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Franck Ribery erzielte in 72 Ligaspielen 24 Tore für den FC Bayern © imago

Gegen den Bayern-Star wird nach einem Verhör in Paris wegen "Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten" ermittelt.

München/Paris - Für Bayern Münchens Superstar Franck Ribery wird die Rotlicht-Affäre immer brenzliger.

Die französische Justiz leitete am Dienstag offiziell Ermittlungsverfahren gegen den Mittelfeldspieler des deutschen Meisters und Stürmer Karim Benzema von Real Madrid wegen "Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten" ein.

Für Riberys Anwältin Sophie Bottai spiegelt das Verfahren im Zuge der Ermittlungen gegen einen Prostitutionsring nur die Enttäuschung der Franzosen über den desaströsen Auftritt von Ribery und Co. bei der WM in Südafrika wider:

"Es gibt keine Beweise. Seit seiner vorherigen Befragung hat sich nichts Neues ergeben. Das einzig Neue seitdem ist nur, dass die WM vorbei ist und die Franzosen schlimm gespielt haben", sagte die Juristin.

Sechs Stunden Befragung

Vor dem Beschluss des Gerichtes, das auch gegen Riberys 22 Jahre alten Schwager Ermittlungen eröffnete, hatte sich Münchens Dribbelkünstler stundenlang in Polizeigewahrsam befunden.

Die Sittenpolizei befragte Ribery über sechs Stunden und ließ den Star-Kicker danach in einem Polizeifahrzeug zum Untersuchungsrichter fahren. Nach der Verfahrenseröffnung durch Richter Andre Dando wurde Ribery wieder auf freien Fuß gelassen.

Von Riberys Verein war am Dienstagabend zunächst keine Stellungnahme zu den Entwicklungen in Frankreich zu erhalten.

Ermittlungen gegen Nachtklub

Die französischen Behörden ermitteln gegen einen Nachtklub an den Champs Elysees in Paris. Das Etablissement soll gut betuchten Kunden Zugang zu minderjährigen Prostituierten verschafft haben.

Eine Frau hat bereits gestanden, eine Beziehung mit Ribery und Benzema gehabt zu haben, als sie noch nicht volljährig war. Sie sagte auch aus, die Spieler hätten von der Minderjährigkeit nichts gewusst.

Drei Jahre Haft drohen

Bottai stellte klar, ihr Mandant habe bei seinen schon eingestandenen Kontakten zur Prostituierten keine Ahnung gehabt, dass die junge Frau unter 18 Jahre alt war.

Für den gegenteiligen Fall droht den Spielern eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und eine Geldstrafe von 45.000 Euro.

"Die Frau hat ihnen gesagt, dass sie alt genug wäre und war auch entsprechend gestylt", sagte Bottai.

Ribery bis zum Nachmittag in Gewahrsam

Ribery erschien am Dienstagmorgen mit versteinertem Gesicht im Hauptquartier der Sittenpolizei von Paris auf der Ile de la Cite zu seiner Vernehmung und blieb bis zum Nachmittag in den Händen der Justiz.

Polizeigewahrsam ist in Frankreich nichts Ungewöhnliches und wird bei Vernehmungen oft verhängt. Innerhalb von 48 Stunden muss laut französischen Gesetzen ein Richter entscheiden, ob er bei einem hinreichenden Tatverdacht einen Haftbefehl erlässt beziehungsweise Ermittlungen einleitet.

Vom Ergebnis der weiteren Untersuchungen hängt die Erhebung einer Anklage ab.

Trainingseinstieg am Sonntag

Ribery erholt sich seit knapp drei Wochen von einer Operation an der Leiste. Um rechtzeitig in Form zu kommen, hat er nach Angaben der Bayern sogar einen Physiotherapeuten des Klubs in seinen 14-tägigen Urlaub mitgenommen.

Am Sonntag wird Ribery in München zum Training erwartet. Bis dahin werden die Münchner ihr Trainingslager am Gardasee bereits abgeschlossen haben. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Verkorkste WM, anspruchsvoller van Gaal

Bei den Münchnern hatte Ribery noch am Ende der vergangenen Saison seinen Vertrag verzeitig bis 2015 verlängert.

Die gute Laune war schnell dahin, als Ribery bei der WM in Südafrika ankam, wo die französische Nationalmannschaft einem Tollhaus glich. Der Ballkünstler soll an den Auseinandersetzungen nicht ganz schuldlos gewesen sein.

Bayern-Trainer Louis van Gaal erwartet von dem Franzosen in der kommenden Spielzeit einiges. "Ich habe den großen Ribery noch nicht gesehen", sagte er dem "kicker", "dafür war er zu oft verletzt".

Ribery hatte im Vorjahr fast die gesamte Vorbereitung verpasst und war danach immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen worden.

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