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Jaroslav Drobny stieg in der letzten Saison mit Hertha BSC Berlin in die Zweite Liga ab © getty

Beim HSV herrscht ein brutaler Zweikampf auf der Torhüterposition. Rost kämpft mit einem Patzer, Drobny "möchte im Tor stehen".

Hamburg - Es kann nur einen geben, das ist Torwartschicksal.

Frank Rost oder Jaroslav Drobny - das ist die Frage der Fragen beim Hamburger SV 110436(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Keine drei Wochen vor dem ersten Saisonspiel gegen Schalke 04 ist das Rennen offiziell noch völlig offen (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan).

Selten in der Bundesligageschichte gab es ein Duell zweier derartig profilierter Keeper um den Stammplatz.

Der erste Verlierer des Zweikampfes steht fest. Von wegen lachender Dritter. Wolfgang Hesl sollte eigentlich im kommenden Jahr den Platz von Rost übernehmen, er verlängerte seinen Vertrag bis 2012.

"Konkurrenzkampf ist normal"

Dann kam Trainer Armin Veh, und Drobny war ablösefrei auf dem Markt. "Drobny ist sieben Jahre jünger als Rost, hat viel Qualität. Diese Chance mussten wir einfach nutzen", sagte Veh.

Konkurrenzkampf auf allen Positionen ist das Credo des Trainers. Aber natürlich geht es auch um Zukunftssicherung. Der Vertrag von Rost läuft im nächsten Jahr aus.

Der Tscheche Drobny ist bis 2013 gebunden. "Konkurrenzkampf ist normal, jede Mannschaft hat drei Torhüter", sagt der 30-Jährige, "ich möchte natürlich alles machen. Ich möchte im Tor stehen."

Rost hat den Kampf bislang klaglos aufgenommen. Der Senior haut sich im Training voll rein, macht einen starken und ehrgeizigen Eindruck. Öffentlich geäußert hat er sich zu seiner Lage noch nicht.

"Die Situation ist ja auch wirklich nicht einfach", schrieb er lediglich auf seiner Homepage.

Patzer im LIGA-total!-Cup

Zumal ihm im LIGA-total!-Cup auf Schalke gegen die "Königsblauen" ein böser Fehler unterlaufen ist, der in der Hansestadt besonders aufmerksam registriert wurde.

"Ich glaube, der Fehler ärgert Frank viel mehr als mich. Er war im Spiel wie in der gesamten Vorbereitung unglaublich präsent", sagte Veh.

Sportchef Bastian Reinhardt ergänzte: "Das ist kein Grund, ein Fass aufzumachen. Fehler in der Vorbereitung interessieren nicht." (SERVICE: Sommerfahrpläne)

"Der Bessere spielt"

Sportlich gibt es keinen Qualitätsunterschied. In der anerkannten Rangliste des Fachmagazins "kicker" belegte Drobny nach der letzten Saison unter allen Torhütern Platz vier - vor Rost.

Besser waren nur die drei deutschen WM-Fahrer eingestuft. "Zwei Torhüter solcher Qualität im Kader zu haben, ist sicher eine Ausnahmesituation", sagte Veh.

"Der Bessere spielt", verkündet der neue Coach seit dem Trainingsauftakt. Wenn es aber keinen Leistungsunterschied gibt? Zählen dann doch die Qualitäten außerhalb des Platzes?

Rost nicht sehr beliebt

Drobny ist bislang ein stiller Vertreter, der Kontakt im Team hauptsächlich zu seinem Landsmann David Jarolim unterhält. Rost dagegen hielt noch nie mit seiner Meinung hinter dem Berg.

Intern soll er in der frustrierenden Schlussphase der vergangenen Saison derart auf den Tisch gehauen haben, dass einige Kollegen geradezu eingeschüchtert waren.

Auch beim Vorstand hat sich Rost nicht beliebt gemacht. So kritisierte er öffentlich den Plan von Vorstandsboss Bernd Hoffmann, den Spielerberater Roman Grill als Sportchef einzustellen.

Und er spielte den skandalösen Flaschenwurf seines Mannschaftskollegen Paulo Guerrero gegen einen Fan herunter: "Da hat er gut getroffen. Die New York Yankees würden ihn wohl gerne verpflichten."

Zusage für Drobny?

Deshalb kursieren in der Hamburger Fanszene auch diverse Verschwörungstheorien. Sie besagen, dass sowieso Drobny als Sieger aus dem Duell hervorgehen wird.

Ohne diese Zusage, so heißt es, wäre der Tscheche gar nicht zum HSV gekommen. Es bleibt jedenfalls spannend.

Als Frank Rost zum bisher einzigen Mal in seiner Karriere seinen Stammplatz verlor, 2006 auf Schalke gegen Manuel Neuer, flüchtete er in der Winterpause zum HSV.

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