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Michael Ballach (Mi.) spielte schon von 1999 bis 2002 für Bayer © getty

Völler und Heynckes ergreifen Partei für Bayers neuen Superstar. Die Kritik an Ballack ist für Leverkusens Macher unverständlich.

Von Tobias Hlusiak

München - "Michael Ballack wird bei uns noch stärker spielen als beim FC Chelsea!" - Starke Worte von Jupp Heynckes.

Bayer Leverkusens Trainer ist von seinem neuen Führungsspieler absolut überzeugt. Dass Ballack woanders Zweifel hinsichtlich seines Leistungsvermögens hervorruft, erregt beim Werksklub dagegen immer noch die Gemüter. 29125(DIASHOW: Ballacks Karriere)

"Es ist doch Quatsch, dass ein Spieler, der vor der WM als Einziger seiner Mannschaft Weltklasse-Niveau hatte, zwei Monate danach für die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr gut genug sein soll", wettert Rudi Völler im "kicker".

Und weiter: "Die Nationalmannschaft braucht Ballack!"

Auch Heynckes versteht es nicht

Bayers Sportdirektor nervt, dass Ballacks Nutzen für die Nationalmannschaft öffentlich nach wie vor in Frage gestellt wird.

Ähnlich sieht es Jupp Heynckes: "Michael war bis zur Weltmeisterschaft der Führungsspieler der Nationalelf", erläutert Bayers Trainer. "Kein anderer deutscher Spieler erreichte die Weltklasse, die er verkörpert. Darum ist es doch Wahnsinn, Ballack überhaupt in Frage zu stellen."

Und auch Völler sieht die aktuelle Debatte als "völlig unnötig" an. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

WM-Aus nach Sprunggelenksverletzung

"Michaels schwere Verletzung und sein WM-Ausfall bedeuteten zunächst ja geradezu ein nationales Unglück. Da kann es doch nicht sein, dass er jetzt plötzlich einen ganz anderen Stellenwert hat und darüber diskutiert wird, ob die Nationalelf ihn überhaupt braucht", meint Heynckes.

Ballack hatte die Endrunde in Südafrika nach einem Foul von Kevin-Prince Boateng im FA-Cup-Finale am 15. Mai verpasst.

Seitdem schuftet der Ex-Münchner in der Reha für eine schnelle Genesung des lädierten Sprunggelenks. "Da werden sich einige noch wundern", stellt Heynckes klar. Auch im Hinblick auf Ballacks Stellenwert für die Nationalmannschaft.

Völler vermisst Respekt

Völler vermisst vor allem den Respekt vor der "Führungsfigur Michael Ballack".

Der Sportdirektor hätte in diesem Zusammenhang offenbar auch ein Eingreifen von Bundestrainer Joachim Löw erwartet. Insbesondere, nachdem Bayerns Philipp Lahm mit seinen Aussagen den Kampf um das Kapitänsamt in der Nationalelf eröffnet hatte. (SERVICE: Sommerfahrplan Leverkusen)

"Vielleicht hat sich Jogi von der Diskussion ein wenig anstecken lassen", so Völler.

Freude über Schweinsteiger

Dass sich immerhin Bastian Schweinsteiger auf die Seite des "Capitanos" geschlagen hat, erfreut die Leverkusener Verantwortlichen indes.

"Bastian ist auch als Person sehr gereift, und hat klar gesagt: Ballack ist nach wie vor der Kapitän der Nationalmannschaft", stellt Heynckes heraus.

"Das ist eine starke Aussage gegen die derzeit veröffentlichte Meinung."

Rolfes bleibt Kapitän

Bei Bayer wird die Frage nach einer Neuvergabe der Kapitänsbinde gar nicht erst gestellt - trotz Ballack.

Obwohl er fast die komplette vergangene Saison verletzt aussetzen musste, bleibt Simon Rolfes Spielführer.

Ballack wird auch so eine tragende Rolle zugeschanzt. Heynckes will in ihm wieder die Torgefährlichkeit wecken, die ihn Anfang des Jahrtausends zu einem der treffsichersten Mittelfeldspieler Europas gemacht hatte.

Fit schon gegen Dortmund?

Ob Ballack das schon beim Saisonstart in Dortmund am 22. August unter Beweis stellen kann, ist unklar.

"Wir drängen ihn nicht. Michael wird im Trainingslager viel im Kraftaufbau und im läuferischen Bereich arbeiten", verrät Heynckes. Eines aber ist klar: "Michael wird erst dann wieder spielen, wenn er 100-prozentig fit ist."

Mit Ballack soll' dann auch weniger Unentschieden geben als zuletzt 14. "Da müssen wir einen Killerinstinkt entwickeln", so der Trainer. "Auch dabei wird uns Michael Ballack enorm helfen."

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