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Felix Magath geht in sein zweites Jahr als Trainer von Schalke 04 © getty

Felix Magath baut den FC Schalke 04 nach Belieben um. Die Spieler zittern vor dem Rotstift, erste Erfolge stellen sich ein.

Von Nikolai Kube

München - Wenn Felix Magath bei einem Klub anheuert, geht bei den Spielern die Angst um.

Die Angst vor der Arbeitslosigkeit.

Seit einem Jahr schwingt der 56-Jährige das Zepter bei Schalke 04 ? und "Königsblau" ist mittlerweile kaum mehr wiederzuerkennen.

15 Spieler jagte Magath allein in diesen Sommer vom Hof.

Auch Leistungsträger wie Kevin Kuranyi, Marcelo Bordon oder Heiko Westermann mussten dran glauben.

Das jüngste Opfer: Rafinha.

In drei Jahren zur Meisterschaft

Der Rechtsverteidiger wechselt nach fünf Jahren und 153 Erstligaspielen zum FC Genua nach Italien.

Schon länger hatte der Brasilianer mit einem Wechsel kokettiert, nun wurde es Magath zu bunt:

"Er identifiziert sich nicht mit Schalke, was wir in der vergangenen Saison an seinen Leistungen gesehen haben", sagte der Coach der "Bild".

Magath hat ein Ziel, er will mit den "Knappen" in spätestens drei Jahren den Meistertitel holen.

Supercup soll ersten Titel bringen

Den erste Titel dieser Saison wollen die Schalker allerdings bereits am Samstag einfahren: Im Supercup geht es in Augsburg gegen den Meister FC Bayern.

Jedoch plagen S04 in der Abwehr Personalprobleme: Tim Hogland quält eine Reizung im Knie und Christian Pander hatte unter Muskelproblemen zu leiden und trainiert erst seit Beginn der Woche wieder.

Raul-Karriere darf nicht knicken

Um das ganz große Ziel, die Meisterschale, zu erreichen, spielen große Namen bei Magath keine Rolle - mit einer Ausnahme (SOMMERFAHRPLÄNE).

"Ich würde es mir nicht verzeihen, müsste die Karriere von Raul bei Schalke einen Knick erleben", sagt Magath, "ich würde mir das persönlich anlasten".

Raul verließ nach 15 Jahren Real Madrid und schloss sich, dank Magaths Bemühungen, dem Vize-Meister an.

22 weitere Profis fanden seit Sommer 2009 den Weg nach Gelsenkirchen. Die Generalüberholung ? sie ist Magaths Markenzeichen. Ein Blick auf die Vergangenheit bestätigt dies.

In Wolfsburg befand sich nach zwei Jahren mit Alexander Madlung noch genau ein (!) Spieler des Ausgangskaders in der Mannschaft.

Am Ende steht die Meisterschaft

Und auch bei den Bayern krempelte er, wenn auch etwas verhaltener, den Kader um.

Magath verpflichtete Stars wie Lucio, Lukas Podolski oder Mark van Bommel, machte aber auf der anderen Seite alternden Spieler wie Thomas Linke oder Alexander Zickler klar, dass sie in seinen Planungen keine Rolle mehr spielen würden.

Der Erfolg gab ihm Recht: Sowohl mit den Bayern, als auch mit den "Wölfen" holte "Quälix" die Meisterschaft.

Projekt-Magath vor dem Aus

Diesen Traum will er nun auch den Schalke-Fans erfüllen. Der Umbau soll weiter vorangetrieben werden:

"Dieser Umbau hat jetzt erst richtig begonnen. Er wird länger dauern als diese Transferperiode."

Kurzzeitig drohte das Projekt zu scheitern. Doch seine forschen Forderungen nach neuen Millionen für Stars wurden schlussendlich von Vereins-Boss Clemens Tönnies erhört.

Seitdem befindet sich Magath im Kaufrausch, große Transferausgaben blieben ihm aber bislang erspart.

Bislang keine großen Ausgaben

Sowohl Raul, als auch Christoph Metzelder, der gemeinsam mit Youngster Benedikt Höwedes die Innenverteidigung bilden soll, wechselten ablösefrei. Für den Spanier Sergio Escudero, den Japaner Atsuto Uchida und den Griechen Kyriakos Papadopoulos gab Schalke nur knapp sechs Millionen Euro aus 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Bei Einnahmen von rund 16 Millionen Euro kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen.

Dies wird sich allerdings wohl noch ändern: Denn ein weiterer Topstürmer soll kommen.

Hoarau und Misimovic auf der Liste

Favorit ist Guillaume Hoarau von Paris St. Germain, die Verhandlungen gerieten zuletzt aber ins Stocken. Auch ein Wechsel von Nationalspieler Mario Gomez scheint nach dessen Bekenntnis zu den Bayern vom Tisch.

Eine interne Lösung ist daher nicht mehr ausgeschlossen: "Selbstverständlich haben andere Stürmer die Chance, den Platz neben Raul zu erkämpfen."

Vor allem der Brasilianer Edu mache in letzter Zeit große Fortschritte, meint Magath.

Die größte Lücke klafft derweil im Mittelfeld. Magaths Wunschspieler ist der Wolfsburger Zvjezdan Misimovic.

Und so muss ein weiterer Star um seinen Arbeitsplatz auf Schalke bangen.

Denn für Misimovic würde Magath Jefferson Farfan opfern, einen der stärksten Spieler der vergangenen Saison.

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