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Schalkes neuer Stürmerstar Raul wechselte 1992 in die Jugend von Real Madrid © getty

Nach dem Raul-Transfer stehen die Schalker Fans Kopf. Doch hält der Spanier das, was er verspricht? Metzelder ist sich sicher.

Von Rainer Nachtwey

München - 13. Februar 2010, Mercedes-Benz Arena in Stuttgart, 75. Spielminute:

Langer Freistoß von David Rozehnal an den Strafraum, David Jarolim verlängert den Ball mit dem Hinterkopf in den Lauf des gerade mal zehn Minuten zuvor eingewechselten Ruud van Nistelrooy.

Der Niederländer nimmt den Ball direkt und zimmert ihn mit links ins lange Eck - 2:1!

Ganze 90 Sekunden später verwertet der 33-Jährige mit einem satten Rechtsschuss seine zweite Möglichkeit. Der HSV gewinnt dank zweier van-Nistelrooy-Tore in dessen ersten Bundesligaspiel mit 3:1. Und die Kritiken, er sei nur ein abgehalfterter Altstar, verstummen.

Weltklasse oder abgehalftert?

Am Ende der Saison bringt es van Nistelrooy auf sieben Treffer in 18 Einsätzen in der Bundesliga und Europa League.

Von einem ähnlichen Einstand träumen nun die Schalker Verantwortlichen und Anhänger bei ihrem neuen Starspieler Raul, der am Mittwoch von Real Madrids Ersatzbank nach Gelsenkirchen gewechselt war. 268574(DIASHOW: Rauls Vorstellung)

Und wie bei van Nistelrooy stellen sich Experten und Anhänger die Frage, ob der Spanier noch der Weltklassestürmer ist, der für Real in 550 Spielen 228 Tore erzielte und in der Nationalmannschaft in 102 Begegnungen 44 Mal einnetzte.

Metzelder widerspricht

Schalkes zweitem Madrider Neuzugang Christoph Metzelder stößt diese Debatte bitter auf. "Spieler wie van Nistelrooy und Raul sind keine abgehalfterten Stars. Diese Diskussion der letzten Wochen stört mich, denn sie wird den Leistungen dieser Spieler nicht gerecht", sagt der Verteidiger.

"Wer glaubt, Raul wäre zu Schalke gewechselt, um seine Karriere in Ruhe ausklingen zu lassen, der irrt gewaltig."

Vor dem Tor ein Killer

Zumal er den Stürmer aus seinen gemeinsamen Zeit bei den "Königlichen" gut kennt und um dessen Vorzüge weiß.

"Raul ist vor dem Tor ein Killer", lobt Metzelder seinen alten und neuen Teamgefährten. "In meinen drei Jahren bei Real war Raul immer einer der fittesten Spieler. Er ist läuferisch sehr stark."

Dennoch müsse man Raul eine Eingewöhnungszeit zugestehen. Schließlich sei Schalke bereits seit fünf Wochen in der Vorbereitung und "es ist schon ein anderer Fußball, der hier gespielt wird".

Wiedersehen mit van Nistelrooy

Eine erste Kostprobe von der Bundesliga-Bühne könnte Raul bereits am Samstag bekommen, wenn Schalke im LIGA Total! Cup am Samstag auf den Hamburger SV trifft. (SERVICE: Sommerfahrpläne)

Ob Raul dort bereits zum Einsatz kommt, ließ Trainer Felix Magath offen. Dort kann er sich dann aber immerhin Bundesliga-Stürmer-Tipps von van Nistelrooy holen.

PSG lehnt Schalkes Angebot ab

Auf seinen neuen Sturmkollegen muss Raul weiterhin warten.

Guillaume Hoarau von Paris St. Germain wird es wohl nicht. Nachdem die "L'Equipe" am Donnerstag von Schalkes 10-Millionen-Euro-Angebot geschrieben hatte, berichtet die französische Sporttageszeitung nun, dass PSG die Schalker Offerte abgelehnt hat. 209112(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Interesse an Gomez

Statt Hoarau taucht ein neuer Name auf: Mario Gomez.

Laut Informationen der "Bild" soll sich Magath sehr für den Nationalspieler des FC Bayern interessieren, den er aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart kennt.

Für 20 Millionen Euro - die Münchner hatten im Vorjahr noch 35 Millionen für Gomez gezahlt - sei der Stürmer angeblich zu haben.

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