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Mesut Özil (r.) und Sami Khedira zeigten eine starke Weltmeisterschaft © imago

Nach Khedira will Real Madrid angeblich auch Özil und Gomez holen. Günter Netzer warnt allerdings eindringlich vor einem Wechsel.

München/Madrid - Erst Sami Khedira, jetzt Mesut Özil und Mario Gomez:

Real Madrid hat bei seiner Einkaufstour durch Europa gleich drei DFB-Stars ins Visier genommen.

Nach Informationen der Madrider Sporttagesszeitung "AS" hat dabei die "Operacion Özil" Priorität.

Demnach soll sich bereits eine Real-Delegation um Sportdirektor Jorge Valdano mit Beratern des 21 Jahre alten Nationalspielers getroffen haben.

Grünes Licht für einen Transfer will der neue Coach Jose Mourinho allerdings erst nach einem persönlichen Gespräch mit Özil geben.

Angeblich 16 Millionen Euro Ablöse

Im Raum steht eine Ablösesumme von rund 16 Millionen Euro.

Werders Sportdirektor Klaus Allofs gibt sich generell gesprächsbereit: 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

"Ich kann mir schon vorstellen, dass in den nächsten Wochen oder kurz vor Ende der Transferfrist der ein oder andere Verein versuchen wird, konkret zu werden", sagte Allofs am Rande des Bremer Testspiels beim Bezirksligisten FC Hambergen (13:1) am Samstag. (SERVICE: Die Bundesliga-Sommerfahrpläne)

"Dann haben wir die Pflicht, uns damit auseinanderzusetzen, wenn Mesut und sein Berater das wollen."

Vertragsverlängerung geplatzt

Zumal alle Zeichen auf Abschied deuten, denn die eigentlich von Werder angestrebte Vertragsverlängerung mit Özil ist geplatzt.

"Wir haben bei unseren Gesprächen keine Lösung gefunden", sagte Allofs. "Wir hatten unsere Vorstellungen, aber der Weg war nicht zu Ende zu bringen."

Somit ist alles nur noch eine finanzielle Frage.

Werder stehen als Hindernis auf dem Weg zu den Geldtöpfen Champions League noch zwei Qualifikationsspiele ins Haus, in denen ein Özil in Bestform Gold wert wäre.

Andererseits könnten die Bremer bei einem Verkauf des noch bis 2011 an der Weser gebundenen Spielers Kasse machen.

Neben Real sollen auch der FC Arsenal und Manchester United interessiert sein.

Gomez als Raul-Ersatz?

Darüber hinaus brachte die ebenfalls aus Madrid stammende Sportzeitung "Marca" einen Einkauf von Bayern-Ersatzmann Mario Gomez ins Gespräch.

Demnach soll der Angreifer, der auch bei der WM nur zweite Wahl war, den abwanderungswilligen Kapitän Raul ersetzen.

"Entweder wir holen Gomez, oder Raul bleibt bei uns", wurde Mourinho am Samstag zitiert.

Spaniens Rekord-Torjäger Raul wird von Schalke 04 heftig umworben, auch das vom früheren Madrid-Coach Bernd Schuster trainierte Besiktas Istanbul sowie Klubs aus den USA und aus England sind interessiert.

Van der Vaart angeblich im Tausch

Laut "Marca"-Informationen könnte der Ex-Hamburger Rafael van der Vaart als Tauschobjekt in einen Transfer von Gomez einbezogen werden, der erst im Sommer 2009 für rund 30 Millionen Euro aus Stuttgart nach München gekommen war.

Gomez' Vater hält einen Wechsel nach Madrid keinesfalls für ausgeschlossen.

"Es wäre eine Ehre für meinen Sohn, bei Real zu spielen", erklärte er. "Mario ist fasziniert von Mourinho."

Bei Real könnte er dann auf seinen ehemaligen VfB-Teamkollegen Khedira treffen.

Ungeachtet aller Dementis aus Stuttgart gehen Spaniens Medien weiter davon aus, dass der Wechsel bereits fix ist.

"Wir wollen Khedira holen"

"Uns interessiert Khedira und wir wollen ihn holen. Er hat enormes Potenzial", bestätigte Mourinho zumindest der portugiesischen Nachrichtenagentur "LUSA":

Spieler zu verpflichten, die noch dazulernen können, sei eine Strategie, die ihn begeistere, sagte der neue Real-Trainer weiter.

Am Donnerstag hatten spanische Medien den Transfer des 23-jährigen Khedira zu den "Königlichen" als perfekt vermeldet.

Khediras Berater Jörg Neubauer hatte das aber auf Nachfrage von SPORT1 als "Unsinn" bezeichnet - ebenso wie der VfB.

Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft noch bis 2011. Die Schwaben würden mit ihrem Star gerne vorzeitig verlängern - oder Khedira für eine Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe abgeben.

Angeblich will der spanische Rekordmeister zehn Millionen Euro zahlen.

Netzer warnt vor Wechsel nach Madrid

Der frühere Real-Profi Günter Netzer warnt das deutsche Trio allerdings vor einem unbedachten Wechsel. Real Madrid habe "viel von seinem Reiz verloren".

Real sei ein "Klub voller Probleme", in dem es viele teure, aber unglückliche Spieler gäbe, schrieb Netzer, der von 1973 bis 1976 in Madrid spielte, in der "Bild am Sonntag".

Immerhin bei einem deutschen Nationalspieler soll Real (vorerst) kein Interesse mehr haben. Laut "AS" ist Bastian Schweinsteiger kein Thema mehr, nachdem ihn der FC Bayern mehrfach für unverkäuflich erklärt hatte.

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