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Nach schweren Wochen drehte Eintracht Frankurt das Spiel mit einer Mannschaftsleistung © getty

Eintracht Frankfurt und Trainer Funkel können erstmal durchatmen. Für Cottbus könnte schon das nächste Spiel die Weichen stellen.

Von Thorsten Deppe

Sechs Punkte in drei Tagen für Eintracht Frankfurt: Friedhelm Funkel darf vorerst den heißen Trainerstuhl nicht nur verlassen, sondern ihn praktischerweise auch gleich in Cottbus stehen lassen.

Auf dem nimmt jetzt Energie-Coach Bojan Prasnikar platz, obwohl Präsident Ulrich Lepsch noch im September betont hatte: "Ich kann das ja auch jeden Tag wiederholen.

Er bleibt auch beim Abstieg." Doch die Elf aus der Lausitz bleibt nach der 2:3 Heimpleite bei nur mickrigen fünf Punkten aus neun Spielen. Und es zählt auch die Art und Weise, wie man gegen eine angeschlagene Notelf aus Frankfurt in einer für den Abstiegskampf bedeutsamen Partie gespielt hat.

Funkels glückliches Händchen

Prasnikar resümierte: "Bis zum 2:0 war alles o.k.", Cottbus hatte die Partie durch ein Doppelpack vom gerade in die Mannschaft zurückgekehrten Dimitar Rangelov (8./15.) im Griff.

Jedoch nur bis sich Frankfurt mit einem Kunstschuss zum 1:2 durch Michael Fink (38.) zurückmeldete. "Das Tor war Entscheidend, sofort danach wurde es schwer", sagte Prasnikar, für den es im nächsten Kellerduell bei Arminia Bielefeld schon eng werden könnte.

Nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung in der 61. Minute zahlte Martin Fenin seinem Trainer das Vertrauen zurück und glich die Partie aus. Ein ebenso glückliches Händchen bewies Funkel mit Nikos Liberopoulos.

Der Grieche war für den verletzten Kapitän und Heilsbringer gegen den KSC, Ioannis Amanatidis, in die Mannschaft gekommen und drückte in der 75. Minute den Ball mit dem Kopf zum Siegtreffer über die Linie.

Moral anstatt Ausreden

Am Ende haben die Hessen nicht nur den heißen Trainerstuhl dagelassen, sondern auch die Rote Laterne, die sie nach ihrer erfolgreichen Woche an Cottbus weitergeben.

Bei einer Niederlage hätte die Eintracht Ausreden genug gehabt: Ohne elf Profis traten sie die Reise in die Lausitz mit einer Notelf an. Doch sie drehten das Spiel noch mit einer Energieleistung in der zweiten Hälfte.

Das hinterlässt auch Eindruck bei Trainer Funkel: "Wie die Mannschaft die ganze Personalmisere weggesteckt hat ist einfach unglaublich. Ich weiß nicht, wo die Mannschaft die ganze Moral hernimmt."

Nervenkitzel muss nicht sein

Gegen den Karlsruher SC und Cottbus haben die Hessen jeweils nach einem Rückstand noch gewonnen. Ohne Nervenkitzel wäre es Trainer Funkel jedoch lieber: "Das können wir nicht über weite Strecken der Saison durchhalten.

Ich hoffe, dass wir auch mal in der Lage sind, in Führung zu gehen, um dann auch wieder ruhiger und besser Fußball zu spielen."

Das schon im nächsten Spiel umzusetzen, könnte schwer werden. Gegner ist der wiedererstarkte FC Bayern.

Ende der Trainerdiskussion?

Nach dem katapultartigen Verlassen der Abtiegsränge gibt sich Coach-Funkel aber selbstbewusst: "Wir werden es ihnen nicht leicht machen."

Auch Joker Martin Fenin sieht das nicht anders: "Wir haben gezeigt, dass unsere Mannschaft stark ist, auch ohne drei oder vier wichtige Spieler. Nach dem Sieg können wir gegen Bayern befreit aufspielen."

Mindestens bis dahin legt auch der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen die Diskussion zu den Akten: "Darüber spreche ich nicht, obwohl ich weiß, dass sich einige Dinge im Leben immer wiederholen.

So wie Ebbe und Flut oder Frühling, Sommer, Herbst und Winter."

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