SPORT1-Experte Udo Lattek bewertet in seiner Kolumne den Status der Bundesliga, Neu-Schalker Raul und die Zukunft Ballacks.

Hallo Fußball-Freunde,

schön für die Bundesliga, dass so viele Stars den Weg nach Deutschland finden.

Nun spricht ja offenbar auch viel dafür, dass Diego den Weg nach Wolfsburg findet.

Wir sollten uns aber nicht in die eigene Tasche lügen: International ist die Bundesliga noch immer nicht die erste Adresse.

Deshalb glaube ich auch, dass Mesut Özil Werder Bremen verlassen und zu Real Madrid gehen wird.

Stattdessen kommen die Spieler zu uns, die in Italien, England oder Spanien nicht mehr spielen.

Das gilt auch für Raul, der ja bei Real Madrid zuletzt meist nur noch zweite Wahl war.

Raul ist ein angenehmer, toller Typ und fußballerisch ein sehr Guter. Aber dass er eine Mannschaft mitreißen und führen kann, wage ich zu bezweifeln.

Wenn er keine Leistung bringt, greifen auch bei Schalke die Marktgesetze wieder und die jungen Spieler werfen ihn aus der Mannschaft.

Eine ähnliche Erfahrung muss ja auch gerade Michael Ballack machen. Kaum ist er etwas länger verletzt, schon wird seine langjährige Rolle als Leitwolf der Nationalmannschaft in Frage gestellt.

So ist das in unserer Gesellschaft: Wenn einer ganz oben steht und Schwäche zeigt, gibt es was auf die Nuss.

Aber seine Akzeptanz in der Nationalmannschaft kann nicht so hoch gewesen sein, sonst würde er sofort wieder aufgenommen werden, wenn er zurückkommt. Das ist aber offensichtlich nicht so.

Sportlich gesehen kann ich Jogi Löw ohnehin verstehen.

Warum soll er sich jetzt schon entscheiden? Wenn Ballack beispielsweise in Leverkusen nur auf der Bank sitzt, warum soll er ihn dann wieder zum Kapitän machen?

Aber wenn er nicht mehr richtig fit wird, dann wird Michael Ballack ohnehin so schlau sein zu sagen: Das wars für mich in der Nationalmannschaft.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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