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Mario Gomez kam 2001 vom SSV Ulm 1846 zum VfB Stuttgart © getty

Mario Gomez sorgt mit zwei Toren für den Sieg gegen Bochum. Nicht das erste Mal, dass seine Klasse den VfB vor einer Schmach bewahrt.

Von Felix Götz

München - Souverän ist etwas anderes, aber der VfB Stuttgart hält nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen den VfL Bochum Anschluss zur Spitze der Bundesliga.

Dabei entpuppte sich Stürmer Mario Gomez erneut als Lebensversicherung für die über weite Strecken enttäuschenden Schwaben.

Ohne die individuelle Klasse des Nationalspielers hätte der VfB, der sich schon in der verkorksten Spielzeit 2007/2008 dank 19 Toren des Nationalspielers den UI-Cup-Platz in letzter Sekunde sicherte, auch in dieser Saison bereits wichtige Punkte eingebüßt.

"Ohne mich hätte ein anderer Stürmer gespielt und der hätte vielleicht auch schon fünf Tore gemacht", blieb Gomez bescheiden.

Nur Gomez überzeugt

Fest steht: Sollte Gomez im Sommer wechseln, wäre in den eigenen Reihen weit und breit kein Ersatz für den 23-Jährigen zu finden.

Das zeigte sich nicht nur gegen Bochum, sondern auch bei der Lehrstunde für die Stuttgarter im UEFA-Cup beim FC Sevilla, als beim 0:2 nur Gomez vor den Augen der spanischen Verwandtschaft Torgefahr ausstrahlte.

Insgesamt hat der VfB in dieser Saison, abgesehen vom 4:1-Sieg gegen Bremen, eher selten überzeugt. Hätten sich die Bochumer nach ihrer guten ersten Hälfte nicht grundlos im zweiten Durchgang versteckt, dann hätte Stuttgart durchaus als Verlierer vom Platz gehen können.

Eine Frage des Willens

"Wir sind uns alle einig, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben. Aber wir haben vor drei Tagen gegen Sevilla gespielt und dann ist das nicht so einfach. Das war heute eine Frage des Willens und wir waren in der zweiten Hälfte auch die bessere Mannschaft", sagte Gomez.

Nun war es nicht so, dass der VfB im zweiten Durchgang drückend überlegen gewesen wäre. Das sah auch Bochums Marc Pfertzel so.

"Stuttgart hat diese drei Punkte nicht verdient, weil sie nicht mehr gemacht haben als wir. Wir können nur traurig sein", sagte der französische Abwehrspieler

Sestak im Pech

Traurig konnten die Bochumer darüber sein, dass ein Schuss von Stanislav Sestak in der 37. Minute nur um Zentimeter am Gehäuse von Jens Lehmann vorbeizischte, und dass die Westfalen ihre Feldüberlegenheit in der ersten Hälfte auch sonst nicht in Tore umwandelten.

"Es hat lange Zeit nach einem 0:0 ausgesehen. Wir haben aber in den entscheidenden Situationen die Tore gemacht", war VfB-Coach Armin Veh zumindest mit dem Ergebnis zufrieden.

So ist es bei den Stuttgartern schon fast die ganze Saison. Das Spielerische stimmt, obwohl Veh selbst den Anspruch guten Fußball spielen zu lassen hat, selten, dafür aber relativ oft die Ergebnisse.

Ergebnisse stimmen

"Wir haben jetzt 16 Punkte aus neun Spielen, das ist auf jeden Fall okay", befand Veh. Platz vier in der Liga täuscht allerdings über so manche Mängel hinweg.

Hinten, wo es bisher kaum Probleme gab, überzeugten beim VfB nur der sichere Rückhalt Lehmann und der starke Serdar Tasci, der wenn es darauf ankam, energisch dazwischen ging.

Mittelfeld enttäuscht

Im Mittelfeld überzeugten weder Thomas Hitzlsperger oder Sami Khedira, noch Roberto Hilbert. Letzterer hechelt seiner Form aus der Meistersaison bereits seit langem hinterher.

"Wir haben drei Punkte geholt und nur das zählt", sagte Gomez und wollte wie sein Trainer weiter nichts von spielerischen Mängeln wissen.

Am Mittwoch muss der VfB beim Hamburger SV ran. Dann wird sich zeigen, ob wieder ein Gomez allein reicht.

Koller bedient

Ungemütlich wird es langsam für den VfL Bochum, der vor 21 Jahren zum letzten Mal drei Punkte aus Stuttgart mitnehmen konnte.

Dementsprechend bedient war VfL-Coach Marcel Koller: "Einen plötzlichen Fehler von uns hat Stuttgart clever und mit Klasse ausgenutzt. Das ist richtig bitter und sehr ärgerlich", sagte der Schweizer.

Nur ein Sieg in neun Spielen

Dem VfL ist in neun Spielen bisher nur ein Sieg gelungen. Das war am vierten Spieltag beim 2:0 gegen Arminia Bielefeld.

Mit nur sieben Punkten stehen die Bochumer punktgleich mit den sich auf den Abstiegsplätzen befindenden Gladbachern und Bielefeldern auf Rang 15.

Und am Mittwoch kommen die Überflieger von 1899 Hoffenheim.

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