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Nach 18 Jahren verabschiedet er sich von den "Königlichen" und das auf seine typische Art: bodenständig und emotional
Nach 25 Jahren ist Schluss bei den Königlichen: Reals Stürmer Raul © imago

Der Stürmer verabschiedet sich tränenreich aus Madrid, bleibt hinsichtlich eines Wechsels in die Bundesliga aber wortkarg.

Madrid - Felix Magath feierte seinen 57. Geburtstag ausgelassen im Kreise seiner Familie in München - auf das perfekte Geschenk wartete er am Montag vergeblich.

Der von Schalke 04 heftig umworbene Weltstar Raul verkündete zwar unter Tränen seinen Abschied von Real Madrid, über den von vielen Medien als perfekt bezeichneten Wechsel zum deutschen Vizemeister verlor er aber nicht ein konkretes Wort.

"Das ist nicht der Moment, über meine Zukunft zu sprechen", sagte der 33 Jahre alte Stürmerstar im Estadio Bernabeu, wo er in den vergangenen 18 Jahren Legendenstatus erreicht hatte:

"Heute bin ich noch in Madrid. Über alles andere können wir ja auch noch morgen sprechen."

Zukunft in Deutschland oder England

Immerhin gab Raul einen versteckten Hinweis darauf, wo er in Zukunft spielen wird - beim Thema Schalke lächelte er, hob danach beide Arme und sprach von einem "sehr interessanten Angebot".

Er habe mit den Königsblauen "sehr intensive Gespräche geführt". Allerdings habe er auch noch einige andere Optionen, entschieden sei aber "noch nichts".

Seine Zukunft werde jedoch "in Deutschland oder England" liegen. (Alle internationalen News)

Schalker Homepage bricht zusammen

Dann faltete Raul Gonzalez Blanco seinen Spickzettel zusammen und verließ den Presseraum - und Schalke 04 hängt weiter in der Luft.

So sehnsüchtig erwarten die Königsblauen den wahrscheinlich größten Transfer der Klubgeschichte, dass während Rauls Äußerungen die Internetseite der Schalker zusammenbrach.

Alle hatten auf Rauls Ja-Wort gehofft, doch das Warten nahm kein Ende. Statt zu verkünden, wessen Trikot er künftig tragen wird, bedankte sich Raul.

Überall, minutenlang. Beim Präsidenten, beim Verein, bei den Fans, am Ende sogar bei der Presse.

Tränen in den Augen

"Ich danke für alles, für eine wundervolle Zeit, für fantastische Jahre", sagte der Rekordtorschütze der spanischen Nationalmannschaft und wischte sich Tränen aus den Augen.

Die Entscheidung über seine Zukunft legte er auch in die Hände seiner Ehefrau Mamen Sanz und der fünf Kinder: "Ich muss mich jetzt erst mit meiner Familie besprechen." Kurz zuvor hatte Real-Präsident Florentino Perez einige Abschiedsworte gesprochen.

"Raul hat die Legende von Real Madrid maßgeblich mitgeschrieben", sagte der Bauunternehmer und ergänzte: "Er ist eines der größten Symbole dieses Klubs."

Perez verglich den Stürmerstar anschließend mit der Real-Ikone Alfredo di Stefano.

Raul stürmisch gefeiert

Raul selbst konnte die Tränen nach 18 Jahren bei Real und 228 Toren in 550 Ligaspielen für die Königlichen nicht zurückhalten.

"Die Presse, der Präsident, der gesamte Verein werden mir in bester Erinnerung bleiben. Madrid wird immer mein Zuhause bleiben", sagte Raul, der um 13.18 Uhr im grauen Anzug mit weißem Hemd an das Pult getreten war.

Nach seiner Rede, die er vor den auf Hochglanz polierten Pokalen der Madrilenen hielt, wurde Raul im Bernabeu-Stadion von etwa 500 Fans noch einmal stürmisch gefeiert. Bei den "Königlichen" bleibt Raul eine Legende - für die Königsblauen soll er zum Erlöser werden.

"Kapitän für die Ewigkeit"

Die Schalker Fans wünschen sich von Raul nichts sehnlicher als endlich den ersten Meistertitel seit 1958.

Der Spanier soll auf Schalke einen Zweijahresvertrag bekommen und fünf Millionen Euro per annum verdienen.

Real Madrid und große Teile Spaniens trauern ihrer Identifikationsfigur hinterher. "Ernennt ihn zum Kapitän für die Ewigkeit", forderte die spanische Sporttageszeitung "Marca" in einer riesengroßen Schlagzeile.

Die Zeitung "As" schrieb von "Raul Madrid". Real-Manager Emilio Butragueno erklärte, Raul sei "Teil der Geschichte, Teil des Wappens von Real Madrid". Und künftig vielleicht auch von Schalke 04.

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