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Sami Khedira wurde mit Deutschland bei der WM 2010 Dritter © getty

Ein Wechsel des Stuttgarter Mittelfeldspielers zu Real Madrid rückt immer näher. VfB-Präsident Staudt bestätigt erste Gespräche.

Von Thorsten Mesch

München/Stuttgart - Interesse ja, Einigung nein, Transfer wahrscheinlich:

Wie es mit Sami Khedira weitergeht, bleibt zwar noch unklar.

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart schon bald für Real Madrid auflaufen wird 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse).

"Jetzt muss der Spieler mal erklären, wo er seine Zukunft sieht", sagte Stuttgarts Sportdirektor Jochen Schneider am Montagabend auf der Mitgliederversammlung des VfB.

Nachdem die Verantwortlichen der Schwaben zunächst behauptet hatten, vom Interesse des spanischen Rekordmeisters keine Kenntnis zu haben, hatte Schneider schließlich eingeräumt:

"Real Madrid hat sein Interesse mittlerweile auch offiziell bekundet".

Erste Gespräche geführt

Präsident Erwin Staudt sprach davon, Real habe "zarte Kontakte mit uns aufgenommen", doch wie es aussieht, ist das Stadium des Vorgeplänkels schon vorüber.

Real will Khedira - und zwar sofort.

Schneider soll mit Verantwortlichen der "Königlichen" schon an einem Tisch gesessen und erste Gespräche geführt haben.

Khediras Vertrag läuft bis zum Ende der kommenden Saison, eine vorzeitige Verlängerung ist in der Vergangenheit gescheitert.

"Vor Monaten haben wir versucht, den Vertrag zu verlängern", erklärte Schneider.

"Es gibt keine Einigung mit Real"

Um für den Mittelfeldspieler noch eine Ablösesumme zu bekommen, die sich wohl zwischen 10 und 15 Millionen Euro bewegt, müsste der Transfer also demnächst abgewickelt werden.

"Es gibt keine Einigung mit Real, und es ist auch nicht entschieden, was ich mache", hatte Khedira vor seiner Abreise in den Tunesien-Urlaub betont (SERVICE: Die Bundesliga-Sommerfahrpläne).

"Das Interesse freut mich. Aber ich muss mir erst einmal alles durch den Kopf gehen lassen."

Bereits nach der WM in Madrid

Allerdings soll er nach seiner Rückkehr von der WM in Südafrika schon in Madrid gesehen worden sein.

"Uns interessiert Khedira, er hat enormes Potenzial", lobte Reals neuer Trainer Jose Mourinho den U-21-Europameister von 2009, dem von Real ein Vertrag bis 2015 vorliegen soll.

Gross will Khedira halten

VfB-Coach Christian Gross würde Khedira gerne behalten, aber nur, wenn sich dieser über das Saisonende 2011 hinaus langfristig an den Klub bindet.

Gross habe Khedira hm in einem "sehr offenen und ehrlichen" Gespräch "sehr klar und beeindruckend" verdeutlicht, wie er sich eine Zukunft mit ihm vorstelle.

"Wir werden uns beraten und dann eine Entscheidung auch im Interesse des Spielers treffen", sagte Staudt.

Und Schneider betonte, es sei "wichtig, dass wir einen fairen Umgang mit unserem Spieler pflegen und dass wir am Ende nur ein Ziel zu verfolgen haben, nämlich die Interessen des Vereins".

"Wir können Verkäufe nicht ausschließen"

Doch die Entscheidung über Sami Khediras Verbleib in Stuttgart liegt nicht mehr in den Händen des VfB.

Die Hoffnung, den Nationalspieler halten zu können, wird immer geringer.

"Wir müssen ehrlich und offen sein und sagen, dass wir Verkäufe nicht ausschließen können", meinte Schneider.

Die Situation habe sich durch Khediras "gute WM und das Interesse von einem so großen Verein schon geändert".

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