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Mario Gomez (l., mit Thomas Kraft) erzielte in 38 Länderspielen zwölf Tore © getty

Mario Gomez nimmt einen neuen Anlauf bei Bayern und schließt einen Vereinswechsel aus. Rummenigge kritisiert Klose scharf.

Vom FC Bayern berichtet Christian Stüwe

München - Mario Gomez saß tief in seinem Stuhl, er sprach leise und ruhig.

Er habe Verständnis für die Diskussionen um seine Person, berichtet der Mittelstürmer, der vor der vergangenen Saison für rund 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Bayern München wechselte.

"Wenn ein Spieler Tore schießt, hat er das Vertrauen. Wenn er nicht spielt, muss er wieder dahin kommen. Das ist ein schwieriger Weg. Ich hoffe, ich habe den jetzt hinter mir", erklärte der 25-Jährige am Mittwochmorgen an der Säbener Straße.

Trainer Louis van Gaal sei dafür bekannt, dass alle Spieler wieder bei Null beginnen würden, "egal was in der Vorsaison oder bei der WM gewesen ist".

"Das wurmt mich"

In der Vorsaison gelangen Gomez zehn Bundesliga-Treffer für den FC Bayern, zuletzt fand sich der Hoffnungsträger aber meist auf der Bank wieder.

Das gleiche Schicksal ereilte ihn bei der Nationalmannschaft während der WM in Südafrika.

"Ich habe meinen Anteil, allerdings war ich in der entscheidenden Phase nicht dabei. Das wurmt mich", zog Gomez eine selbstkritische Bilanz seiner ersten Spielzeit beim FC Bayern. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Es hat mit guten Spielen angefangen, dann kamen schlechtere Spiele und Verletzungen", sagte Gomez.

Gomez schließt Vereinswechsel aus

Kein Wunder also, dass der Angreifer mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wurde.

Mit Real Madrid, Schalke und Wolfsburg hatten namhafte Vereine Interesse an dem 1,89-Meter-Mann.

Er habe aber nie daran gedacht, seine Zelte in München vorzeitig abzubrechen.

"Ich habe mich mit keinem anderen Verein beschäftigt", sagte Gomez: "Ich habe jahrelang davon geträumt, hier zu sein und alles dafür gegeben. Das möchte ich nicht nach einem Jahr wieder aufgeben."

Freundin als Privattrainer

Stattdessen will er es seinen Kritikern zeigen. Er wolle sich in jedem Training "voll reinhängen", den Trainer und die Fans mit Toren überzeugen, um wieder Stammspieler zu werden.

Es wurde sogar berichtet, dass er einen Privattrainer mit den Urlaub genommen habe, um mit perfekter Physis in die Vorbereitung zu starten.

Dies wies Gomez nun aber zurück. "Mein Privattrainer war meine Freundin", berichtete er.

Während Gomez gar Übereifer vorgeworfen wurde, scheint bei Miroslav Klose das Gegenteil der Fall.

Rummenigge watscht Klose ab

Klose hatte vor der WM in Südafrika erklärt, hart arbeiten zu wollen.

Er habe fünf Kilo abgenommen, bemerkte Klose, was Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nun auf die Palme brachte.

"Darüber habe ich mich fürchterlich geärgert", sagte Rummenigge der "Sport Bild". "Da habe ich mich gefragt: Muss man beim FC Bayern nicht hart arbeiten, muss man da nicht sein optimales Gewicht haben?"

Rummenigge watschte Klose für dessen Arbeitsauffassung ab: "Das geht nicht, plötzlich bei der Nationalmannschaft anzufangen, hart zu arbeiten und bei Bayern München, wo er das Geld verdient, eine andere Gangart an den Tag zu legen."

Im Gerangel der Bayern-Stürmer um die einzige Planstelle im Angriff könnte Klose nun leicht ins Hintertreffen geraten sein.

"Es entscheiden nur Nuancen"

Gomez scheut den Vergleich mit den anderen Angreifern jedenfalls nicht.

"Hätte ich im Training und Spielen gesehen, dass ich gegen die anderen drei Stürmer keine Chance habe, hätte ich gehen müssen. Aber es entscheiden nur Nuancen", sagte Gomez.

Die vier Angreifer befänden sich auf Augenhöhe, auch wenn Gomez den Kroaten Olic aufgrund der letzten starken Rückrunde leicht im Vorteil sieht.

Doch Gomez möchte seine Chancen nutzen und die Kritiker mit Toren verstummen lassen.

Druck durch hohe Ablösesumme

"Die Umstände waren nicht perfekt für mich", blickte er noch einmal auf die vergangene Spielzeit zurück: "Der Druck war schon groß aufgrund der hohen Ablösesumme. Dazu ein Trainer, der mich noch nicht kannte."

Mit neuem Selbstvertrauen will er die Aufgabe angehen: "Jetzt bin ich nicht mehr neu, es ist ein Stück weit eine andere Situation."

Gomez braucht einen Lauf, um endgültig in München anzukommen.

Von der Ausstrahlung die er als Torjäger und Kopf der Mannschaft in Stuttgart Zeiten hatte, schien er aber am Mittwochmorgen noch ein gutes Stück entfernt.

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