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Khedira schoss in 98 Bundesliga-Spielen 14 Tore für den VfB Stuttgart © getty

Der Wechsel zu den Königlichen ist der vorläufige Höhepunkt in Khediras Karriere. In Madrid wartet jedoch große Konkurrenz.

Von Olaf Mehlhose

München - Wahrscheinlich hat Sami Khedira während der vergangenen Wochen manchmal den Drang verspürt, sich zu zwicken.

Lässt der 23-Jährige die letzten vier Monate Revue passieren, wird er sich mit Sicherheit manchmal fragen, ob er nicht träumt.

Mit der Unterschrift unter einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Real Madrid - den medizinischen Test hat er bereits bestanden - erreicht der rasante Aufstieg des Nationalspielers seinen vorläufigen Höhepunkt. (Alle Fußball-News)

"Ein Traum ist wahr geworden", sagte der Neu-Madrilene der Sportzeitung "Marca".

Dabei hatte alles so schlecht begonnen.

WM in akuter Gefahr

Am 27. März verletzte sich Khedira im Süd-Gipfel zwischen VfB Stuttgart und Bayern München das Kreuzband - die WM-Teilnahme war zu diesem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet.

Dank einer schnellen Genesung, guten Leistungen im Verein und der uneingeschränkten Wertschätzung von Joachim Löw schaffte es der U-21-Europameister aber noch auf den WM-Zug aufzuspringen (Fredi Bobic im SPORT1-Interview).

Aufgrund der übermächtigen Konkurrenz von Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger im zentralen Mittelfeld sah es allerdings danach aus, als sollte Khedira nicht über sporadische Einsätze hinauskommen.

Das neue Gesicht Deutschlands

Doch das WM-Aus von Ballack kam Khedira zu Hilfe. Der "Ersatzmann" nutzte seine Chance und bildete mit Schweinsteiger die Schaltzentrale im deutschen Spiel.

Das DFB-Team bot in Südafrika begeisternden Fußball und scheiterte erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Spanien. Im Spiel um den dritten Platz krönte Khedira seinen WM-Auftritt mit dem Siegtreffer gegen Uruguay.

Khedira ist Mourinhos Favorit

Madrids Startrainer Jose Mourinho blieben die Qualitäten des Deutsch-Tunesiers nicht verborgen.

Der Portugiese, der den deutschen WM-Star als seinen Wunschspieler bezeichnete, schätzt Khediras Laufstärke, sein Talent das Spiel zu eröffnen und die Fähigkeit Räume aufzureißen.

So kam es, dass die Königlichen den Jungstar der Stuttgarter solchen Größen wie Steven Gerrard und Daniele de Rossi vorzogen.

Der stille Star

Unter Mourinho hat sich in Madrid ohnehin einiges verändert.

In der vergangenen Saison wurden die Transfers von Cristiano Ronaldo, Kaka und Karim Benzema noch unter großem Medienaufgebot offiziell gefeiert. Bei Khediras Ankunft gab es nicht mal eine Pressekonferenz.

Vielleicht entspricht es aber auch dem Naturell des gebürtigen Stuttgarters, der eher als der stille Star gilt. Seine Aufgeräumtheit und sein ruhiges Privatleben werden in der spanischen Presse äußerst wohlwollend registriert.

Große Konkurrenz

Leicht wird es Khedira in Madrid allerdings nicht haben. Mit Xabi Alonso, Fernando Gago, Lassana und Mahamadou Diarra sowie Esteban Granero verfügt Real über fünf weitere zentrale Mittelfeldspieler - wobei wohl der eine oder andere noch abgegeben wird.

Christoph Metzelder sieht trotzdem gute Chancen. "Sein großer Vorteil ist, dass Mourinho und Real ihn unbedingt haben wollten", sagt der ehemalige Real-Spieler in der "Bild".

"Reizvoller Wechsel"

Und auch der ehemalige Real-Star Günter Netzer sieht den Wechsel zum spanischen Rekordmeister durchweg positiv:

"Wenn der neue Trainer Jose Mourinho ausdrücklich Khedira als seinen Wunschspieler bezeichnet, dann kann ein Wechsel zu Real sehr reizvoll sein."

Es hat den Anschein, als würde Khediras Traum noch weitergehen.

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