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Bayerns Arjen Robben spekuliert auf ein Comeback noch in der Hinrunde © imago

Bayerns verletzter Angreifer treibt leichte Ungeduld am Comeback. "Wunderheiler" van Toorn keilt zurück wegen der Vorwürfe.

Vom FC Bayern berichtenDaniel Rathjen und Christian Ortlepp

München - Am Freitagabend war er kurz angebunden.

Arjen Robben wirkte gehetzt in der Mixed-Zone der Allianz Arena nach der 2:4-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Real Madrid.

Der Niederländer macht momentan eine schwere Zeit durch - mal wieder.

Mal wieder plagt ihn eine Muskelverletzung, der Riss im linken Oberschenkel setzt den Star des FC Bayern noch lange außer Gefecht. Mindestens bis Mitte Oktober, so die medizinische Einschätzung.

"Schwer, sein Niveau zu ersetzen"

"Es ist sehr schade, dass er ausfällt. Sehr schade", sagt auch Teamkollege Mark van Bommel.

Auch Trainer Louis van Gaal treibt Robbens Fehlen Sorgenfalten auf die Stirn.

"Wir haben kein Problem, ihn zu ersetzen. Das Problem ist nur: Es ist schwer, sein Niveau zu ersetzen", sagt der Niederländer.

Erinnerungen an Ribery

Vor einigen Tagen hatte der Coach dazu angedeutet, Robben in der Hinserie womöglich gar nicht mehr aufzubieten.

"Franck Ribery hat es mitgemacht, dass er nicht die richtige Vorbereitung erfahren hat", erinnerte van Gaal an die Probleme des anderen Münchner Flügelwirblers im Vorjahr.

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"Dann mussten wir abwarten bis Dezember. Schließlich war es April, bis er topfit war. Ich hoffe nicht, dass dies auch mit Robben passiert."

Müller hat wohl Nase vorn

Van Gaal testete nun Ivica Olic und Thomas Müller auf der Position im rechten offensiven Mittelfeld - und urteilte hinterher: "Beide können das."

Müller scheint momentan jedoch einen kleinen Vorsprung gegenüber Olic zu besitzen - zumal der ausgerechnet zum Saisonstart angeschlagen ist.

Vom Länderspiel in der Slowakei war der Kroate mit einer Knieverletzung zurückgekehrt, schaute gegen Real nur zu - und muss auch am Montag (ab 17.45 Uhr im LIVE-Ticker) im DFB-Pokal gegen Fünftligist Germania Windeck pausieren.

"Wunderheiler" van Toorn keilt zurück

Unterdessen geht der Streit zwischen den FC Bayern und dem niederländischen Verband KNVB wegen Robbens während der WM erlittenen und Verletzung in die nächste Runde.

Der umstrittene Oranje-Physiotherapeuten Dick van Toorn wies die Kritik an seinen als "aggressiv" (Robben) geltenden Behandlungsmethoden in der "tz" vehement zurück: "Ich habe nichts falsch gemacht. Niemand weiß, wie ich behandelt habe! Niemand! Außer Arjen. Die Behandlung lief gut. Er fuhr fit nach Südafrika und hat da fünf Spiele gemacht", so der "Wunderheiler".

"Schiedsarzt" gefordert

Um die Situation abschließend zu klären fordert der 78-Jährige nun einen "Schiedsarzt": "Die Meinung eines unabhängigen Arztes wäre das Beste."

Die Bayern hatten den Holländern vorgeworfen, Robbens Verletzung vorsätzlich kleingeredet zu haben, um ihn bei der WM aufbieten zu können.

Auf Kernspintomographie-Aufnahmen habe die Schwere der Blessur erkannt werden müssen, so Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Robben will noch in Hinrunde ran

Derweil hofft Robben stark auf einen baldigen Einsatz. Im SPORT1-Interview spricht der 26-Jährige über seinen Gesundheitszustand, den Zeitpunkt seines Comebacks und den niederländischen Fußballverband.

SPORT1: Herr Robben, was macht die Verletzung, wie sind die Genesungsfortschritte? 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Arjen Robben: Noch kann man nicht viel sagen, denn das braucht viel Zeit. Außer Therapie kann ich im Moment nichts machen. Es geht langsam voran, aber der Doktor hat mir gesagt, dass ich die Zeit nutzen muss. Ich verlasse mich da voll auf Doktor Müller-Wohlfahrt.

SPORT1: Was können Sie schon machen?

Robben: Bis jetzt nur Physiotherapie, kein Training. Ich muss noch abwarten, wann ich dann wieder anfangen kann.

SPORT1: Es gab schon Spekulationen, dass Sie im Jahr 2010 überhaupt kein Spiel mehr machen könnten. Befürchten Sie das auch?

Robben: Nein, das glaube ich nicht. Ich denke schon, dass ich in der Hinrunde noch spielen kann. Das muss klappen.

SPORT1: Mit einem Loch im Muskel kann man doch eigentlich gar nicht spielen. Wie hat das dann trotzdem geklappt? Wurden Sie fitgespritzt?

Robben: Man konnte ja sehen, dass es ging. Für mich war die Verletzung auch eine Überraschung, ich hatte das Gefühl, dass ich fit war. Bei der WM habe ich vier Spiele gespielt, im letzten sogar über 120 Minuten. Da war alles gut - und jetzt ist es nicht mehr gut.

SPORT1: Sind Sie eigentlich sauer auf den niederländischen Verband?

Robben: Nein, aber ich will darüber auch nicht mehr so viel reden. Die Fakten sind da und jetzt muss es heilen. Das ist das Wichtigste. Ich will nur noch in die Zukunft gucken, nicht mehr nach hinten.

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