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Bastian Reinhardt spielte 132 Mal für den Hamburger SV in der Bundesliga © getty

Nach der Absage von Siegenthaler ruhen alle Hoffnungen auf Reinhardt. Der neue Sportvorstand hat das Potenzial, zu überraschen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Aufgabe ist schon für einen alten Hasen gewaltig.

Für einen Neueinsteiger scheint der Posten des HSV-Sportvorstands hingegen fast übermächtig (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Aus diesem Grund wollten die Hamburger Bastian Reinhardt den Scoutingexperten Urs Siegenthaler als Sportdirektor zur Seite stellen.

Nach Siegenthalers Absage muss sich jetzt jedoch der 34-Jährige allein behaupten. Eine Herausforderung, die der Ex-Profi aber durchaus meistern kann.

"Ich kenne unseren Kader sehr gut"

"Wir sind trotzdem gut aufgestellt", sagte Reinhardt nach Siegenthalers Absage gegenüber SPORT1.

Und er definiert seine Aufgabe genau. "Im Vorjahr fehlte uns das Bindeglied zwischen Mannschaft und Vorstand", sagte er im "kicker".

Und fügte an: "Ich kenne unseren Kader sehr gut, weiß um die Problemfelder."

Westermann soll Lücke schließen

Ein solches machte Reinhardt in der geringen Anzahl von Mannschaftsspielern aus.

Der Ex-Schalker Heiko Westermann soll helfen, genau diese Lücke zu schließen 110436(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

"Typen wie ihn hätten wir in den vergangenen Jahren vermehrt gebraucht. Das ist ein zentraler Punkt."

Kaderplanung beendet

Die Kaderplanung hält Reinhardt inzwischen für abgeschlossen, zumal neben Westermann auch Verteidiger Dennis Diekmeier, Mittelfeldmann Gojko Kacar und Keeper Jaroslav Drobny geholt wurden.

"Wir haben qualitativ einen Schritt nach vorn gemacht", stellt Reinhardt zufrieden fest. Davon ist auch Trainer Armin Veh überzeugt.

"Diese HSV-Mannschaft", meint der Ex-Wolfsburg-Coach "ist besser besetzt, als es der VfL Wolfsburg in der vergangenen Saison war." (SERVICE: Sommerfahrpläne)

Veh mit Reinhardt zufrieden

Reinhardt könnte in seinem neuen Job Erfolg haben, da allem Anschein nach auch die Chemie mit Veh stimmt.

Veh weinte jedenfalls dem designierten Sportdirektor Siegenthaler keine Krokodilsträne nach.

"Siegenthaler war bei der WM und dann im Urlaub", sagt der Coach dem "Hamburger Abendblatt". "Mein Ansprechpartner war ohnehin Bastian Reinhardt."

"Er leistet hervorragende Arbeit"

Der frühere Abwehrspieler gibt seinerseits das Kompliment an Veh zurück.

"Er leistet hervorragende Arbeit, verfügt über viel Erfahrung - und weiß, wie man Meister wird. Die Konstellation im Trainerteam gefällt mir sehr gut."

Reinhardt studierte während seiner fußballerischen Laufbahn auch Sportmarketing und hat in den vergangenen Wochen reichlich Einblick in die Praxis bekommen.

In der Transferphase ist er nach eigenen Worten überall dabei gewesen, "aber die Verhandlungen hat Bernd Hoffmann geführt."

Reinhardt braucht Spielraum

Es wird auch auf den HSV-Vorstandsboss ankommen, wie Reinhardt seine neue Aufgabe bewältigen kann.

Nur wenn Hoffmann dem Manager-Lehrling genug Spielraum einräumt, kann der Juniorpartner langfristig ein eigenes Profil entwickeln.

Einblick in die Arbeitsweise des Vereins hat Reinhardt schon während eines Praktikums bei der HSV-Pressestelle gesammelt.

Juventus jagt Aogo

Nun ist er selbst es, der bestmöglich selbst die Schlagzeilen positiv beeinflussen soll. Aktuell im Fall von Dennis Aogo.

Juventus Turin wirbt vehement um den deutschen Nationalspieler, der für die HSV-Viererkette einen immensen Stellenwert hat.

Aogos Vertrag läuft bis 2012, der Kontrakt soll baldmöglichst verlängert werden, um weiteren Spekulationen einen Riegel vorzuschieben.

Es ist eine der vordringlichsten Aufgaben, an der sich Reinhardt nun im neuen Job beweisen kann.

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