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In der vergangenen Bundesligasaison absol- vierte Alexander Hleb 27 Spiele für den VfB © getty

Barca-Spieler Hleb schaut im SPORT1-Interview enttäuscht auf die Zeit bei Stuttgart zurück und kritisiert Ex-Trainer Gross.

Von Mathias Frohnapfel und Nikolai Kube

München - Mit der Unterstützung von Alexander Hleb wollte der VfB Stuttgart den nächsten Schritt in der Champions League machen (DATENCENTER: Stuttgarts Spielplan).

Doch für den Leihspieler des FC Barcelona lief es im Ländle nicht wie erhofft, Zwistigkeiten mit VfB-Trainer Christian Gross waren für die Leistung gleichfalls nicht hilfreich.

Mittlerweile ist Hleb nach Spanien zurückgekehrt, hat die neue Saison in der Primera Division im Blick.

Auch ein Wechsel nach England, wo er mit Arsenal seine stärkste Zeit erlebte, könnte eine Option sein 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

Im SPORT1-Interview schildert Hleb aus seiner Sichtweise die Zeit beim VfB, nimmt zu möglichen Zukunftsszenarien Stellung und verspricht den Fans die Rückkehr zum "alten Hleb".

SPORT1: Herr Hleb, Sie haben eine für Ihre Ambitionen unbefriedigende Saison beim VfB Stuttgart hinter sich. Warum kamen Sie in der Bundesliga nicht richtig in Tritt?

Alexander Hleb: Ich war vor allem mit meiner Hinrunde nicht zufrieden. Zu Beginn hatte ich noch körperliche Defizite wegen der kurzen Vorbereitung in Barcelona. Später kam dann auch die sportliche Situation des VfB dazu. Die Rückrunde lief für den Verein und auch für mich wesentlich besser, wobei ich mir mehr Vertrauen und Unterstützung gewünscht hätte. Doch ich muss auch sagen, dass ich aus meiner Zeit in Barcelona und Arsenal vielleicht ein bisschen verwöhnt war.

SPORT1: Was heißt das konkret?

Hleb: Bei beiden Teams konnten wir auf dem Platz die meisten Probleme mit spielerischen Mitteln lösen. Beim VfB funktionierte das nicht immer. Da musste man auch viel kämpfen und rennen, von vorne nach hinten und von hinten nach vorne. Das habe ich ein wenig unterschätzt.

SPORT1: Zwischen Trainer Christian Gross und Ihnen gab es einige Unstimmigkeiten. Woran lag das?

Hleb: Ich habe größten Respekt vor der Leistung von Christian Gross, keine Frage. Unter ihm haben wir eine starke Rückrunde gespielt und am Ende Platz sechs erreicht. Wie bereits gesagt, hätte ich mir mehr Vertrauen und Zuspruch von ihm gewünscht, aber er hat mich spüren lassen, dass ich nur ausgeliehen bin und den Verein im Sommer wieder verlassen werde.

SPORT1: Und wie hat sich das geäußert?

Hleb: Er hat mich oft für meine Spielweise kritisiert, doch mein Spiel besteht eben nicht nur aus Laufen und Kämpfen. Eines habe ich aus dieser Situation in jedem Fall gelernt, dass es sehr wichtig ist, sich das Vertrauen des Trainers jeden Tag neu zu verdienen.

SPORT1: Nun kehren Sie nach Barcelona zurück, offiziell haben Sie noch zwei Jahre Vertrag in Spanien. Wie groß ist die Chance, dass Sie diesen erfüllen?

Hleb: Glauben Sie mir, ich möchte meinen Vertrag in Barcelona erfüllen, zeigen, dass ich mich hier auf höchstem Niveau durchsetzen kann. Sollte der Verein aber nicht mehr mit mir planen, werden wir sicher eine Lösung finden, denn ich will spielen und nicht auf der Bank oder Tribüne sitzen. Barcelona ist und bleibt mein erster Ansprechpartner, alles andere wird sich zeigen.

SPORT1: Sie werden mit Vereinen aus der Premier League in Verbindung gebracht. Ist der FC Fulham eine Option für Sie?

Hleb: Natürlich ehrt mich das Interesse aus England wie etwa vom FC Fulham oder dem Traditionsverein Tottenham Hotspur. Für mich gehört die Premier League zu einer der stärksten und attraktivsten Ligen. Und ich weiß aus meiner Arsenal-Zeit, wie dort Fußball gespielt wird. Mein Ziel bleibt weiterhin, auch international zu spielen.

SPORT1: Ist prinzipiell die Premier League eine spannende Option? Oder würde Sie die Bundesliga noch einmal reizen?

Hleb: Die Premiere League ist immer eine Option, die sehr reizvoll ist. Aber ich möchte jetzt nichts ausschließen, auch nicht irgendwann mal wieder in die Bundesliga zurückzukehren, denn der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und da ist vieles möglich.

SPORT1: Unterschrieben ist aber noch nichts, oder?

Hleb: Und wenn, dann würde ich Ihnen das sicher nicht verraten. Im Ernst, bislang ist natürlich noch nichts unterschrieben. Ich bereite mich jetzt mit der Nationalmannschaft von Weißrussland auf das Freundschaftsspiel gegen Litauen vor. Danach werden wir weitersehen.

SPORT1: Mit welchem Anspruch gehen Sie in die nächste Saison?

Hleb: Ganz entscheidend ist, dass ich topfit in die nächste Saison gehe. Das ist die Voraussetzung, um mein Spiel zu zeigen und mit konstant guten Leistungen zum Erfolg des Teams beizutragen. Ich schaue nur nach vorne und bin fest davon überzeugt, in der kommenden Spielzeit eine gute Rolle spielen zu können. Ich möchte alles daran setzen, dass die Fans dann wieder den alten Hleb sehen.

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