vergrößernverkleinern
Bald vielleicht auch beim FC Bayern vereint? Khedira (r.) und Schweinsteiger © imago

Eine spanische Zeitung will von einem Vorvertrag des Stuttgarters mit dem FC Bayern wissen. Die Münchner dementieren. Real wartet ab.

Von Thorsten Mesch

München - Dass Sami Khedira den VfB Stuttgart verlässt, gilt als beschlossene Sache.

Bisher war Real Madrid aussichtsreichster Anwärter im Werben um den Nationalspieler, doch die Spanier haben offenbar Konkurrenz aus Deutschland bekommen.

Die Madrider Sportzeitung "as" berichtet, Khedira habe bereits einen Vorvertrag mit dem FC Bayern. 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse)

Nerlinger: "Eine Ente"

In München will man von einer Vereinbarung mit dem Mittelfeldspieler allerdings nichts wissen. Zumindest offiziell.

Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger bezeichnete die Meldung im Trainingslager am Gardasee als "Ente" (SERVICE: Die Bundesliga-Sommerfahrpläne).

Zeitung vermutet Preistreiberei

Gerüchte über eine Vereinbarung mit den Münchnern gibt es hierzulande schon seit einiger Zeit, in Spanien scheint man darüber einigermaßen überrascht zu sein.

So vermutet "as", Khediras Berater Jörg Neubauer versuche, den Preis für seinen Klienten und dessen Gehalt in die Höhe zu treiben. Dazu diene ihm besagter Vorvertrag. ´

Als weitere Trümpfe spiele Neubauer Angebote anderer großer Vereine für Khedira aus, darunter eine Offerte des FC Chelsea. Über das Interesse der Londoner ist ebenfalls bereits spekuliert worden.

Neubauer war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Madrid hat offiziell angefragt

Fakt ist aber, dass Madrid offiziell wegen Khedira angefragt hat, wie VfB-Präsident Erwin Staudt und Sportdirektor Jochen Schneider am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung des Klubs verrieten.

Fest steht auch, dass Stuttgart sich ohne Erfolg um einer Verlängerung mit Khedira bemüht hat, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft.

Keine Eile

Bei Real lässt man sich von den jüngsten Spekulationen nicht aus der Fassung bringen. Laut "as" habe Real aber Neubauer aufgefordert, den Vorvertrag mit den Bayern zu annullieren.

Die Madrilenen warten ab. Natürlich wollen sie Khedira verpflichten - aber wohl nicht zwingend in dieser Saison.

Khedira parken und sich umsehen

Trainer Jose Mourinho sieht in Khedira zwar "großes Potenzial". Spieler zu verpflichten, die noch dazulernen können, sei "eine Strategie, die ihn begeistere", sagte der Portugiese zuletzt.

Akuten Bedarf im Mittelfeld hat der neue Real-Coach aber eigentlich nicht. Mit Weltmeister Xabi Alonso und dem Franzosen Lassana Diarra ist sein Team auf der Sechser-Position bestens besetzt.

Zudem wäre Khedira in einem Jahr ablösefrei. Madrid könnte den Nationalspieler also in Stuttgart "parken" wollen - und sich derweil nach einem vermeintlich noch attraktiveren Spieler umsehen.

Liverpools Kapitän Steven Gerrard und Bayerns Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger stehen ungeachtet aller Dementis ganz oben auf der Wunschliste.

Bayern im Mittelfeld bestens besetzt

Real spielt auf Zeit und hat Khedira angeblich für das kommende Jahr ein Gehalt angeboten, dass doppelt so hoch sein soll wie bei einem sofortigen Wechsel (2,2 Millionen Euro netto).

Die Bayern dementieren einen Vorvertrag und sind mit Schweinsteiger und Mark van Bommel bestens versorgt.

VfB in der Defensive

Vielleicht wird Khedira also doch in Stuttgart bleiben. Zumindest für ein Jahr.

Doch der VfB weiß, dass er den Nationalspieler nicht länger halten kann. Und Geld aus einem Transfer bekommen die Schwaben im nächsten Jahr nicht mehr.

Man darf also gespannt sein, wie sich der "Fall Khedira" in den nächsten Tagen entwickelt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel