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Beim 4:0-Sieg im Pokal in Ahlen wurde Mesut Özil (l.) in der 61. Minute ausgewechselt © getty

Trotz der vorläufigen Absage ist ein Wechsel von Mesut Özil zu Real Madrid nicht vom Tisch. Die "Königlichen" prüfen Alternativen.

Von Matthias Becker und Martin van de Flierdt

München - Am Samstagmittag konnte sich Mesut Özil zumindest für eine Stunde auf das konzentrieren, was er am liebsten macht.

Beim 4:0-Sieg von Werder Bremen in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Rot Weiss Ahlen stand der Nationalspieler die ersten 61 Minuten auf dem Platz.

Doch vor und nach der Partie beherrschte weiter nur ein Thema die Tagesordnung: Geht er, oder bleibt er?

Am Freitagabend hatte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs dem Werben von Real Madrid noch eine Absage erteilt.

"Wir haben ein inakzeptables Angebot erhalten, das keinerlei Gesprächsgrundlage für uns darstellt", hatte Allofs erklärt.

Doch ein Wechsel ist alles andere als vom Tisch.

Mehrdeutige Aussagen aller Beteiligten

Nur so können die mehrdeutigen Aussagen aller Beteiligten in Ahlen interpretiert werden.

"Wir hoffen natürlich, dass er weiter für uns spielen wird. Aber ich kann nicht erklären, was noch kommen kann", sagte Trainer Thomas Schaaf. Allofs philosophierte:

"Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, sollten Angebote kommen. In der Lage von Werder Bremen ist das nun mal so. Sollten keine kommen, ist das auch gut."

Und Özil machte seinen zuletzt selbstverordneten Maulkorb zumindest so weit auf, dass sein Abwanderungswille zu erahnen war.

"Ich freue mich, dass ich von einem der größten Vereine Europas ein Angebot habe", sagte er über das Interesse von Real: "Ich habe in Bremen noch ein Jahr Vertrag und respektiere meinen Vertrag. Aber es wird natürlich noch Gespräche geben."

Mourinho lobt Özil

Denn es ist davon auszugehen, dass die Spanier eine verbesserte Offerte nachlegen.

"Özil ist ein sehr guter Spieler. Ich würde mich freuen, wenn er zu uns kommt", sagte Real-Coach Jose Mourinho am Freitagabend im "ZDF". "Er würde uns wirklich weiterhelfen. Aber sein Trainer hat nein gesagt. Gut, wollen wir mal schauen, wie es weitergeht."

Die Madrilenen müssen schnell handeln. Denn am Mittwoch steht für Bremen das Hinspiel der Champions-League-Qualifikation an. Läuft Özil dann im grün-weißen Trikot auf ist er für andere Klubs in dieser Saison international nicht mehr spielberechtigt - und damit für Real vorerst uninteressant.

Keine Planspiele für Sampdoria

Schon am Freitag hatten die Bremer durchblicken lassen, dass es bei ihrem Nein nicht zwangsläufig bleiben muss.

"Mesut arbeitet hier Tag für Tag mit uns, und wir freuen uns, dass er hier ist", sagte Thomas Schaaf im Gespräch mit SPORT1. "Falls es daran irgendwann mal eine Änderung geben sollte, werden wir es alle erfahren. Bis dahin machen wir unsere Arbeit."

Planspiele, Özil gegen Sampdoria nicht einzusetzen, gebe es nicht. "Die Aktualität ist, dass er uns zur Verfügung steht. Wir wären schlecht beraten, wenn wir das nicht nutzen würden", sagte Schaaf.

Schaaf sieht's gelassen

Sein Geschäftsführer liegt bei dem Thema mit Schaaf auf einer Linie. "Wenn Mesut am Mittwoch nicht bei einem anderen Verein ist, dann spielt er für Werder Bremen. Und danach sieht es jetzt zu 100 Prozent aus", erklärte Allofs.

Sollte Özil tatsächlich weg sein, ist das für Schaaf aber auch kein Weltuntergang:

"Natürlich sind wir stärker, wenn Mesut dabei ist, als wenn er fehlt. Und natürlich fehlt er uns, wenn er nicht dabei ist. Dann wird es aber trotzdem weitergehen, es wird eine andere Lösung geben."

Gomez oder Almeida als Alternative

In Madrid ist man seit Freitagabend zumindest nicht mehr völlig vom Wechsel Özils überzeugt. Schon werden mögliche Alternativen zu einer Verpflichtung des Bremers gehandelt.

Dazu gehören nach Informationen der "Marca" neben üblichen Verdächtigen wie Fernando Llorente (Athletic Bilbao) und Luis Fabiano (FC Sevilla) auch kreativere Lösungen wie Juve-Stürmer Amauri oder Özils Werder Teamkollege Hugo Almeida.

Und auch ein der Name eines Bayern-Stürmers taucht wieder in der Verlosung auf. Der von Mario Gomez.

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