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Demba Ba erzielte in 80 Spielen für Hoffenheim 31 Treffer © imago

Der Stürmer vergisst sich in einem Testspiel, entgeht nur knapp Rot. Rangnick bekommt das Disziplin-Problem nicht in den Griff.

Von Mathias Frohnapfel

München - Eine Menge sollte zur neuen Saison in Hoffenheim anders werden: (SERVICE: Sommerfahrpläne)

Vor allem das Thema Disziplin lag den Verantwortlichen um Trainer Ralf Rangnick am Herzen.

Doch ausgerechnet dabei gab es nun einen wenig positiv stimmenden Rückschlag - und offenbar kommt auf die Hoffenheimer eine Menge Arbeit zu.

Stürmerstar Demba Ba brauchte im Testspiel gegen Greuther Fürth (0:0) keine zehn Minuten, um es sich mit dem österreichischen Schiedsrichter in Leogang zu verscherzen.

Tätlichkeit ohne Folgen

Laut "kicker" hat der Senegalese nach einem Foul von Jan Mauersberger mit dem Ellebogen nachgeschlagen.

Der Referee ahndete die Tätglichkeit des gerade eingewechselten Ba allerdings nicht mit Rot, forderte die Hoffenheimer Bank dafür auf, den 25-Jährigen auszutauschen. Rangnick folgte dem Wunsch und nahm den Stürmer, gerade erst von einer Patellasehnenoperation genesen, vom Feld.

Eine Strafe für den Angreifer wird es jedoch nicht geben, weil der Trainer selbst die Szene nicht gesehen hatte.

Erinnerungen an Carlos Eduardo

Trübe Erinnerungen ruft der Zwischenfall dennoch ins Gedächtnis - und die Frage auf, inwiefern die Hoffenheimer aus der Vergangenheit gelernt haben.

Denn die Dinge ähneln sich: Im Winter-Trainingslager 2009 im spanischen La Manga hatte sich Carlos Eduardo im Testspiel gegen den Hamburger SV mit Ivica Olic eine Schlägerei geliefert und Rot gesehen.

Der Brasilianer wurde für zwei Bundesliga- und drei Testspiele gesperrt, fehlte den Kraichgauern zum Rückrunden-Start.

Rangnick will bessere Kommunikation

Dass den Hoffenheimer dies diesmal erspart bleibt, ist glücklicher Zufall. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

Womöglich könnte die Aktion aber Thema im Teamkreis sein, mit dem Rangnick die Kommunikation verbessern möchte, wie er kürzlich erklärte.

"Wir haben einen Kreis von acht Spielern, mit denen ich mich ein-, zweimal in der Woche treffe und austausche", sagte Rangnick "Radio Regenbogen".

"Diese Spieler sollen mir immer wieder signalisieren, wie Dinge bei der Mannschaft ankommen und wie die Stimmung aussieht."

"Neue Struktur schaffen"

Einige 1899-Profis hatten auch in der Öffentlichkeit nicht mit gegenseitiger Kritik gespart. Aus Rangnicks Sicht ist es daher entscheidend, "eine neue Struktur in die Mannschaft bekommen."

Die Hoffenheimer hatten in der abgelaufenen Runde nur Platz elf belegt.

Und natürlich schaut sich der Klub auch nach Verstärkungen um. Als Wunschspieler gilt das Nürnberger Talent Ilkay Gündogan. 209112(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Bei Gündogan abgeblitzt?

Allerdings sollen die Club-Verantwortlichen ein Sieben-Millionen-Euro-Angebot aus Hoffenheim abgelehnt haben. Laut "kicker" verlangen die Nürnberger zehn Millionen Euro für Gündogan.

Derweil haben die Kraichgauer einen anderen kreativen Mann fürs Mittelfeld ins Auge gefasst. Ben Arfa.

Der 23 Jahre alte Offensivspieler, der im erweiterten WM-Aufgebot der Equipe Tricolore stand, ist noch an Olympique Marseille gebunden und würde sieben Millionen Euro Ablöse kosten.

"Ben Arfa wäre eine Sensation"

Allerdings scheint auch ein Leihgeschäft denkbar. Auch Schalke 04 und der VfB Stuttgart sollen an Ben Arfa interessiert sein.

"Wenn wir Ben Arfa kriegen, wäre das für die Bundesliga eine Sensation. Er ist ein Zauberer. Technisch extrem stark und sehr schnell", sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Rangnick dürfte im Fall des Franzosen erneut auf das Thema Disziplin stoßen.

Ben Arfa gilt nicht unbedingt als einfacher Charakter und geriet bereits mit Olympique-Trainer Didier Deschamps aneinander.

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