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Simon Rolfes (l.) kam 2005 von Alemannia Aachen nach Leverkusen © imago

Simon Rolfes und Michael Ballack sollen die Schaltzentrale der neuen Bayer-Elf bilden. Vorher müssen sie aber noch fit werden.

Von Martin Hoffmann

München - Bei der WM in Südafrika sollten sie eigentlich die deutsche Schaltzentrale bilden.

Michael Ballack und Simon Rolfes sollten als Doppel-Sechs nach vorne Bälle verteilen, nach hinten absichern, das Spiel ordnen und lenken.

Verletzungen kamen beiden bekanntlich dazwischen, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira füllten die Lücke. Das taten sie so gut, dass bei vielen die Frage aufkam, ob das DFB-Team Ballack und Rolfes überhaupt noch braucht.

Das können die beiden bei Bayer Leverkusen nun praktischerweise gemeinsam beweisen - nur, dass sie dazu auch erstmal fit werden müssen 29125(DIASHOW: Ballacks Karriere).

Rolfes hat Saisonstart abgehakt

Das Duo soll für die Werkself das Dream Team im defensiven Mittelfeld bilden. Ballack tastet sich nach seinem Innenbandriss noch ebenso an das Team heran wie Rolfes nach dem im Januar erlittenen Knorpelschaden.

Bei beiden läuft der Reha-Prozess gut, Ballack hofft bereits zum Saisonstart in Dortmund mitmischen zu können (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Rolfes hat den Termin de facto schon abgehakt. "Das ist unrealistisch", erklärte er in der "Bild".

Erste Übungen mit dem Ball

Er ist aber hoffnungsfroh, bald darauf ein erfolgreiches Comeback hinlegen zu können.

Die letzte Klinikuntersuchung hat offenbart, dass der Knorpel verheilt ist. Unerwüsnchte Reaktionen hat sein lädiertes Knie bei Belastungen auch noch nicht gezeigt.

Rolfes hat daher auch schon ein wenig mit dem Ball trainiert, für Passübungen sogar schon kurz mit der Mannschaft.

Wann genau er aber wieder voll einsteigen und wieder spielen kann, ist ungewiss. Als "unseriös" bezeichnet sein Reha-Helfer Dr. Holger Broich im "Kicker" jeden Versuch, das vorherzusagen.

Ballack mit erstem Lauftraining

Das gleiche gilt für den ebenfalls von ihm betreuten Ballack, der aber wie Rolfes "voll im Plan" sieht.

Der Neuzugang absolvierte am Mittwoch sein erstes Lauftraining bei Bayer. "Ich fühle mich gut", vertraute er danach der "Bild" an: "Der Fuß zeigt keine Reaktion. Ich bin sehr zufrieden."

Ballack schuftet derzeit bis zu sechs Stunden täglich für sein Comeback, Broich hat nach eigenen Angaben noch nie einen so engagierten Rekonvaleszenten erlebt.

Ballack reist am Freitag auch mit zum Trainingslager in St. Gallen, soll dort an das Teamtraining herangeführt werden (SERVICE: Sommerfahrplan Leverkusen).

Drohen Autoritätskonflikte?

Wie gut das neue Defensiv-Duo nach seiner Genesung auf dem Platz harmoniert, wird eine spannende Frage sein.

Im Nationalteam kamen sie nur einige Male dazu, die Konstellation auszuprobieren. Und die große Frage wird auch sein, ob es zwischen den beiden Autoritätskonflikte gibt.

Trainer Jupp Heynckes hat Rolfes bewusst in der Kapitänsrolle belassen. "Eine zusätzliche und verdiente Bestätigung für ihn und ein Ansporn für die Reha", wie der Coach erklärte.

Teamplayer und Quasi-Kapitän

Dass daneben auch Ballack seinen Führungsanspruch hat, ist Heynckes bewusst und von ihm auch erwünscht.

Ballack könne "auf dem Platz wie ein Kapitän sein", findet Heynckes, der seinen Neuzugang zugleich auch als "Teamplayer" lobt.

Wie er diese beiden sehr unterschiedlichen Qualitäten unter einen Hut bringt, wird interessant sein zu beobachten.

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