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Arjen Robben verfolgt in Fußballschuhen und Trikot die Saisoneröffnung des FC Bayern © getty

Im SPORT1-Interview spricht Arjen Robben erstmals über seine schwere Verletzung und die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres.

Von Oliver Schwesinger

München - Während seine Teamkollegen gegen die Auswahl der Winter Stars dem Ball nachjagten, verfolgte Arjen Robben das Showspiel von der Auswechselbank aus.

Mehr als ein paar Autogramme schreiben war bei der Saisoneröffnung für den kurz zuvor zum Fußballer des Jahres ausgezeichneten Niederländer nicht drin.

Es fiel ihm sichtlich schwer, tatenlos zu zusehen.

"Ich habe auch das Gefühl, dass ich hier spielen könnte. Aber das geht nicht. Das ist für mich schwer zu begreifen", sagt Robben bei SPORT1.

Im Interview mit SPORT1 spricht Arjen Robben erstmals über den Muskelriss im Oberschenkel, seine Auszeichnung zu Deutschlands Fußballer des Jahres und Franck Ribery.

SPORT1: Herr Robben, Sie sind als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden. Hilft das über die Verletzung hinweg?

Robben: Die Ehrung ist natürlich etwas Schönes, aber eigentlich wollte ich auf dem Rasen stehen. Ich bin nach dem Urlaub nach München gekommen, um die Vorbereitung zu beginnen. Von meiner Verletzung habe ich nichts gewusst. Ich dachte, ich bin zu 100 Prozent fit. Dann wurde ich untersucht und plötzlich sieht es nicht gut aus.

SPORT1: Was viele nicht verstehen: Sie spielen das WM-Finale, kommen aus dem Urlaub und sind verletzt. Wissen Sie denn jetzt, wie dieser Muskelriss, dieses Loch im Oberschenkel, entstanden ist?

Robben: Es ist für mich auch noch immer schwierig zu verstehen. Ich weiß es nicht. Normalerweise kann es nicht so sein, dass ich vier Spiele mache, im Endspiel 120 Minuten spiele und nichts gemerkt habe. Danach habe ich Urlaub gemacht und habe auch nichts gemerkt. Und dann komme ich zurück, und es ist abgerissen.

SPORT1: Machen Sie dem Arzt Vorwürfe, dass er Sie falsch behandelt hat? Machen Sie sich selbst Vorwürfe, dass Sie zu früh zu viel gewollt haben?

Robben: Nein, ich mache niemanden Vorwürfe. Das macht jetzt auch keinen Sinn. Die Situation ist jetzt so. Ich habe gewusst, dass die WM ein Risiko ist. Aber ich hatte während der WM nicht das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist. Jetzt muss ich mich damit abfinden und auf meine Rehabilitation konzentrieren.

SPORT1: Wie geht es Ihnen jetzt? Gehumpelt sind Sie ja nicht?

Robben: Wichtig ist, in Ruhe zu arbeiten. Das ist auch das Schwierigste, weil ich nichts merke. Ich habe keine Schmerzen. Ich habe auch das Gefühl, dass ich spielen könnte. Aber das geht nicht. Das ist schwer zu begreifen. Es braucht wohl viel Zeit. Wir müssen abwarten.

SPORT1: Was heißt viel Zeit? Zwei Monate?

Robben: Ja, zwei Monate, vielleicht drei. Wir werden es sehen. Wir müssen Step-by-Step denken. Jetzt kann man noch nicht über einen bestimmten Zeitraum sprechen.

SPORT1: Kann es auch passieren, dass Sie erst in der Rückrunde auflaufen, um ganz sicher zu gehen? 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Robben: Ich habe viel Vertrauen in die Ärzte. Ich werde alles machen, um so gut wie möglich wieder zurückzukommen.

SPORT1: Ist Franck Ribery durch Ihren Ausfall jetzt besonders gefordert?

Robben: Franck hatte letztes Jahr eine schwere Saison. Mit seinen Verletzungen und seinem Privatleben. Er ist ein Weltklasse-Spieler und er wird diese Saison zeigen, dass er es besser kann. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft.

SPORT1: Ihre Kollegen haben mit dem Sieg im Supercup 272113(die Bilder) bereits den ersten Titel eingefahren. Letztes Jahr sind Sie mit Bayern bereits Deutscher Meister und Pokalsieger geworden, der Champions-League-Titel wurde knapp verfehlt. Ist er dieses Jahr das große Ziel?

Robben: Natürlich, das ist immer das große Ziel, aber auch das schwierigste. Aber auch in der Bundesliga wird es schwierig. An der Spitze zu bleiben ist immer schwieriger als die Spitze zu erreichen.

SPORT1: Sie haben Raul einen Zettel geschrieben: "Herzlich Willkommen in der Bundesliga, aber Meister werden wir." Hat er schon geantwortet?

Robben: Nein, noch nicht. Aber das war auch ein kleiner Spaß. So muss es auch sein. Die Rivalität zwischen Bayern und Schalke ist groß, aber man muss sich respektieren. Raul ist ein Weltklasse-Spieler und ich bin froh, dass er jetzt in der Bundesliga spielt.

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