Uli Hoeneß überraschender Rückzug von seiner Kampfkandidatur um die DFL-Spitze wirkt wie ein Eingeständnis der Chancenlosigkeit.

Gut möglich, dass Uli Hoeneß eine Niederlage vermeiden wollte.

Doch auch so steht er als Verlierer da.

Keine drei Tage nach seiner Ankündigung, gegen Amtsinhaber Reinhard Rauball um den DFL-Chefposten zu kandidieren, folgte am Montag völlig unerwartet der Rückzieher.

Auch die Gründe, die Hoeneß nennt, leuchten nicht ein: Protest der Familie und einiger Bayern-Fans sowie die fehlende Zeit für seine sozialen Projekte.

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Als wären diese Fakten nicht schon vorher klar gewesen, schließlich liebäugelt Hoeneß ja schon seit Monaten mit dem Posten.

Daher kann Hoeneß den Eindruck nicht beiseite wischen, dass er mit seinem überstützten Rückzug nur einer - möglicherweise deutlichen - Abstimmungs-Niederlage gegen Rauball zuvorkommen wollte.

Vielleicht hatte der Bayern-Boss so wie in seinem Verein eine Welle der Begeisterung für seine Kandidatur erwartet und war umso überraschter, dass die skeptischen Stimmen eher in der Mehrheit waren.

Dabei wäre es höchst interessant gewesen, ob Hoeneß auch in den kommenden Wochen so vollmundige Versprechungen gemacht hätte wie am Wochenende.

Da sprach er unter anderem davon, dass es bei seiner Wahl allen Vereinen besser gehen werde und er Probleme wie Joachim Löws offene Vertragsverlängerung oder den Schiedsrichter-Skandal schon im Ansatz erstickt hätte.

Schließlich, so seine Begründung, sei er viel näher dran als Rauball.

Letzteres zumindest stimmt, weshalb der derzeitige Amtsinhaber bei den 36 Profiklubs auch alles andere als unantastbar ist. Allein deshalb wären ein Duell mit Hoeneß und eine Kampfabstimmung spannend zu beobachten gewesen.

Doch Hoeneß hat den Schwanz eingezogen, bevor es hätte schmerzlich werden können.

Aber vielleicht ist ja bald der Posten des amtsmüden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger frei.

Allerdings dürfte sich auch hier die Begeisterung der Mehrheit in Grenzen halten.

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