, der dem Ligaverband seit August 2007 vorsteht.

Umstrukturierung möglich

Rauball, Präsident von Borussia Dortmund, führt die Liga seit drei Jahren, und das durchaus erfolgreich.

Sollte es Hoeneß an die Spitze der Liga schaffen, würde er sich wohl für eine Umstrukturierung bei der Verteilung der TV-Gelder stark machen.

Schon in seiner Zeit als Bayern-Manager hatte der 58-Jährige mehr finanzielle Mittel für die Top-Vereine gefordert, um auf internationalem Niveau mit den Ligen aus Spanien, England und Italien mithalten zu können.

Solidarmodell vor dem Aus?

So handeln zum Beispiel in Italien die Klubs ihre TV-Verträge direkt mit den übertragenden Anstalten aus und kassieren so teilweise deutlich mehr.

In diesem Punkt könnte Hoeneß Befürworter in den Spitzenvereinen der Bundesliga finden.

Die kleineren Klubs, gerade aus der Zweiten Liga, dürften wohl eher am bestehenden Solidarmodell festhalten wollen.

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