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Eren Derdiyok erzielte in 33 Spielen für Leverkusen elf Tore © imago

Der Leverkusener soll einen Nachtclub-Besucher schwer verletzt haben. Siegenthaler gerät wegen seiner zwei Jobs unter Druck.

München - Die Staatsanwaltschaft Zürich hat gegen Eren Derdiyok von Bayer Leverkusen eine Untersuchung wegen des Verdachts der schweren Körperletzung eingeleitet. Das bestätigte Staatsanwalt Manuel Kehrli.

Der Schweizer Nationalspieler soll im vergangenen Jahr in einem Züricher Nachtclub einem anderen Besucher mit einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben.

Der Mann erlitt eine schwere Verletzung am linken Auge.

Derdiyok, der zum Zeitpunkt des Vorfalls noch beim FC Basel unter Vertrag stand, drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahren Haft.

SPORT1 fasst die weiteren News aus der Bundesliga zusammen:

Siegenthaler muss zwischen HSV und DFB entscheiden

Urs Siegenthaler soll seinen neuen Job als Sportdirektor des -Bundesligisten Hamburger SV am kommenden Montag antreten (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Mittlerweile wächst aber die Kritik an einer möglichen Doppelbeschäftigung des Schweizers, der auch Chefscout im Team von Bundestrainer Joachim Löw bei der Nationalmannschaft bleiben soll.

"Eine Doppelbeschäftigung von Urs Siegenthaler wäre der Liga schwer zu vermitteln", kritisierte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball in der "Sport Bild".

Der Dortmunder möchte das Thema auf der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 30. Juli ansprechen.

Er erhält dabei Unterstützung von Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Die Liga ist klar der Meinung: Entweder arbeitet Siegenthaler für den DFB oder für den HSV."

Auch der DFB stellt Siegenthaler vor die Alternative Verband oder Klub.

"Doppelfunktion wird nicht möglich sein"

"Eine Doppelfunktion wird nicht möglich sein. Es läuft darauf hinaus, dass er sich für den DFB oder den HSV entscheiden muss", erklärte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Löw hatte bei seiner Vertragsverlängerung bis 2012 deutlich gemacht, dass er gerne mit Siegenthaler weiterarbeiten möchte.

Der Eidgenosse soll beim HSV eine Art sportlicher Chefdenker werden, der das gesamte Konzept des Vereins von der Profitruppe bis hinunter zu den Jugendteams koordiniert.

Für die Alltagsarbeit als Manager wurde der Ex-Profi Sebastian Reinhardt verpflichtet, der auch den satzungsgemäß vorgeschriebenen Sitz im Vorstand innehat.

Ibisevic kritisiert Teamkollegen

Nach dem schwachen Abschneiden in der vergangenen Saison hat Stürmer Vedad Ibisevic von 1899 Hoffenheim den fehlenden Realitätssinn seiner Teamkollegen angeprangert.

"Hier wurde zu viel geträumt. Plötzlich wurde von einigen sogar das Wort Meisterschaft in den Mund genommen. Völlig unrealistisch", sagte Ibisevic der "Sport Bild" und kritisierte:

"Nach den ersten Misserfolgen war jeder nur mit sich selbst beschäftigt. Wir waren keine Mannschaft mehr."

Die Hoffenheimer wurden in der vergangenen Runde nur Elfter, nachdem sie in der Saison 2008/09 Herbstmeister geworden waren.

Kurz glaubt nicht an neues Meister-Wunder

Trainer Marco Kurz von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern glaubt nicht an eine Wiederholung des Pfälzer Wunders von 1998.

Damals waren die Roten Teufel im ersten Jahr nach ihrer Bundesliga-Rückkehr sensationell deutscher Meister geworden.

"Das, was damals passierte, ist eine schöne Episode in der Geschichte des Klubs. Aber das waren andere Vorzeichen. An die Meisterschaft verschwendet keiner einen Gedanken", sagte Kurz der Tageszeitung "Die Welt" und nannte sein Saisonziel:

"Wir denken nur daran, die Klasse zu halten."

Butscher bleibt Freiburg-Kapitän

Abwehrspieler Heiko Butscher bleibt auch in der neuen Saison Kapitän des SC Freiburg. Zum Stellvertreter des 30-Jährigen wählten die SC-Profis Defensivspezialist Oliver Barth.

Im Mannschaftsrat befinden sich außerdem Pavel Krmas, Ivica Banovic und Julian Schuster. 209112(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Die Breisgauer hatten am Dienstagabend ihr erstes Testspiel während des Trainingslagers im österreichischen Schruns gewonnen.

Das Team von Trainer Robin Dutt setzte sich gegen den Schweizer Erstligisten FC Wil mit 3:0 (0:0) durch. Erst nach der Pause sorgten Treffer von Jan Rosenthal (61.), Daniel Williams (78.) und Papiss Cisse (88.) für den klaren Sieg (SERVICE: Sommerfahrpläne).

Muslimische Profis dürfen Fasten brechen

Muslimische Fußballprofis in Deutschland dürfen das Fastengebot im Ramadan brechen.

Nachdem es in der vergangenen Saison vor allen Dingen beim Zweitligisten FSV Frankfurt Ärger über die Interpretation des Gebots gegeben hatte, legten jetzt die Al-Azhar, eine der führenden Autoritäten des Islams, und der Europäischen Fetwa-Rat (ECFR) ein entsprechendes Gutachten vor.

Dessen Erstellung hatten der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), die Deutsche Fußball Liga (DFL), der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der FSV Frankfurt nach einem Treffen beschlossen.

"Den Vereinen, wie auch den Spielern, ist damit sowohl im arbeitsrechtlichen wie im theologisch rechtlichen Sinne Rechtssicherheit verschafft worden", sagten DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek unisono.

Die Irritationen waren entstanden, weil der FSV Frankfurt in der zurückliegenden Runde die Profis Soumaila Coulibaly, Pa Saikou Kujabi und Oualid Mokhtari abgemahnt hatte.

Der Grund: Das Trio hatte während des Ramadans gefastet und den Klub darüber nicht informiert.

Regelung gilt nicht für Amateure

Die Gelehrten der Al-Azhar kamen jetzt zu dem Schluss: Der Arbeitsvertrag zwischen dem Spieler und dem Verein zwinge den Profi zu einer bestimmten Leistung.

"Und wenn diese Arbeit, laut Vertrag, seine einzige Einkommensquelle ist und wenn er im Monat Ramadan die Fußballspiele bestreiten muss und das Fasten Einfluss auf seine Leistung hat, dann darf er das Fasten brechen."

Ausgenommen davon sind Amateure. Auch FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig ist froh über die Klärung.

"Wir begrüßen sehr, dass nun eine Regelung gefunden wurde, welche gestattet, dass Spieler professionell ihrer hochleistungssportlichen Arbeit nachgehen können und dabei vollumfänglich ihren Glauben leben dürfen", sagte Reisig.

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