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Toni Kroos (l.) spielte bereits von 2007 bis 2009 mit Mark van Bommel zusammen © getty

Der Bayern-Rückkehrer geht mit Selbstvertrauen in den Konkurrenzkampf in München. Kroos muss schon bald seine Qualität zeigen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Toni Kroos muss sich beim FC Bayern an neue Klänge gewöhnen.

"Die niederländische Sprache", nannte der Nationalspieler als erste Beobachtung, was für ihn neu an der Säbener Straße sei.

Nicht nur Trainer Louis van Gaal, sondern auch fünf Mitarbeiter seines Trainerstabs parlieren schließlich untereinander in ihrer Muttersprache.

Ansonsten nahm Kroos zum Neustart in München nur wenige Unterschiede wahr.

Dabei ist es der Rückkehrer selbst, der sich am meisten verändert hat und nun beste Chancen auf einen Platz in der Startelf besitzt.

Im Mittelfeld wird ein Platz frei

Die Verletzung von Arjen Robben, der zwei Monate ausfallen wird, macht es sogar möglich, dass sowohl WM-Shootingstar Thomas Müller und Kroos in der Anfangsformation der kommenden Wochen auftauchen könnten.

Müller würde im Mittelfeld Robbens Position auf der rechten Außenbahn übernehmen, Kroos könnte zentral agieren - auf seiner Lieblingsposition.

241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

"Louis van Gaal hat mir gesagt, dass er mich als Spieler für die Zentrale sieht", berichtete Kroos von einem Gespräch mit dem FCB-Trainer.

Einen Konkurrenzkampf zwischen Müller und Kroos um die Planstelle im 4-4-1-1-System als hängende Spitze wird es bedingt durch Robbens Verletzung in den nächsten zwei Monaten ohnehin nicht geben.

"Ich komme als gereifter Spieler"

Und natürlich, meinte Kroos, könne er auch auf halblinks spielen. In dieser Rolle hat er in Leverkusen überzeugt.

Nach anderthalb Jahren im Rheinland trägt der Mittelfeldstratege jetzt wieder das Trikot der Münchner.

"Ich komme als gereifter Spieler zurück, war Stammspieler in einem hervorragenden Verein", sagte Kroos.

33 Bundesliga-Partien hat der gebürtige Greifswalder in der Vorsaison für Bayer absolviert, dabei neun Tore geschossen und zehn Vorlagen gegeben. Eine starke Bilanz für den Edeltechniker.

In Leverkusen ist Kroos auch Nationalspieler geworden und hat sich das WM-Ticket für Südafrika geschnappt.

Bayer und Bayern profitierten

Die Ausleihe habe ihm, Leverkusen und Bayern geholfen, findet der 20-Jährige.

Und natürlich hätte ihn der FCB nicht zurückgeholt, wenn man nicht von seinen Qualitäten überzeugt sei.

Kroos berichtet das in einem ruhigen, sachlichen Ton. Anders als in seiner ersten Zeit in München muss er kein großes Aufhebens um seine Ambitionen machen.

Dabei sind die Ziele durchaus hochgesteckt.

An erster Stelle platziert der 20-Jährige natürlich die Meisterschaft, doch man merkt ihm an, dass er die Münchner auch für Europas höchsten Thron, die Champions League, befähigt sieht.

Zurückhaltung auf Transfermarkt als Vorteil

Denn Kroos wähnt die Roten auf dem Weg von Ausnahmeklub FC Barcelona.

Das gelte auch mit Blick auf die vorsichtige Linie auf dem Transfermarkt, wo Bayern noch gänzlich ohne neue Namen dasteht.

Diese Zurückhaltung ist für Kroos "überhaupt kein Nachteil, im Gegenteil".

"Ich halte es nicht richtig, zu viel zu ändern, wenn es läuft. Wenn man die Möglichkeit hat, sich über Jahre einzuspielen, wird die Qualität sicher nicht leiden", sagte er auf SPORT1-Nachfrage.

Barcas Stärke: Eine eingespielte Truppe

Und außerdem: "Das ist besser als jedes Jahr vier, fünf neue Leute zu holen. Das sieht man auch an den großen Mannschaften wie Barcelona oder der spanischen Nationalelf. Die spielen seit Jahren so zusammen."

Damit Kroos selbst zum Teil einer erfolgreichen Bayern-Mannschaft wird, muss er sich zuerst einmal der harten Konkurrenz stellen.

"Die ist bei Bayern immer da", befindet der Edeltechniker.

Mit Forderungen hält er sich daher zurück.

"Ich muss nicht sagen: Ich will 60 Spiele von Beginn an machen und 50 Tore schießen. Ziel ist es möglichst viele Spiele zu machen."

Kompliment von Robben

Ein Lob bekam der Bayern-Rückkehrer bereits vom neuen Teamkollegen Robben. "Er hat eine super Saison bei Leverkusen gemacht, wird uns sicher helfen."

Robben sagte das, kurz bevor die Schwere seiner Verletzung deutlich wurde.

Jetzt muss sich Kroos zum Saisonstart auf dem freigewordenen Platz im Mittelfeld beweisen.

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