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Es sollte wohl eine nette Überraschung sein für Gerald Asamoah: Nachdem der Fußballer des FC St. Pauli auf dem Kiez den Geburtstag von Team-Kollege Max Kruse feiert, nimmt der 33-Jährige im März 2011 noch zwei befreundete Frauen mit nach Hause. Was Asamoah aber offenbar nicht weiß: Im Schlafzimmer wartet bereits Gattin Linda auf ihn
Gerald Asamoah begann seine Karriere bei Hannover 96 © getty

Im dritten Teil der SPORT1-Serie spricht Gerald Asamoah über seine Verletzung und die Unterschiede zwischen Schalke und St. Pauli.

Von Christian Stüwe

München/Hamburg - Elf Jahre spielte Gerald Asamoah bei Schalke 04, nun hat für den ehemaligen Nationalspieler ein neues Kapitel begonnen.

Im Juni unterschrieb der 31 Jahre alte gebürtige Ghanaer bei Aufsteiger St. Pauli.

Die Vorbereitung verlief bestens für "Asa" - doch beim Vorbereitungsturnier in Göttingen verletzte er sich schwer. Diagnose: Sehnenteilabriss am Oberschenkel.

Dennoch gibt sich Asamoah kämpferisch. "Ich schaue nach vorne und werde alles dafür tun, bald wieder auf dem Platz zu stehen", sagt er bei SPORT1.

Im dritten Teil der SPORT1-Interview-Serie vor dem Bundesliga-Start spricht Gerald Asamoah über seine Verletzung, die Unterschiede zwischen Schalke und St. Pauli und die Saisonziele beim Kiez-Klub.

SPORT1: Herr Asamoah, Sie haben sich beim Turnier in Göttingen verletzt. Wie geht es Ihnen und wie lange werden Sie ausfallen?

Gerald Asamoah: Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Gerade wenn man den ersten Teil der Vorbereitung so gut mitgezogen ist, nervt eine solche Verletzung natürlich. Aber ich klage nicht. Wie lange ich ausfallen werde, kann ich nicht genau sagen. Wir gucken von Tag zu Tag.

SPORT1: Was bedeutet das für den Saisonstart mit dem Pokalspiel gegen Chemnitz und den 1. Spieltag gegen Freiburg? (SOMMERFAHRPLAN: St. Pauli)

Asamoah: Es ist zu früh, darüber zu spekulieren. Chemnitz ist sicher eher unrealistisch.

SPORT1: Nach knapp einem Monat mit der Mannschaft: Wie ist Ihr Eindruck vom Team?

Asamoah: Sehr gut. Noch können wir nicht sagen, wo wir stehen. Dazu ist es noch zu früh. Aber wir haben eine tolle Truppe, mit der wir viel bewegen können.

SPORT1: Sowohl Schalke wie auch St. Pauli haben besonders leidenschaftliche Fans. Wo sind die größten Unterschiede zwischen den Klubs?

Asamoah: Die einen leben auf Kohle, die anderen auf Wasser. Dazu haben beide Verein unterschiedliche Vereinsfarben. Aber im Ernst: Beide Klubs verkörpern das Familäre, haben ein tolles Publikum. Es ist etwas ganz Besonderes, hier und dort zu spielen. Schalke ist nur ein wenig größer, mehr aber auch nicht.

SPORT1: Mit Schalke spielten Sie um die Meisterschaft, nun ist wohl Abstiegskampf angesagt. Wie stellen Sie sich auf die Situation ein?

Asamoah: Entspannt. Ich denke positiv, ohne naiv zu sein. Wir haben ein Ziel, das heißt Klassenerhalt. Es ist eine tolle Herausforderung für mich. Deshalb bin ich nach Hamburg gekommen.

SPORT1: Oder ist mehr drin für St. Pauli?

Asamoah: Es ist zu früh, darüber zu sprechen. Mit Reden hat noch keiner Spiele gewonnen.

SPORT1: In der vergangenen Saison stand St. Pauli für Spaß und Lockerheit. Denken Sie, dass dies auch in die Bundesliga mitgenommen werden kann? 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Asamoah: Ja, das hoffen wir. Je mehr Spiele wir gewinnen, desto lockerer ist die Stimmung. Das ist normal. Aber wir werden sicher weniger Spiele gewinnen als letzte Saison. Trotzdem sollten wir uns die Lockerheit bewahren, weil sie uns stark macht. Bei dem Charakter dieser Mannschaft mache ich mir da keine Sorgen.

SPORT1: Sie sind einer der Spieler im Kader mit der größten Bundesliga-Erfahrung. Welche Tipps geben Sie den Kollegen?

Asamoah: Wir sind alle Profis, aber man muss mehr aufpassen als bisher. Kleine Fehler werden schneller bestraft. Die Jungs sind aber schon sehr gut über die Bundesliga informiert.

SPORT1: Bei den St.-Pauli-Fans haben sind Sie einen hohen Stellenwert, wie auch auf Schalke scheinen Sie der Publikumsliebling zu sein. Wie kommt es dazu?

Asamoah: Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Das müssten Sie die Fans fragen. Ich gebe mich einfach wie ich bin. Locker, ehrlich und natürlich. Wenn das gut ankommt, freut es mich.

SPORT1: Bei den früheren Bundesliga-Gastspielen hatte St. Pauli stets das Image des etwas anderen Klubs. Denken Sie, dass dieses Image noch aktuell ist?

Asamoah: Jeder freut ich, dass der FC St. Pauli wieder in der Bundesliga ist. Gerade weil der Verein etwas anders ist. Wir sind der Farbklecks in der geradlinigen Welt der Bundesliga.

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