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Franck Ribery (r.) wechselte im Sommer 2007 zum FC Bayern München © imago

Dem Präsident des FC Bayern geht in der Diskussion um die "Rotlicht-Affäre" die Hutschnur hoch. Ribery sei der "Leidtragende".

Vom FC Bayern berichten Matthias Becker und Daniel Rathjen

München/Riva del Garda - Die äußere Ähnlichkeit mit einem Löwen ist nicht mehr so groß wie noch in den 70er-Jahren.

Doch auch ohne die langen Haare aus der Zeit als junger Fußballprofi entwickelt Bayern-Präsident Uli Hoeneß auch heute noch die Wucht eines Raubtiers, wenn er einen seiner Spieler bedroht sieht.

Deshalb hat sich Hoeneß nun mit aller Gewalt schützend vor Franck Ribery geworfen.

Der Franzose sei in der Affäre um den Kontakt zu einer damals noch minderjährigen Prostituierten Opfer einer "Hetzkampagne", wetterte Hoeneß am Freitag am Rande der Pressekonferenz zum Basketball-Engagement des Rekordmeisters.

Wie schon Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wittert der Macher der Bayern enttäuschte WM-Hoffnungen hinter den nun eingeleiteten Ermittlungen gegen Ribery:

"Das Thema war vor der WM eigentlich schon durch. Wenn Frankreich Weltmeister geworden wäre, wäre da sicher auch nichts mehr passiert. Jetzt wollen gewisse Leute ihr Mütchen kühlen", sagte Hoeneß.

Disput mit Reporter

Das Thema macht Hoeneß sichtlich zu schaffen. So sehr, dass er sich mit dem Reporter einer Münchner Boulevardzeitung mächtig in die Haare bekam. "Franck Ribery hat nichts gemacht was verboten ist" herrschte er den Journalisten an und ätzte hinterher:

"Oder fragen Sie in Zukunft auch jeden, ob er seinen Pass dabei hat?"

Als der Reporter weiterfragen wollte, schob ihn Honeß beiseite und sagte: "Ich will mit Ihnen nicht mehr reden."

Nerlinger "sehr gelassen"

Dieser Gefühlsausbruch Hoeneß', der sich auch Minuten später noch nicht wirklich beruhigt hatte, passt so gar nicht zur offiziellen Sprachregelung bei den Münchnern.

Die sehen die ganze Affäre um ihren Dribbelkünstler nämlich angeblich "sehr gelassen", wie Sportdirektor Christian Nerlinger im Trainingslager am Gardasee erklärte.

"Wir stehen im Kontakt mit Franck. Er geht mit der Sache souverän um und wenn er wieder fit ist, ist das hoffentlich bald abgehakt", sagte Nerlinger.

Ribery bedankt sich bei den Bayern

Ribery hatte in der "Bild" durchblicken lassen, dass er keine Angst um seine Zukunft und seine Karriere habe: "Weder in der Nationalmannschaft, noch bei Bayern. Ich habe mir nichts bewusst zu Schulden kommen lassen".

Er hoffe, dass die Diskussion um private Probleme und Verletzungen bald ein Ende haben werde, ergänzte Ribery - und bedankte sich ausdrücklich bei bei den Bayern: 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"So einen Klub hatte ich noch nie. Auch Bayern München ist für mich eine Familie, die mich auffängt."

"Der Leidtragende ist unser Spieler"

Geht es nach Uli Hoeneß, gibt es dafür aber überhaupt keinen Grund. "Wir brauchen ihn nicht aufzufangen. Wir haben ihn ja auch nie fallen gelassen", sagte er.

Die Schuldfrage stellt sich für den Bayern-Präsident ohnehin anders, als für die französische Justiz:

"Der Leidtragende ist leider unser Spieler Franck Ribery. Ich finde die ganze Angelegenheit lächerlich, wir können die Hetzkampagne nicht verstehen."

Hoeneß: Ribery noch motivierter

Auch Christian Nerlinger will von dem Thema gar nichts mehr wissen. "In Frankreich wird das hochgehängt. Aber wir sind sehr gelassen und glauben, dass die Sache bald abgehakt ist", sagte er.

"Löwe" Hoeneß brüllte noch mal hinterher. Er sei sich sicher, dass diese Geschichte dazu führen wird, "dass Franck noch motivierter in die neue Saison geht und wir noch mehr Spaß an ihm haben."

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