vergrößernverkleinern
Mrio Gomez erzielte in seiner ersten Saison beim FC Bayern zehn Bundesliga-Tore © getty

Bayern-Trainer Louis van Gaal ruft einen Fünfkampf um einen Platz im Sturm aus. Mindestens ein Angreifer kann daher wohl gehen.

Aus dem Trainingslager des FC Bayernberichtet Daniel Rathjen

Riva del Garda - Noch sollten die WM-Fahrer ihren Urlaub genießen.

Denn wenn die deutschen und niederländischen Nationalspieler am 2. August wieder zum Kader des FC Bayern stoßen, erwartet vor allem die Angreifer unter ihnen ein brutaler Konkurrenzkampf.

"Wir haben fünf Stümer und ich will nur zwei. Das sage ich seit einem Jahr", stellte Coach Louis van Gaal am Mittwoch im Trainingslager am Gardasee auf SPORT1-Nachfrage unmissverständlich klar.

Ivica Olic, Miroslav Klose, Mario Gomez, Thomas Müller und offenbar auch Arjen Robben kommen für den Niederländer für die Position des einzigen Stürmers infrage.

Offensives Mittelfeld-Trio

Dahinter schwebt ihm ein offensives Dreier-Mittelfeld mit Franck Ribery, Rückkehrer Toni Kroos und eben Robben oder Müller vor.

"Ich habe zu Beginn der vergangenen Saison mit zwei Stürmern spielen wollen, mit Gomez und Klose", erzählte van Gaal.

"Aber das hat nicht geklappt. Also musste ich etwas ändern und ich habe das 4-4-1-1-System etabliert. Und dann waren es fünf Stürmer für eine Position. Und die sind immer noch da."

Komplett umbauen wird er seine Taktik garantiert nicht noch einmal: "Ich habe nicht vor, das System zu ändern. Die Spieler wissen alle, was auf sie zukommt."

Was das ist, liegt auf der Hand: Freude bei demjenigen, der regelmäßig spielt, Frust bei den anderen. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Klose oder Gomez könnten wohl gehen

[image id="18a17497-65b9-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Da die Zahl derer, die auf der Bank Platz nehmen müssen, überwiegen wird und dass das für Unruhe im Team sorgen könnte, wird sich der Verein gesprächsbereit zeigen, wenn sich beispielsweise Klose oder Gomez für einen anderen Klub interessieren sollten.

"Die Spieler wissen, dass es einen großen Streit geben wird. Letztlich ist immer jemand enttäuscht", machte van Gaal deutlich, dass er noch mindestens einen Stürmer abgeben will.

Olic hat nach seiner überragenden letzten Saison einen Bonus und absolviert zudem die komplette Vorbereitung, Müller als "Kronjuwel" des FC Bayern ist unverkäuflich, Robben ist unantastbar.

Aber sowohl Klose als auch Gomez denken nicht daran, zu wechseln. Noch nicht. Beide wollen - nach eigenen Aussagen während der WM - den Kampf aufnehmen und sich durchsetzen.

"Das Problem: Es will niemand weg"

"Jeder weiß, dass er zu mir kommen kann, wenn er wechseln will. Das Problem momentan ist nur: Es will niemand weg", erklärte van Gaal.

Vielleicht hat Sportdirektor Christian Nerlinger deswegen ebenfalls deutliche Worte gewählt, wenn er nach der Situation in der "Abteilung Attacke" gefragt wurde.

"Es herrscht ein Überangebot", hatte er wortwörtlich geantwortet.

So klar hatte das zuvor noch kein Verantwortlicher formuliert.

Kein Bekenntnis zu Gomez

Zudem wollte er bei SPORT1 nicht garantieren, dass Gomez in der kommenden Spielrunde noch das Trikot des FC Bayern tragen wird.

"Zu Gerüchten äußere ich mich nicht", hatte er nur gesagt.

Die Zeichen deuten momentan stark daraufhin, dass van Gaal nicht unbedingt mit dem Ex-Stuttgarter plant, der 2009 für 35 Millionen Euro vom VfB an die Isar gewechselt war.

"Die Saison wird eine große Herausforderung für ihn", sagte auch Präsident Uli Hoeneß dem "Münchner Merkur".

"Vielleicht steht er zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Rücken zur Wand - und in der Situation muss er die Eiger Nordwand besteigen."

Dass das jedoch nur die Härtesten schaffen, ist bekannt.

Real Madrid und Wolfsburg angeblich interessiert

Real Madrid soll angeblich an "Super-Mario" interessiert sein, der VfL Wolfsburg ebenfalls.

Kontakt hat van Gaal mit Gomez nach der WM noch nicht aufgenommen. "Er hat Ferien, da mache ich so etwas nicht", sagte er zu SPORT1.

"Bei ihm bekommt jeder eine Chance", hat Klose während der WM von seinem Coach geschwärmt und demnach seine Chancen gewittert.

Van Gaal nimmt das Lob gerne an. Doch gibt er im gleichen Atemzug zu bedenken:

"Ich kenne nun die Spieler, ich weiß, wie sie drauf sind. Das ist ein Unterschied zum letzten Jahr."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel