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Enttäuschung bei Bremens Torsten Frings nach dem Remis bei Hannover 96 © imago

Nach dem Remis in Hannover kritisiert Bremens Vorstandsvorsitzender die Spieler scharf und fordert eine Siegesserie.

Hannover - Fünf Pflichtspiele ohne Sieg - für Werder Bremens Vorstandsvorsitzenden Jürgen L. Born war der Zeitpunkt gekommen, den Vize-Meister ruhig, aber bestimmt wachzurütteln.

"Wir sind nur noch in Zugzwang, wir müssen jetzt in der Bundesliga gegen Leverkusen, im Pokal in Dortmund und in der Champions League gegen Athen gewinnen", mahnte der Klubboss nach dem 1:1 (1:1)-Unentschieden der Hanseaten bei Hannover 96.

Auch im Nordderby in der mit 49.000 Zuschauern ausverkauften WM-Arena von Hannover konnten sich die Bremer nicht aus dem Liga-Mittelmaß befreien, mehr als einen Zähler hatten sie bei den Niedersachsen auch nicht verdient.

Born dazu tadelnd: "Wenn man ganz oben sein will, muss man die bessere Mannschaft sein, wenn man in Hannover spielt. Man wartet auf eine Explosion und die kommt nicht. Irgendwie fehlt die letzte Prise Salz."

"Insgesamt war die Leistung o.k."

Wenn gleich eine ganze Teamachse mit Per Mertesacker in der Abwehr, Diego im Mittelfeld und Claudio Pizarro in der Offensive nicht zur Verfügung steht, wird immer wieder deutlich, dass man an der Weser in der Breite derzeit nicht gut genug aufgestellt ist, um an der Tabellenspitze mitzumischen.

Vielleicht aus dieser Erkenntnis heraus meldete Trainer Thomas Schaaf nur sehr milde Kritik an seinen Schützlingen an:

"Ich will nicht zu viel rummeckern. Wir haben hinten sicherer gestanden, insgesamt war die Leistung o.k."

Chancen fahrlässig vergeben

Die schnelle Führung der Platzherren durch einen Kopfball des Ex-Bremers Christian Schulz (9.) glich der Portugiese Hugo Almeida (41.) mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumgrenze aus.

Nach dem Seitenwechsel hatte der Schwede Markus Rosenberg in der 72. Minute den Sieg auf dem Fuß, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz am Hannoveraner Ersatztorhüter Florian Fromlowitz.

Was Nationalspieler Torsten Frings wurmte: "Wir müssen unsere Chancen nutzen, dann kommen auch die Siege zurück."

"Kampf und Einsatz haben gestimmt"

Sieben Unentschieden in zwölf Pflichtspielen belegen: Mehr als Durchschnitt können die Hanseaten derzeit nicht anbieten.

Und so konnte Frings lediglich die Sekundärtugenden verbal herausstreichen: "Kampf und Einsatz haben gestimmt, obwohl wir noch müde von der Partie in Athen waren."

96 bringt Bremen in Bedrängnis

Um diesen Vorteil wussten die Platzherren und waren speziell in der Schlussphase einem Sieg sogar ein bisschen näher als ihre Kontrahenten.

"Wir mussten uns nicht verstecken und haben uns nicht versteckt", sagte 96-Kapitän Hanno Balitsch.

Enke-Ersatz Fromlowitz, nach der 2:5-Schlappe gegen Neuling Hoffenheim derbe kritisiert, durfte auch mit seiner ganz persönlichen Bilanz diesmal zufrieden sein:

"Vor einer Woche hatte ich einen schlechten Tag, jetzt bin ich in der Bundesliga angekommen."

Laserpointer-Attacke verpufft

Nicht einmal einige unsportliche Werder-Fans, die den Keeper nach dem schlechten Vorbild der Anhänger von Panathinaikos Athen in der Champions League mit Laserpointern zu irritieren versuchten, konnten dem ehemaligen U21-Nationalspieler die gute Laune verderben:

"Zweimal hat das schon gestört, aber es ist ja zum Glück nichts passiert."

Und ein Lob seines Coachs durfte sich der 22-Jährige auch noch abholen.

"Beide Torhüter haben sich ihr Geld verdient", erklärte Dieter Hecking und schloss damit Werder-Schlussmann Christian Vander, normalerweise - hinter dem verletzten Tim Wiese - ebenfalls nur die Nummer zwei in seinem Verein, großzügig gleich mit ein.

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