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Trainer Louis van Gaal (r.) rechnet länger nicht mit Arjen Robben © imago

Der Muskelriss verurteilt den Vize-Weltmeister womöglich bis nach Weihnachten zum Zuschauen. Louis van Gaal schwant Böses.

Vom FC Bayern berichtet Christian Ortlepp

München - Die Befürchtung steht im Raum. Ausgesprochen hat sie niemand Geringeres als Louis van Gaal.

"Ich denke, dass Arjen Robben früher als in den angedachten zwei Monaten Pause fit wird", meinte der Münchner Trainer gegenüber SPORT1.

"Aber Sie wissen: Es fehlt ihm dann eine gute Vorbereitung. Und Sie wissen auch, was das bedeutet."

Die Pause, bis Robben nach seinem Muskelriss wieder für den FC Bayern auf dem Platz steht, könnte also deutlich länger ausfallen.241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

"Auch Ribery hat es mitgemacht, dass er nicht die richtige Vorbereitung erfahren hat", erinnerte van Gaal an die Probleme des anderen Münchner Flügelwirblers im Vorjahr.

"Dann mussten wir abwarten bis Dezember. Schließlich war es April, bis er topfit war. Ich hoffe nicht, dass dies auch mit Robben passiert."

Für möglich, so der Subtext, hält er diesen Fall bei ungünstigem Verlauf trotzdem.

Test gegen Real Madrid

Im Testspiel gegen seine ehemaligen Kameraden von Real Madrid muss Robben am Freitag auf jeden Fall zusehen.

Die prestigeträchtige Partie in der Allianz Arena ist ausverkauft.

Und die Bayern freuen sich natürlich aufs Schaulaufen mit Real, zumal die Begegnung als Abschiedsspiel für Franz Beckenbauer deklariert ist.

Comeback nicht vor Januar?

Robben wird von der Tribüne aus die Begegnung verfolgen.

Als optimistischer Zeitplan wurde für ihn ausgegeben: Heilungsprozess bis Ende September, Reha-Training bis Ende Oktober, erste Einsätze Mitte bis Ende November. Vorausgesetzt, es gibt keinen Rückschlag.

Folgt man nun van Gaals Prinzip, nach dem ein Spieler mindestens genauso lange wieder mittrainieren muss wie er verletzt war, ehe er wieder spielt, ergibt sich als Termin für das Comeback der Januar 2011.

Die Blessur des "Fußballers des Jahres" trübt die ansonsten gute Laune van Gaals.

Überrascht haben ihn die Bilder der Kernspintomographie von Robbens fünf Zentimeter großem Loch im linken Oberschenkel, die der niederländische Verband den Münchnern zu Wochenbeginn zugesandt hatte, nicht im Geringsten.

"Das war für mich nur eine Bestätigung. Ich wusste, das es dieselbe Verletzung war wie vor der WM. Das ist doch klar: Wenn man mit einer Verletzung von anderthalb Zentimeter sehr schnell wieder spielt, wird es nur schlechter", sagte van Gaal. "Und genau das ist auch passiert."

Robben nicht unschuldig an der Situation

Auch Robben selbst trägt dem Trainer zufolge zumindest einen kleinen Teil Verantwortung für die jüngste Entwicklung.

"Ein Spieler will immer spielen. Letztes Jahr wollte er auch immer auflaufen", erinnerte van Gaal. "Da habe ich Arjen geschützt. Ich höre immer auf unseren Arzt, er ist der Experte."

Robben, lautet die mitschwingende Botschaft, hätte ihn wohl auch konsultieren sollen, allerdings hätte der Tempodribbler dann sicher die WM verpasst.

Nun bleibt ihm vorerst nichts als die tägliche Physiotherapie. Womöglich gönnt der Coach Robben aber einen Tapetenwechsel, um dessen Stimmung aufzubessern.

"Vielleicht wird er auch noch in Urlaub gehen, weil er Ruhe haben muss", verriet van Gaal SPORT1.

"Aber zuerst muss man jeden Tag den Muskel beobachten." Und die Tage rückwärts zählen, bis Robben die Liga wieder bezaubert.

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