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Dieter Hecking ist seit Dezember 2009 Trainer des FCN © getty

Dieter Hecking erklärt im zweiten Teilder SPORT1-Vorschau-Serie, warum der Club stärker ist als in der vergangenen Spielzeit.

Von Nikolai Kube

München - 16 Abgänge, zwölf Zugänge.

Dieter Hecking muss in Nürnberg eine fast komplett neue Mannschaft formen.

Der Klassenerhalt wurde in der vergangenen Saison erst in der Relegation gegen den FC Augsburg realisiert.

Trotzdem versprüht der Trainer im Gespräch mit SPORT1 Zuversicht.

Neben einigen erfahrenen Spielern arbeitet der ehemalige 96-Coach am neuentfachten Nürnberger Jugendstil.

Im zweiten Teil der SPORT1-Interviewserie vor dem Bundesligastart erklärt Hecking, warum er mit einem guten Gefühl in die neue Saison geht und beleuchtet die Qualitäten seiner Neuzugänge (SOMMERFAHRPLAN: Nürnberg).

SPORT1: Herr Hecking, vergangene Saison mussten Sie mit dem 1. FC Nürnberg bis zum Schluss um den Klassenerhalt bangen, erst das Relegationsspiel gegen Augsburg brachte die Erlösung. Müssen die Club-Fans dieses Jahr wieder zittern?

Dieter Hecking: In der letzten Saison wurde es am Ende richtig eng. Dass wir diese Situation dennoch gelöst haben, war eine enorm wichtige Erfahrung für meine junge Mannschaft. Daher bin ich optimistisch.

SPORT1: Was konkret hat Ihr Team aus der Vorsaison gelernt?

Hecking: Die Jungs haben einem immensen Druck standgehalten. Es war wie eine Achterbahnfahrt: Eigentlich waren wir schon gerettet, doch dann haben wir drei oder vier Niederlagen hinnehmen müssen. Am letzten Spieltag gegen Köln wären wir beinahe direkt abgestiegen. Aber wir haben Nervenstärke bewiesen. Das gibt uns neues Selbstvertrauen.

SPORT1: Hat der Club also von Beginn an nichts mit dem Abstieg zu tun?

Hecking: Es werden wieder sechs bis sieben Mannschaften um den Klassenerhalt kämpfen - und da werden wohl auch wir wieder dazugehören.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern und FC St. Pauli ein?

Hecking: Es ist ein enormer Unterschied zwischen der Ersten und der Zweiten Bundesliga. Mit Euphorie und Begeisterung kann man diese Differenz zwar ein Stück weit wettmachen. Aber es ist auch eine gewisse Qualität erforderlich, um die Klasse zu halten. Kaiserslautern und St. Pauli haben einen großen Pluspunkt: Sie haben tolle Fans im Rücken.

SPORT1: Mit Andreas Ottl hat Nürnberg einen wichtigen Mann verloren. Haben Sie noch Hoffnung, dass er sich das mit den Bayern vielleicht doch noch einmal anders überlegt?

Hecking: Nein, diese Personalie ist abgeschlossen. Wir haben uns lange um ihn bemüht. Er hat klar gesagt, dass er seine Chance bei den Bayern suchen will. Auch wenn es in München in den letzten Wochen einige Aussagen von Verantwortlichen gab, die nicht dafür sprechen, dass er es schaffen wird.

SPORT1: Kann Neuzugang Timmy Simons in Ottls Fußstapfen treten?

Hecking: Mit ihm haben wir einen starken Mann dazubekommen. Er hat ein ähnliches Niveau wie Ottl 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

SPORT1: Ist auch der von Leverkusen ausgeliehene Jens Hegeler eine Option auf der "Sechser"-Position?

Hecking: Es kommt ja nicht von ungefähr, dass Jupp Heynckes ihn eigentlich nicht gehen lassen wollte. Durch Jens wird der Konkurrenzkampf auf dieser Position erhöht. Er hat sicher gute Chancen, einen Stammplatz zu ergattern.

SPORT1: Wo genau liegen seine Qualitäten?

Hecking: Er ist ein sehr spielintelligenter und kopfballstarker Spieler mit einer guten Antizipation.

SPORT1: Werfen wir einen Blick auf die Innenverteidigung. Trauern Sie Breno eigentlich gelegentlich noch nach?

Hecking: Breno war ein absoluter Ausnahmespieler, er hat nur ein paar Spiele gebraucht, um überall akzeptiert zu werden.

SPORT1: Kann Per Nilsson, der aus Hoffenheim geholt wurde, Breno ersetzen und die Abwehr stabilisieren?

Hecking: Per Nilsson hat bei 1899 wenig gespielt. Nun muss er sich gegen Andreas Wolf und Dominic Maroh durchsetzen. Das Leistungsprinzip gilt! Doch er hat seine Qualitäten, vor allem im Führen einer Mannschaft.

SPORT1: Werden noch weitere Spieler verpflichtet?

Hecking: Die Kaderplanung ist abgeschlossen. Wir haben sowieso nicht das Budget, um hektisch auf dem Transfermarkt zu agieren. Trotzdem haben wir gut gearbeitet.

SPORT1: Ilkay Gündogan wird also auch in Nürnberg bleiben?

Hecking: Er wird diese Saison zu 100 Prozent in Nürnberg spielen.

SPORT1: Was macht ihn so wichtig für Ihr Team?

Hecking: Wenn sogar die Topvereine Begehrlichkeiten entwickeln, ist er natürlich auch für den Club ein enorm wichtiger Mann. Er ist ein kompletter Spieler, er ist schnell, spielt tolle Pässe in der Offensive. Nur etwas mehr Torgefahr könnte er noch entwickeln. Aber man muss bedenken, dass er erst 19 Jahre alt ist und mitten im Abitur steckt.

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