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Laut Klaus Fischer das ideale Schalker Stürmerpaar: Jefferson Farfan (l.) und Raul © getty

Felix Magath kündigt nach Rauls Verpflichtung eine Abkehr vom bewährten System an. Klaus Fischer verrät bei SPORT1 seine Vorstellungen.

Von Rainer Nachtwey

München/Gelsenkirchen - Gehofft hatten sie alle, aber so richtig überzeugt waren die Schalker Fans erst, als er wirklich in der Arena stand, das Trikot in den Händen und in die 268574Objektive der Fotografenschar lachte:

Raul.

Der spanische Weltstar, beim wohl berühmtesten Fußballklub der Welt Real Madrid vor wenigen Tagen verabschiedet, spielt in den kommenden zwei Jahren für "Königsblau".

"Ich habe es erst gar nicht geglaubt, aber jetzt ist es so. Jetzt ist er da", sagt der Schalker Held Klaus Fischer bei SPORT1 und gibt sich euphorisiert - wie die gesamte Region.

"Die Freude ist riesig, das zeigen ja allein die 50.000 vorbestellten Raul-Trikots."

Neuer Spielstil mit Raul

Und nicht nur der prominente Neuzugang, auch die Spielweise der Schalker - in der letzten Saison mehr Ergebnisfußball denn Offensivfeuerwerk - soll die Anhänger erfreuen.

Für Raul will Felix Magath seinen Spielstil umstellen. "Ich denke schon länger über unser Spielsystem nach. Wir werden auf jeden Fall anders spielen als in der Vorsaison", kündigt der Trainer an.

Spiel über die Halbpositionen

Der Systemwechsel muss laut Fischer auch erfolgen. "Kuranyi brauchte Flanken von links und von rechts, um Tore zu machen. Kuranyi ist jetzt nicht mehr da", sagt er.

Der Ball müsse zwar auch über die Außen nach vorne gebracht werden, "aber wir haben jetzt Stürmer, die in die Halbpositionen gehen. Da müssen sie frei gespielt werden, dorthin werden sie sich bewegen".

Was so viel heißt wie: "Nicht mehr auf Flanken warten, sondern in spielerischer Form nach vorne durchkommen."

Raul und Farfan: Das passt

Fischer hat bereits ein System im Kopf, das er bei der WM bewundert hat. "So wie Uruguay mit Forlan und Suarez gespielt hat, wäre sicher gut. Das sind auch keine kopfballstarken Stürmer."

Während sich Fischer Jefferson Farfan sehr gut neben Raul vorstellen kann - "Das wären zwei Stürmer, die schnell, die beweglich sind" - sucht Magath einen, der neben Raul die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Zehn Millionen Euro für Hoarau

Den scheint Magath bereits ausgemacht zu haben.

Wie die französische Sporttageszeitung "L'Equipe" berichtet, hat Schalke seine Bemühungen um den französischen Stürmer Guillaume Hoarau nach der Vorstellung Rauls intensiviert.

Von einem konkreten Angebot über zehn Millionen Euro an Paris St. Germain schreibt das Blatt.

Der 1,95-Meter-Riese Hoarau steht bei PSG noch drei Jahre unter Vertrag, zeigt sich aber wechselwillig, sollte ein Champions-League-Teilnehmer anklopfen (SERVICE: Sommerfahrpläne).

Ein Mittelfeldspieler und ein Verteidiger

Dass es sich um Hoarau handelt, wenn Magath von einem Stürmer spricht, der "ganz oben auf unserer Wunschliste" steht, lässt der Coach offen. "An Spekulationen um Namen beteilige ich mich nicht", sagt er.

Auf jeden Fall "benötigt Raul für sein Spiel natürlich auch die richtigen Helfer" und die will ihm Magath zur Seite stellen. Ein Mittelfeldspieler und ein Verteidiger stehen noch auf der Schalker Einkaufsliste 209112(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse).

Neuer Tatendrang bei Raul

Laut Fischer benötigt Raul die Helfer auch. "Es wird keine leichte Herausforderung, denn schwach ist die Bundesliga sicher nicht", sagt er.

Allerdings ist der ehemalige Nationalspieler überzeugt, dass die "neue Herausforderung" Raul anstacheln wird, denn da "tut man vielleicht mehr, wie bei einem Verein, bei dem man lange gespielt hat".

Sehnsucht bei Fischer

Zudem erwartet er keine Anpassungsprobleme an Gelsenkirchen und in der Mannschaft.

"Er wird merken, welche Euphorie ihm entgegenströmt. Es scheint, dass er mit den Füßen auf dem Boden geblieben ist, und deshalb passt er hierher."

Man müsse ihm Zeit zur Eingewöhnung zustehen, aber die wird er auch bekommen, ist sich Fischer sicher, und geht mit viel Vorfreude in das Kapitel Schalke Raul: "Ich warte schon sehnsüchtig auf seine ersten Einsätze."

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