Der FC Bayern verordnet sich auf dem Transfermarkt vornehme Zurückhaltung. Das birgt allerdings trotz des starken Kaders Gefahren.

Die Münchner bleiben ihrer Linie treu.

"Ich will eher noch Spieler verkaufen als kaufen", sagte Louis van Gaal nach dem Supercup-Sieg über Schalke.

Der Bayern-Trainer setzt auf sein eingespieltes Team. Die "Philosophie van Gaal", wie es Thomas Müller nennt, ist mittlerweile auf der Festplatte der Spieler abgespeichert.

Zwei Monate spielten die Münchner nicht mehr in dieser Formation mit ihren Stars zusammen und doch klappte am Samstag bereits vieles im ersten Anlauf.

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Auch die Hierarchie im Team ist klar.

Die Neuzugänge der Bayern sind ausgeliehene Spieler, die nun an die Säbener Straße zurückkehren: Toni Kroos, Andreas Ottl, Edson Braafheid, Breno, Jose Sosa.

Einen Linksverteidiger hätten die Münchner gerne geholt. Die aufgerufenen Preise für Fabio Coentrao - zwischenzeitlich soll Benfica Lissabon 30 Millionen Euro gefordert haben - waren den FCB-Bossen aber schlicht zu hoch.

Jetzt wird Diego Contento die Aufgabe übernehmen. Das ist nicht ohne Risiko. Schließlich kann der Jungspund trotz seines großen Talents in ein Leistungsloch fallen.

Bei einem jungen Spieler gehört fast zwangsläufig mit zur Entwicklung.

Dahinter aber gibt es nur Youngster David Alaba als Alternative. Oder wie im Vorjahr den etatmäßigen Innenverteidiger Holger Badstuber.

Der wird aber in der Mitte gebraucht, wo Daniel van Buyten aktuell verletzt und Martin Demichelis angeschlagen ist.

Die Bayern vertrauen trotzdem ihrem Kader.

Das muss nicht der schlechteste Weg sein, schließlich profitiert auch das große Vorbild FC Barcelona von der Spielstärke eines Teams, in dem seit Jahren die Mechanismen immer feiner ausgearbeitet werden.

Felix Magath geht derweil mit Schalke genau den umgekehrten Weg.

Kurz vor Saisonstart sind die Folgen logisch: Wie soll der neu zusammengestellte Kader auch schon eingespielt sein? Leistungsträger wie Kevin Kuranyi, Heiko Westermann und Rafinha haben den Verein verlassen.

Dabei wäre zum Beispiel Kuranyi mit dem Gehalt eines Raul auch zu halten gewesen. Treffsicherheit garantieren beide Angreifer.

Doch für Magath ist die Rundum-Erneuerung seines Teams Teil seines Konzepts.

Der Konkurrenzkampf steigt, Puzzlesteine werden getestet und verworfen, ehe das Team generalüberholt ist und - am besten zur Rückrunde ? wie Wolfsburg 2009 voll aufdreht.

Damals stand am Ende der Titel.

15 Spieler hat Magath in der Sommerpause aus Schalke verbannt, bisher zehn neue Profis geholt. Dabei wirtschaftete er gut, gab nur 6,2 Millionen Euro für die Transfers aus.

Gut 17 Millionen nahm er ein.

Und da Großverdiener wie Marcelo Bordon oder Westermann nicht mehr auf dem Gehaltszettel stehen, bleibt Raum für neue Einkäufe.

Am Ende wird man Trainer und Manager Magath aber nicht nur am Händchen für seine Neueinkäufe messen.

Die Truppe muss auch zusammen passen und eingespielt sein, um ähnlich wie in der abgelaufenen Saison aufzutrumpfen.

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