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FCB-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (l.) fördert Jürgen Klinsmann © getty

Die Bayern wissen, wo sie hinwollen: an die Spitze. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge beschreibt den Weg dorthin.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der FC Bayern marschiert in der Champions League mit Europas Elite.

Mit Ausnahme des FC Barcelona haben alle Gruppenersten sieben Punkte - wie die Münchner.

Karl-Heinz Rummenigge haben die jüngsten Erfolge auch für die Bundesliga neue Ziele formulieren lassen.

Der FCB-Vorstandsvorsitzende forderte von der Mannschaft vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg (Sa., ab 15 Uhr LIVE): "Unser Ziel ist es jetzt, Herbstmeister zu werden."

Wiedergefundene Ansprüche

Natürlich handelt es sich bei diesem Wettbewerb um einen Titel, der nie auf irgendeinem Briefkopf des Renommierklubs erscheinen wird.

Und doch drücken sich in der Forderung die wiedergefundenen Ansprüche aus.

Dass die Bayern aktuell in der Bundesliga nur Elfter sind, für Rummenigge soll das eine Momentaufnahme sein. Nach dem 3:0-Sieg über Florenz bekomme die Mannschaft nämlich langsam das nötige Selbstvertrauen zurück.

Der Trainer entscheidet

Außerdem erklärte der 53-Jährige im gleichen Atemzug Jürgen Klinsmann erneut für unangreifbar. Die Rückkehr zum 4-4-2-System genauso wie die Aufstellung, sei allein das Werk des Schwabens.

Denn: "Egal, ob der Trainer Klinsmann, Magath oder Hitzfeld heißt, er hat die alleinige Lufthoheit, was die Taktik und Mannschaftsaufstellung betrifft."

Der Bayern-Boss kümmert sich selbst lieber um das künftige Gesicht der Mannschaft.

Markt und Mannschaft im Blick

Ein Thema: das Transferfenster in der Winterpause. Rummenigge und Manager Uli Hoeneß beobachten dafür aktuell Markt und Mannschaft. "Wir warten jetzt erst einmal ab, wie sich Dinge entwickeln und werden uns zu gegebener Zeit konkreter mit dem Thema auseinandersetzen."

Zudem mühen sich die beiden Macher der Roten, Bastian Schweinsteiger, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, länger zu binden.

Sehr interessiert, "Schweini" zu halten

Der Nationalspieler brilliert aktuell bei Bayern wie seit langem nicht, gehört immer fester zum Stamm.

Auch deshalb habe Hoeneß mit ihm "Anfangsgespräche geführt". Die Ausgangslage: "Bastian hat sich geäußert, dass er grundsätzlich interessiert ist zu bleiben und wir sind sehr interessiert, dass er bleibt."

Konkret ist laut Rummenigge auf jeden Fall, dass die Bayern nach Lahms Sprunggelenksverletzung keinen neuen Verteidiger in der Winterpause verpflichten wollen.

Abwehr noch wackelig

Bei all den Planspielen und der neuen Angriffslust in der Liga hat der 53-Jährige nur eine Sorge: die FCB-Abwehr. Das Team lasse ein "paar Chancen zu viel" zu. "Am Dienstag war es ein Spiel mit dem Feuer, das kann auch mal schiefgehen."

Als Brandlöscher fällt der verletzte Philipp Lahm im Moment aus. Der Nationalspieler erschien dennoch am Donnerstag zum Pressegespräch an der Säbener Straße.

Suche nach der Strategie

Er lächelte trotz Krücken und trotz der noch nicht komplett gestopften Löcher in der Abwehr. Die Mannschaft insgesamt müsse noch herausfinden, "wie wir verteidigen wollen, wenn wir so kreativ und offensiv nach vorne spielen".

Gegenüber Sport1.de beschrieb er auch, vor welcher Aufgabe jetzt der gelernte Rechtsverteidiger Christian Lell steht, der wohl seinen Posten auf der linken Seite übernehmen wird.

Lahm ist durch seine vielseitigen Verwendung in Nationalelf sowie beim FCB und vorher beim VfB sozusagen erster Experte im Links-Rechts-Links-Wechsel.

Die unterschiedlichen Seiten brächten kleine Unterschiede. "Etwa, wie man sich gegen den Gegenspieler stellt."

Allerdings: "Auf diesem Niveau kann das auch entscheidend sein. Aber ich bin der festen Überzeugung: Christian Lell wird es zu 100 Prozent hinbekommen."

Innenverteidiger Lucio ist ebenfalls sicher, dass das Bayern-Bollwerk schon bald wieder so sicher stehen könnte wie in der Vorsaison, als eine neue Bestmarke bei den Gegentreffern (nur 21) aufgestellt wurde. "Wir haben noch nicht das Optimum erreicht, aber wir werden immer kompakter."

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