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Dieter Hecking (r. mit Robert Enke) war von 2006 bis 2009 Trainer bei Hannover 96 © imago

Neun Monate nach dem Selbstmord des Keepers beklagt dessen Ex-Coach und jetzige Nürnberger "weiterhin viel Heuchelei".

München - Neun Monate nach dem Selbstmord des an Depressionen leidenden Robert Enke ist dessen Ex-Trainer bei Hannover 96, Dieter Hecking, mit der Bundesliga hart ins Gericht gegangen:

"Es gibt weiterhin viel Heuchelei in der Liga. In der Bundesliga zählen nur die Strahlemänner, die anderen will keiner sehen", wird der jetzige Coach des 1. FC Nürnberg in der "Bild" zitiert.

Hecking weiter: "Die Männerwelt Bundesliga lässt keine Schwächlinge zu."

Die tiefe Betroffenheit von Spielern, Kollegen und Funktionären unmittelbar nach dem Suizid des Nationaltorhüters, der seine Erkrankung geheim hielt und sich am 10. November 2009 vor einen Zug geworfen hatte, ist Heckings Wahrnehmung ohne Nachhaltigkeit.

"Ich war eine Woche nicht ansprechbar"

"Es fielen viele Worte, die einfach ohne Folgen verklungen sind", so der 45-Jährige.

Für Hecking selbst war es ein glücklicher Umstand, damals ohne Trainerjob dagestanden zu haben: "Ich war eine Woche nicht ansprechbar."

Dass er Enkes Tod als Hannovers Coach womöglich hätte verhindern können, schließt Hecking aus.

Mannschaftsrat als Problemlöser

In Nürnberg setzt der Coach auf den Mannschaftsrat und die Routiniers, um persönlichen Problemen der Spieler zumindest vorzubeugen.

"Dass die Jungs die ganzen Arrivierten in den Rat gewählt haben, zeigt doch, dass sie einen Anker suchen", sagte Hecking und stellte klar, dass die Spieler "nicht nur zum Aushandeln der Prämien da sind". 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

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