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Daniel van Buyten (l.) kam 2006 vom Hamburger SV zum FC Bayern München © imago

Mario Gomez könnte in München für Edin Dzeko weichen müssen. Doch Daniel van Buyten empfiehlt dem Teamkollegen zu kämpfen.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - Es wäre ein spektakulärer Tausch:

Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko könnte vom VfL Wolfsburg zum FC Bayern gehen, die Münchner würden dafür laut "kicker" Anatoliy Tymoshchuk und Mario Gomez ziehen lassen. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Das sind reine Gedankenspiele", teilte ein Wolfsburger Sprecher zwar der "dpa" mit. Das Machtwort von VfL-Manager Dieter Hoeneß, der einen Wechsel Dzekos zuletzt ausgeschlossen hatte, habe "keine räumliche oder zeitliche Einschränkung".

Aber nicht nur an den Wolfsburgern könnte das Geschäft ja scheitern. Auch die anderen Beteiligten müssen mitspielen.

Zumindest im Fall von Mario Gomez ist das fraglich. Der Stürmer hatte zuletzt stets angekündigt, nach der WM in München Himmel und Erde für einen Stammplatz in Bewegung setzen zu wollen.

Sonderschichten im Urlaub

Im Urlaub hat er sich sogar mit einem eigenen Fitnesstrainer in Form gehalten.

Kampfloses Aufstecken ausgeschlossen.

Zu rackern und sich zeigen, dazu rät dem Stürmer auch Mannschaftskollege Daniel van Buyten.

"Man muss versuchen, die Ärmel hochzukrempeln, an die Arbeit zu gehen. Es ist wichtig, dass Mario jetzt nicht aufgibt", erklärte der Belgier auf SPORT1-Nachfrage.

"Ich habe nie aufgegeben"

Und er beschrieb am Donnerstagmorgen an der Säbener Straße auch, was es heißt, sich dem harten Konkurrenzkampf in München zu stellen.

Er selbst hat ja darin reichlich Erfahrung, hat lange die schwierige und undankbare Rolle des Ergänzungsspielers übernommen. Jetzt ist van Buyten aber Abwehrchef der Roten

"Ich habe damals nie aufgegeben", berichtet er rückblickend. Man meint dabei fast das Kämpferherz des Wrestler-Sohns laut schlagen zu hören:

"Ich habe hier unterschrieben, weil ich glücklich war bei solch einem Verein spielen zu können."

Van Buyten: Keine Stammplatzgarantie

Rasch die Pferde zu wechseln nach einem schwierigen ersten Jahr in München, das soll aus van Buytens Sicht für Gomez nicht der (Aus-)Weg sein. Schließlich könnte der 30-Millionen-Euro-Einkauf "den Platz schnell zurückerkämpfen".

Beim FC Bayern, ist der Abwehr-Hüne überzeugt, habe keiner eine Garantie auf einen Stammplatz. Und noch wichtiger:

"Mario hat ein großes Potenzial, der Trainer weiß das auch."

Vier Stürmer, ein Arbeitsplatz

Letztlich wird Louis van Gaal wieder aus seinem großen Stürmerangebot zwischen Ivica Olic, Miroslav Klose, Thomas Müller und Mario Gomez auswählen müssen. Das Problem: Im Sturmzentrum ist nur ein Arbeitsplatz zu vergeben.

Nur nicht grübeln, empfiehlt van Buyten.

"Als Profi und Topspieler musst du das zur Seite legen, auch wenn es manchmal schwierig wird. Aber es muss ja nicht zehn Jahre so bleiben."

Konkurrenzkampf in der Abwehr

Gomez selbst gab sich bereits vor der WM im SPORT1-Interview kämpferisch zum Thema und sagte: "Ich werde wieder voll angreifen und versuchen, zur neuen Saison meinen Platz zurückzuerobern."

Sein Teamkollege in der Abwehr stellt sich indes selbst auf den Positionskampf in der Abwehr ein.

Ehe er zum Vormittagstraining mit den Kollegen eilt, versucht er sogar dem beständigen Hakeln um die beiden Positionen in der Innenverteidigung etwas Positives abzugewinnen.

Die Konkurrenz beim FC Bayern pushe letztlich das ganze Team. "Jeder braucht das, um sich zu verbessern."

Testspiel oder Nachwuchs?

Und nicht jedes Trainer-Wort sieht der Belgier als in Stein gemeißelt an. Aktuell kämpft er mit Martin Demichelis um die Position auf der rechten Innenverteidigerposition, da van Gaal einen Linksfuß (Holger Badstuber) als Nebenmann bevorzugt.

"Van Gaals Vorstellung ist so, aber der Trainer schaut auch, was das Beste für die Mannschaft ist."

Ob van Buyten beim LIGA-total!-Cup am Wochenende wieder vorspielen wird, ist noch offen. Ehefrau Celine steht in diesen Tagen kurz vor der Entbindung, der 32-Jährige könnte also im Falle eines Falles in München bleiben.

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