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Ruud van Nistelrooy erzielte in der Rückrunde fünf Tore für Hamburg © getty

Nach verkorkster Vorsaison will der Niederländer mit dem HSV noch einmal oben angreifen - und lobt Veh über den grünen Klee.

Hamburg/Längenfeld - Für seinen letzten Frühling pumpt Ruud van Nistelrooy im Trainingslager des Hamburger SV zuweilen wie ein Maikäfer.

Ob Sprintübungen oder Ausdauereinheiten - trotz seiner inzwischen 34 Jahre schaltet der Stürmerstar im österreichischen Längenfeld nie einen Gang zurück.

"Wir sind in der Pflicht, den HSV wieder dahin zurückzubringen, wo er hingehört. Aber was bringt das Gerede? Das ist doch alles blablabla", sagt der Routinier 209112(Die Bundesliga-Wechselbörse).

Knapp vier Wochen vor dem Saisonstart redet er Klartext: "Wir müssen unsere Schuhe anziehen und es jede Woche auf dem Platz beweisen."

"Veh wie Ferguson"

Der Frust über die verkorkste vergangene Saison scheint bei dem Niederländer neue Kräfte freigesetzt zu haben.

Der siebte Platz in der Bundesliga, das Aus im Halbfinale der Europa League, das frühe Scheitern im DFB-Pokal und die verpasste WM - alles abgehakt.

Die Attraktion der Hamburger bläst zur Attacke.

"Wir sind sehr gut besetzt und haben jetzt die optimalen Voraussetzungen, um eine gute Saison zu spielen", sagt van Nistelrooy und ist besonders über den neuen Trainer Armin Veh voll des Lobes.

"Er erinnert mich an Sir Alex Ferguson", sagt der Torjäger und vergleicht seinen Coach gar mit dem nimmermüden und unaufhaltsam Titel sammelnden Teammanager seines ehemaligen Klubs Manchester United.

Hohe Meinung von "Titelsammler" Veh

"Veh beobachtet viel und sieht vieles. Auf dem Platz lässt er seine Assistenten viel Arbeit machen. Er ist offen und hat eine klare Ansprache. Man spürt seine große Erfahrung, er bringt Ruhe rein. Er weiß, wie man Titel holt."

Eine derart hohe Meinung schien van Nistelrooy von Hamburgs Ex-Trainer Bruno Labbadia, der in der Endphase der vergangenen Saison entlassen worden war, zuletzt nicht mehr zu haben.

Als "Van the Man" im vergangenen Januar von Real Madrid in die Hansestadt kam, waren die beiden noch ein Herz und eine Seele.

Dann wurden die Gräben zwischen Coach und Mannschaft immer tiefer.

"Kann wieder richtiger Stürmer sein"

Auch van Nistelrooy schien mit den ihm zugewiesenen Defensivaufgaben alles andere als glücklich.

"In der vergangenen Saison war es schwierig. Es herrschte viel Unruhe. Das ist kein Brennstoff für Erfolg. Irgendwie war das alles nicht mehr zu drehen", sagt van Nistelrooy diplomatisch.

Eine Flucht und ein erneuter Vereinswechsel waren für den Angreifer jedoch nie eine Alternative.

"Ich habe es nie bereut, zum HSV zu kommen. Auch wenn es Momente gab, in denen ich mich schon gefragt habe, wo ich da hineingeraten bin", erklärt der Torjäger und fügt erleichtert hinzu: "Jetzt kann ich wieder richtiger Stürmer sein."

"Van the Man" als einzige Spitze

In Vehs System scheint er als einzige Spitze vorgesehen.

Die Sturmkonkurrenten Mladen Petric oder Paolo Guerrero sollen wohl aus der zweiten Reihe Druck auf die Gegner ausüben.

In der vergangenen Saison traf van Nistelrooy in elf Ligaeinsätzen fünfmal. In dieser Spielzeit soll die Quote weiter gesteigert werden.

"Ich fühle mich richtig gut", sagt van Nistelrooy, der in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen geplagt worden war. Dies ist nun anders.

"Es ist meine erste richtige Vorbereitung seit zwei Jahren - und vielleicht die härteste meines Lebens. Zu Beginn musste ich richtig beißen. Jetzt bekomme ich von Tag zu Tag mehr Kraft", sagt der Stürmerstar.

Am Saisonende Schluss?

Sollte es weiter bergauf gehen, muss am Saisonende noch nicht Schluss sein.

"Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht kommt der Moment, in dem ich sage: Es reicht. Vielleicht kommt er aber auch noch lange nicht.

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