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Dieter Hoeneß ist seit Januar 2010 Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg © getty

Dieter Hoeneß macht bei den Ost-Klubs eine "fatale Entwicklung" aus. Podolski glaubt nicht an einen Einsatz zum Saison-Start.

München - Manager Dieter Hoeneß vom VfL Wolfsburg hält das zunehmende Ost-West-Gefälle im deutschen Profi-Fußball für eine "fatale Entwicklung".

Der frühere Nationalspieler forderte einen Transfer von Management-Know-How, um Ost-Vereine zurück auf die Bundesliga-Landkarte zu holen.

"Viele Vereine im Osten wurden Opfer von nur nach kurzfristigem Profit gierenden Raubrittern, obwohl sie eigentlich eine hervorragende Infrastruktur und Substanz hatten. Darunter leiden sie bis heute, aber es ist noch nicht zu spät", sagte Hoeneß der "Super Illu".

In der kommenden Saison ist erstmals seit dem sportlichen Zusammenschluss 1991 kein Klub aus Berlin oder den neuen Bundesländern in der Bundesliga vertreten.

"Hohe soziale Bedeutung"

Hoeneß, bis 2009 selbst 13 Jahre Manager beim Erstliga-Absteiger Hertha BSC, sieht eine besorgniserregende Entwicklung.

"Erstliga-Fußball sorgt für eine regelmäßige, meist positive öffentliche Wahrnehmung, die sich nicht nur auf den sportlichen Bereich begrenzt. Städte und Regionen, die regelmäßig in den Medien präsent sind, haben auch größere Chancen, für potenzielle Investoren interessant zu werden."

Auch mache es die Menschen stolz, wenn ihre Stadt im Konzert der Großen mitspiele. Das, so Hoeneß, habe "eine hohe soziale Bedeutung".

Kritik an Nachwuchsarbeit

Nach Meinung des 57-Jährigen haben Klubs in Ostdeutschland zu wenig in die Nachwuchsarbeit investiert.

"Nachwuchsarbeit kostet Geld. Und ein Verein, dem es wirtschaftlich nicht so gut geht, kürzt als erstes die Investitionen im Jugendbereich."

Lob für Red Bull Leipzig

Ausdrücklich begrüßte der Wolfsburger Manager das Engagement des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull in Leipzig als "klugen Schachzug".

Hoeneß weiter: "Aber ich möchte auch Berlin nicht abschreiben. Hertha steigt in der nächsten Saison hoffentlich wieder auf. Auch mit Union ist zu rechnen. Die Region wird nicht lange auf Erstliga-Fußball verzichten müssen."

SPORT1 fasst die weiteren Meldungen aus der Bundesliga zusammen:

Saisonauftakt ohne Podolski?

Lukas Podolski ist beim 1. FC Köln nach dem WM-Urlaub wieder ins Training eingestiegen. Allerdings hat der Stürmer noch Nachholbedarf in Sachen Training: (SERVICE: Sommerfahrpläne)

"Ich werde ein paar Wochen brauchen, damit ich in Form und Rhythmus komme Ich habe nicht das Ziel, mit aller macht am ersten Spieltag dabei zu sein", zitiert die "Bild" den 25-Jährigen.

Etwas anders steht er dem Länderspiel gegen Dänemark am 11. August gegenüber:

"Länderspiel ist Länderspiel. Das ist immer etwas Besonderes. Auch, wenn der Termin nicht so gelungen ist in der Vorbereitung. Aber ich muss abwarten, ob ich nominiert werden."

Castro verlängert Vertrag

Bayer Leverkusen hat Defensivspieler Gonzalo Castro langfristig gebunden. Der 23-Jährige unterschrieb nach Vereinsangaben am Dienstag einen Vertrag bis 2014 209112(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse).

"Gonzalo Castro ist ein wichtiger Baustein unserer Zukunft. Wir sind sehr froh, dass wir ihn langfristig an uns binden konnten", erklärte Sportdirektor Rudi Völler. Auch Castro freut sich auf seine Zukunft bei Bayer.

"Ich habe ein sehr enges Verhältnis zum Klub entwickelt. Deshalb bin ich glücklich, dass wir uns auf lange Sicht geeinigt haben. Ich denke, wir können in Zukunft mit dieser Mannschaft noch viel erreichen", sagte Castro.

Supercup: DFL rechnet mit Millionen-Übeschuss

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) rechnet beim Supercup zwischen Doublegewinner Bayern München und Vizemeister Schalke 04 am Samstag in Augsburg mit einem Überschuss in Höhe von über einer Million Euro.

Einen Großteil erhalten die Teams, mindestens zehn Prozent der Einnahmen werden der Fanarbeit der Vereine zugutekommen.

"Wir werden einen sechsstelligen Betrag in die Fanarbeit stecken, um diese zu verbessern. Die DFL hat im Frühjahr bei einen runden Tisch versprochen, im Bereich der wichtigen Fanarbeit neben den reaktivierten Gesprächen zwischen Ultras und Polizei weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Im November 2009 hatte die Mitgliederversammlung des Ligaverbandes einstimmig die Wiedereinführung des Supercups beschlossen, der nun erstmals seit 14 Jahren ausgespielt wird.

In frühestens drei Jahren ist erstmals auch eine Austragung des Supercups im Ausland geplant.

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