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Arjen Robben (r.) erzielte für den FC Bayern in 37 Spielen 23 Tore © getty

Die Sportjournalisten küren Bayerns Arjen Robben zum herausragenden Spieler des Jahres. "Er hat es verdient", sagt Louis van Gaal.

Von Rainer Nachtwey

München - Während der FC Bayern München beim 2:0-Sieg im Supercup über Schalke 04 seinen ersten Titel der neuen Saison bejubelte 272113(die Bilder), konnte einer nicht mitfeiern: Arjen Robben.

Der niederländische Starspieler fehlte nach seinem Muskelriss im Oberschenkel verletzt.

Aber nur wenige Stunden später hatte auch er einen Grund zum Jubeln: Robben ist Deutschlands Fußballer des Jahres 2010.

Drei Bayern auf den ersten drei Plätzen

Bei der Wahl unter 925 Sportjournalisten entschieden sich 445 für den Münchner Außenstürmer. Robben verwies seine Teamkollegen Bastian Schweinsteiger (180 Stimmen) und Thomas Müller (118) deutlich auf die Plätze zwei und drei.

"Das ist eine große Ehre. Eine Belohnung für eine super Saison. Nur ein Spiel hat gefehlt, und wir hätten alles gewonnen", sagte Robben dem "kicker".

"Ich bin froh, dass ich zum FC Bayern gekommen bin. Dieser Titel ist ja auch einer für die Mannschaft."

Sympathien für Deutschland

In der bayrischen Landeshauptstadt fühlt sich der Niederländer trotz der großen Fehden zwischen Deutschland und Niederlande "sehr wohl".

"Deutschland und Holland, die Rivalität ist da. Aber für mich ist sie weniger geworden. Ich habe viele Sympathien für die Deutschen."

Bereits bei der Wahl der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV) war Robben mit 72,7 Prozent zum "Spieler der Saison" 2009/2010 gekürt worden.

Van Gaal ist Trainer des Jahres

Den Münchner Triumph machte Louis van Gaal als Trainer des Jahres perfekt. Mit 398 Stimmen setzte sich Robbens Landsmann ebenfalls klar vor Titelverteidiger Felix Magath (231) und Bundestrainer Joachim Löw durch, für den 87 Journalisten stimmten.

Bei den Frauen verteidigte Inka Grings (FCR Duisburg/201 Stimmen) ihren Titel mit 20 Stimmen Vorsprung vor Fatmire Bajramaj vom Deutschen Meister und Champions-League-Sieger Turbine Potsdam.

"Ich freue mich über die Wahl zum Trainer des Jahres. Jeder Preis oder Titel ist ein Grund zum Feiern", sagte van Gaal an seinem 59. Geburtstag am Sonntag.

Und er hatte auch noch ein Wort für Robben übrig: "Mit Arjen hat es den Richtigen getroffen."

Vorbereitung in Madrid

Dabei sah es vor einem Jahr nicht danach aus, als könnte Robben in die Wahl eingreifen.

Zu Beginn der Bundesliga-Saison 2009/2010 stand er noch bei Real Madrid unter Vertrag, traf in einem Vorbereitungsspiel gegen Dortmund.

Doch bereits da wusste er, dass er bei den Königlichen nicht mehr willkommen war.

Zwei Tore beim Debüt

Nach Bayerns Stotterstart (1:1 bei Hoffenheim, 1:1 gegen Bremen, 1:2 in Mainz) schlugen Uli Hoeneß und er FC Bayern München zu und sicherten sich für 25 Millionen Euro die Dienste des Flügelflitzers 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Für Robben der Startschuss in eine überragende Saison. Mit zwei Toren gegen Wolfsburg feierte er ein gelungenes Debüt.

Der Mann für die wichtigen Tore

Und Robben entwickelte sich bei den Münchnern vor allem in der Rückrunde zum Mann der wichtigen Tore. In Bremen erzielte er den 3:2-Siegtreffer mit einem raffinierten Freistoß.

"Er war der effektivste Spieler. Er hat auch in den schwierigsten Momenten die Spiele entschieden", blickt van Gaal auf das Erfolgsjahr zurück.

CL- und WM-Finale

Der Siegtreffer gegen Werder war der Auftakt in ein außergewöhnliches Robben-Jahr 2010, das mit dem Gewinn des Doubles und den Einzügen ins Champions-League- und WM-Finale gekrönt wurde.

Im Champions-League-Achtelfinale gegen Florenz schoss er die Münchner durch sein 2:3 ins Viertelfinale, gleiches folgte eine Runde später, als erneut sein 2:3 gegen Manchester United das Weiterkommen bedeutete.

23 Tore in 37 Spielen

1:0 in der Verlängerung im Pokal-Halbfinale gegen Schalke 04, 1:0 gegen Olympique Lyon im Champions-League-Halbfinal-Hinspiel, 1:0 beim 4:0-Triumph im Pokal-Finale gegen Bremen:

Am Ende standen 23 Tore in 37 Spielen für die Münchner zu Buche, davon neun spielentscheidende.

Robben scheitert an Casillas

Allerdings musste Robben mit den verlorenen Endspielen auch Rückschläge einstecken. Ausgerechnet er war es, der im WM-Finale gegen Spanien die große Möglichkeit zur Führung vergab.

"Man denkt sehr viel daran. Ich hatte die beste Gelegenheit in diesem Spiel. Der Ball muss rein, daran bin ich schuld", sagte Robben nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub.

Gutes Omen für Bayern und Robben

Und eine weitere Hiobsbotschaft folgte, als er von seiner schweren Oberschenkelverletzung und der daraus folgenden zweimonatigen Pause erfuhr.

Den Münchnern und Robben bleibt jedoch Hoffnung:

2009 verpasste er ebenfalls die Vorbereitung und den Saisonauftakt der Münchner und am Ende standen der Gewinn des Doubles und der Einzug ins Champions-League-Finale - und Robben als Deutschlands Fußballer des Jahres.

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