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Klaus Allofs ist seit 1999 Geschäftsführer des Profifußballs bei Werder Bremen © imago

Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs äußerst sich im DSF-Doppelpass u.a. zur Position von Torsten Frings in der Nationalmannschaft.

München - Werder Bremen hat eine ereignisreiche Woche hinter sich.

Sportlich gesehen war sie durchwachsen: Dem 3:3 gegen Dortmund folgte ein 2:2 in der Champions League bei Panathinaikos Athen und am Samstag ein 1:1 im Nordderby bei Hannover 96.

Doch dazu kamen Verletzungen von Leistungsträgern, ein Generalstreik in Griechenland und die Diskussion über Torsten Frings' Rolle in der deutschen Nationalmannschaft.

Im DSF-Doppelpass sprach Werder-Geschäfstführer Klaus Allofs am Sonntag über Frings, den Ärger zwischen DFB-Kapitän Michael Ballack, der sich für Frings eingesetzt hatte, und Bundestrainer Joachim Löw, sowie über die Bremer Philosophie.

Klaus Allofs im Doppelpass:

?zur Zukunft von Torsten Frings im DFB-Team:

"Wir haben Torsten Frings geraten, dass er den Mund halten soll, dass er sich zur Nationalmannschaft bekennt und sagt: 'Ich nehme diesen Kampf auf. Ich habe das als Kränkung angesehen, aber ich nehme das auch als Herausforderung an und werde zeigen, dass ich von meiner Leistung her einen Anspruch auf diesen Platz in der Nationalmannschaft habe'. Da gibt es Dinge, die vorgefallen sind, bei denen ich eine gewisse Verärgerung von Torsten Frings nachvollziehen kann. Das muss intern besprochen werden. Das ist keine Sache für die Öffentlichkeit."

...zum öffentlichen Zoff zwischen Ballack und dem Bundestrainer:

"Ich glaube, dass sowohl Michael Ballack als auch Torsten Frings sicher nicht den richtigen Weg gewählt haben. Dass sie das öffentlich gemacht haben, das ist nicht richtig. Das würden wir im Verein auch nicht akzeptieren. Aber es ist auch als Reaktion gleich losgepoltert worden. Man hat beim DFB gleich geantwortet und das weiter öffentlich gemacht. Das hätte man sehr viel leichter haben können, indem man gesagt hätte: 'Wir kommen zusammen und dann sprechen wir uns aus'.

Wenn es Missstände gibt, dann muss man das intern regeln. Wir haben von Torsten Frings erfahren, dass den Spielern dort schon etwas auf der Seele brennt. Wenn man die Beteiligten vom DFB hört, ist es zu einfach zu sagen: 'Die wollen sich nicht mehr dem Konkurrenzkampf stellen und eine Stammplatzgarantie.' Das ist falsch. Das ist nie so gesagt worden, sondern es geht um die Dinge, die im Umfeld passiert sind. Es wäre wirklich angebracht, dass man zusammenkommt und die Dinge intern klärt."

?zur die Position von Bundestrainer Joachim Löw:

"Jogi Löw muss die Autorität sein. Er muss den Ton angeben und kann sich viele Dinge nicht gefallen lassen. Trotzdem muss man sich manchmal auch hinterfragen: 'Habe ich in den einzelnen Dingen immer richtig gehandelt? Bin ich mit dem einzelnen Spieler so umgegangen, wie man das macht oder habe ich da auch irgendwelche Zweifel gelassen?'"

zur von Frings bekleidete Rolle im Bremer Mittelfeld:

"Torsten weiß selbst, dass er viel besser spielen kann und dass er körperlich schon in einem besseren Zustand war, aber Torsten ist weiterhin ein Schlüsselspieler für unser Spiel. Wir haben ja auch Spieler, die nachrücken, die langsam herangeführt werden sollen. Wir haben dort Peter Niemeyer, der sehr lange verletzt war und immer wieder mit kleineren Verletzungen zurückgeworfen worden ist. Aber natürlich wird das, wenn man in die nächsten Jahre vorausschaut, sicher eine Position sein, auf der man wieder etwas Neues machen muss."

?zur Bremer Philosophie:

"Wir können gerade im Vergleich zu internationalen Klubs keine riesigen Sprünge machen. Da ist das Umfeld in Bremen irgendwo auch limitiert. Die Kapazität des Stadions und was drum herum geschieht, ist einfach alles eine Nummer kleiner als 100 Kilometer weiter im Norden beim HSV oder bei Bayern München oder auch bei einigen anderen Klubs.

Wir können nicht immer fertige Spieler kaufen, wir müssen mit dem Geld haushalten. Das hat uns in der Vergangenheit zum Erfolg gebracht: Spieler zu holen, die in anderen Klubs nicht so gut zurecht gekommen sind oder eben bei jungen Spielern nachzuschauen und sie bei Werder Bremen zu entwickeln. Diesen Weg werden wir weiter gehen müssen, auch wenn es mal Phasen gibt, in denen man dann nicht ganz so erfolgreich ist. Ich glaube, auch in diesem Jahr ist da noch nicht zuviel verloren."

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