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Thomas Müller (r. mit Miroslav Klose) erzielte in der letzten Saison 13 Bundesliga-Treffer © getty

Beim Showspiel gegen die "Winterstars" demonstriert der FC Bayern seine ganze Stärke. Die Spieler träumen vom perfekten Fußball.

Von Daniel Rathjen und Christian Stüwe

München - Er hat satte 40 Kilo mehr auf den Rippen.

Gegen solch einen Gegenspieler musste Franck Ribery wohl noch nie ran.

Im Showspiel gegen die "Winterstars" bekam es der kleine Dribbler auf dem linken Flügel mehrfach mit Bob-Anschieber Richard Adjei zu tun (DATENCENTER: Bayerns Spielplan).

Die ungleichen Kontrahenten lieferten sich einige harte Duelle und hatten sich offenbar auch einiges zu sagen.

"Wir haben die ganze Zeit rumgealbert. Ey du, komm, mach' mal locker", erklärte der 110 Kilogramm schwere Ex-Football-Profi Adjei bei SPORT1.

Adjei hat Spaß

Nicht nur auf den Franzosen hatte der extrem breitschultrige Silbermedaillengewinner von Vancouver offenbar Eindruck gemacht.

"Schweini hat Mario Gomez vor dem Spiel ein bisschen Angst gemacht. Er hat gesagt, wenn du irgendwas machst, kriegt dich der Adjei."

"Der Gomez hat mich dann erstmal gefragt, wie schwer ich bin. Das war schon lustig", berichtete der 27-Jährige.

Mannschaft eingespielt

Dabei müssen die Bayern im Moment eigentlich vor niemandem Angst haben.

Besonders der Sieg im Supercup gegen Schalke hat gezeigt, dass der Rekordmeister und vor allem die zurückgekehrten WM-Fahrer schon in einer beeindruckenden Frühform sind.

Der Ball läuft durch die Reihen, die Laufwege sind abgestimmt, jeder weiß, wo sein Platz ist. Der Gegner bekommt kaum Zugriff.

Im Training unterteilt Coach Louis van Gaal das Feld in 18 Parzellen auf, an diesem Gitter entsteht das Spiel. Die Akteure haben das verinnerlicht und wissen, was zu tun ist.

Barca als Vorbild

Die unvergessene 0:4-Schmach im Viertelfinale der Champions League beim FC Barcelona in der Saison 2008/09 war den Bayern eine Lehre.

Mit dessen Waffen greift der deutsche Rekordmeister an - genau wie sein spanisches Vorbild.

Van Gaal hat seine Vorstellung vom Fußball. Der Niederländer besitzt in dieser Saison einen großen Vorteil, der besser ist als jeder Neuzugang: Seine Spieler wissen, was er will 209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse).

"Wir sind sehr gefestigt"

Auf Nachfrage bestätigt das mittlerweile jeder im Bayern-Dress, was zu Beginn der letzten Saison bei weitem nicht der Fall war.

Moserten anno 2009 intern noch Leute über sein herrisches Auftreten, die Transferpolitik oder strenge Benimmregeln, kommen ihnen nun nur noch lobende Worte über die Lippen.

"Wir sind von der Mannschaft her sehr gefestigt", beschreibt beispielsweise Thomas Müller in der "Bild" den Zustand des Teams.

Die Ziele sind klar: "Wir wollen das Double bestätigen und den einen Titel, der uns letzte Saison am Ende gefehlt hat, wieder angreifen - die Champions League."

Müdigkeit nicht in Sicht

Die Perfektion ist der Anspruch.

In der - wenn auch knappen - Vorbereitung arbeiten die Bayern permanent an der Verfeinerung ihrer Spielweise.

"Irgendwann soll es soweit sein, dass die Gegner sich sagen: Die Bayern müssen wir gar nicht erst attackieren, da kommen wir ohnehin nicht an den Ball", erklärt Müller weiter.

Zeichen von Müdigkeit nach dem kurzen Urlaub spürt der 20-Jährige nicht. Auch die anderen WM-Fahrer sind bis auf den verletzten Arjen Robben schon wieder heiß auf die neue Herausforderung.

"Alle werden ihre Chance bekommen"

Im Sturm ist der Konkurrenzkampf zwischen Miroslav Klose, Mario Gomez und Ivica Olic am spannendsten.

"Alle werden ihre Chance bekommen", verspricht van Gaal bei SPORT1.

Der 59-Jährige ist zudem sicher: "So wie es jetzt ist, ist es besser als noch weitere Spieler zu kaufen und vielleicht Unruhe reinzubringen. Der Kader darf nicht zu groß sein, um perfekte Voraussetzungen zu haben."

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