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Heiko Westermann war in der letzten Saison Kapitän beim FC Schalke 04 © getty

Der Transfer des Schalke-Kapitäns nach Hamburg ist endgültig perfekt. An der Finanzierung beteiligt sich Investor Kühne.

Von Hardy Heuer

München - Heiko Westermann wird erwartungsgemäß den FC Schalke 04 verlassen und sich dem Hamburger SV anschließen.

Der Transfer wurde am Dienstagabend in Hamburg perfekt gemacht.

Westermann soll gut 7,5 Millionen Euro Ablöse kosten und erhält in Hamburg einen Vertrag bis 2015.

Eine offizielle Bestätigung des HSV steht noch aus, dürfte aber nur Formsache sein.

Donnerstag ins Trainingslager

Mit dem Wechsel zum HSV verzichtet Westermann auf die große Chance, in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

Dem "RevierSport" erklärte er aber: "Bei Schalke habe ich keine Perspektive auf einen Stammplatz auf meiner Lieblingsposition in der Innenverteidigung gesehen, daher wollte ich auch den Verein wechseln. Beim HSV ist das anders, in Hamburg hat man einen Innenverteidiger gesucht. Ich denke, dass ich hier meine Stärken gut einbringen kann."

In der Hansestadt soll der Nationalspieler angeblich ein Jahresgehalt von drei Millionen Euro beziehen.

Nach der Vertragsunterzeichnung ist Westermann nach Gelsenkirchen gereist, um mit Ex-Klub Schalke letzte Angelegenheiten zu klären.

Am Donnerstag wird der Neu-Hamburger dann zu seinem neuen Team nach Österreich reisen.

Der HSV bricht am Mittwoch ins Trainingslager nach Längenfeld in Tirol auf.

Kühne beteiligt sich

Finanziert wird der Transfer unter anderem über das neue Investorenkonzept "Anstoß hoch drei" von Klaus-Michael Kühne.

Der Milliardär beteiligt sich mit 2,5 Millionen Euro und erhält im Gegenzug ein Drittel der Erlöse bei einem möglichen Weiterverkauf Westermanns.

Der stand schon länger auf der Liste des HSV.

Bereits vor vier Wochen hatten die Hamburger auf Schalke angefragt, jedoch war ein Wechsel für Westermann zu diesem Zeitpunkt kein Thema. Erst eine Aussprache mit Felix Magath brachte ihn zum Umdenken.

"Schalkes Trainer Felix Magath hatte Heiko gesagt, dass es sein kann, dass er ihn in der neuen Saison wieder für mehrere Positionen vorgesehen hat", sagte Berater Fritz Popp in der "Bild".

Westermann will in die Innenverteidigung

Dies kam für den Nationalspieler nicht mehr in Frage, nachdem er bereits in der letzten Saison immer wieder auf verschiedenen Positionen eingesetzt wurde.

Er forderte bei Magath einen Platz in der Innenverteidigung, doch da hat sich der Schalke-Coach bereits auf Benedikt Höwedes und Neuzugang Christoph Metzelder festgelegt.

"Heiko will Innenverteidiger spielen, die Position war für ihn entscheidend. Den Job als Innenverteidiger konnte ich ihm nicht zusichern", meinte Magath.

Von Heesen voll des Lobes

Am vergangenen Wochenende kam es dann zum entscheidenden Gespräch zwischen dem EM-Zweiten und seinem Trainer.

"Am Sonntagabend hat Heiko mir mitgeteilt, dass er sich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden hat, zum HSV zu wechseln", erklärte der Schalke-Trainer.

Westermann-"Entdecker", Thomas von Heesen, beglückwünschte den HSV zum Transfer. "Heiko hat alles, was ein großer Innenverteidiger braucht", sagte der ehemalige HSV-Profi dem "Hamburger Abendblatt".

Von Heesen holte 2005 als Trainer von Arminia Bielefeld den gebürtigen Unterfranken für eine Ablöse von 750.000 Euro aus Fürth und formte ihn zum Nationalspieler.

HSV schließt Lücke

"Damals war er mit 750 000 Euro schon sehr teuer für Arminia und schwer durchzusetzen, aber heute ist er das Zehnfache wert. Und er wird noch besser. Gerade jetzt, wo er in Hamburg seinen Traumverein gefunden hat", prophezeit von Heesen dem 26-Jährigen eine rosige Zukunft.

Mit dem Transfer von Westermann schließt Hamburg die klaffende Lücke in der Innenverteidigung, die Jerome Boateng mit seinem Wechsel zu Manchester City hinterlassen hatte.

Auch der Tscheche David Rozehnal konnte bisher beim HSV nicht überzeugen.

Bereits zum Ligastart kommt es für Westermann zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. Hamburg erwartet Schalke 04 zum ersten Samstagabendspiel der neuen Saison.

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