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"Wenn Christoph Daum nicht so bescheuert gewesen wäre, eine Haarprobe zu geben, hätte ich das Spiel nie gewinnen können. Stellen sie sich mal vor, er hätte diese Probe nicht gemacht. Ich weiß nicht was mit mir passiert wäre", blickte Hoeneß später nachdenklich auf die Angelegenheit zurück
Uli Hoeneß ist seit dem 27. November 2009 Präsident des FC Bayern München © getty

Uli Hoeneß deutet an, doch einen neuen Spieler holen zu wollen. Wegen Ribery und Robben ätzt er gegen Oranje und Frankreich.

München - Während sich die Profis des FC Bayern München am Montag im DFB-Pokal beim Fünftligisten Germania Windeck mühen müssen, machte sich Uli Hoeneß schon Gedanken um die am Freitag beginnende Bundesligasaison.

Grundsätzlich sei er "positiv gestimmt", meinte er, "trotzdem glaube ich, dass es ein schweres Jahr werden könnte. Die letzte Saison mit Pokal- und Champions-League-Finale war lange und zehrend. Dazu kam die WM. All das steckt oft in den Knochen und Köpfen der Spieler", sagte Hoeneß der "Bild".

Die Spieler versuchten derweil, die Sorgen ihres Chefs zu zerstreuen. WM-Torschützenkönig Thomas Müller etwa glaubt an einen Durchmarsch des FCB.

"Ich denke, wir können die Dominanz der Rückrunde diesmal von vorneweg zeigen", sagte er dem "kicker". Holger Badstuber äußerte sich auch optimistisch:

"Wir sind noch ein paar Schritte weiter als letztes Jahr. Deshalb denke ich auch, dass wir zu Beginn der Saison keine Probleme haben werden. Wir werden sogar noch besser."

Baustelle linke Abwehrseite

Und dafür sind auch gar keine neuen Spieler nötig - oder doch? Hoeneß öffnete wieder ein Hintertürchen zum Transfermarkt.

"Wir haben doch noch Zeit. Die Transferliste hat noch eine Weile geöffnet. Es gibt zwar keinen neuen Stand, aber vielleicht machen wir noch was. Wenn, dann hinten links. Allerdings werden wir keine verrückten Summen bezahlen. Notfalls reagieren wir im Winter."

Gerne schon jetzt gehen darf Jose Sosa. Der Argentinier hat die ursprüngliche Blockadehaltung auch aufgegeben und kann sich "zu 100 Prozent mit einem Vereinswechsel anfreunden".

Sosa will nach Italien oder Spanien, doch den Bayern liegt hier ebensowenig ein konkretes Angebot vor wie für andere Bankdrücker. FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger bemühe sich, Abnehmer zu finden, betonte Hoeneß, "aber der Markt ist total kaputt. Keiner will was bezahlen".

"Die haben überhaupt keinen Anstand"

"Kaputt" ist derzeit auch Arjen Robben. Und dieses Thema veranlasst Hoeneß ebenso zu einem Rundumschlag wie der Versuch des Französischen Fußball-Verbands FFF, Franck Ribery zu einer Anhörung vorzuladen.

Hoeneß empfindet es als Frechheit, dass der FFF den Bayern-Star nach Paris zitierte, um ihn über die Vorkommnisse im Lager der Equipe Tricolore bei der WM in Südafrika zu verhören.

"Was glauben die eigentlich, wo wir sind?", sagte Hoeneß der über die "Gutsherrenart" der Franzosen: "Die haben überhaupt keinen Anstand. Wenn die was wollen, dann sollen sie doch herkommen."

Wut auf den "Wunderheiler"

Sicher nicht persönlich kennenlernen will er Dick van Toorn, der den Münchner Arjen Robben nach Meinung der Bayern trotz einer schwerwiegenden Verletzung für die WM fit erklärt hatte.

"Wir haben in (Hans-Wilhelm) Müller-Wohlfahrt den besten Sportarzt der Welt mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent. Wenn der Herr van Toorn die Verletzung nicht erkennen kann, dann sollte er sich eine Brille kaufen. Es war grob fahrlässig von den Holländern, Arjen Robben bei der WM auch nur eine Sekunde spielen zu lassen", sagte Hoeneß.

Hoeneß verlangt Entschädigung

Der frühere Manager wiederholte die Forderung der Münchner nach einer Entschädigung für den Ausfall Robbens.

"Er hat bei dem Turnier verletzt gespielt, und wir sind jetzt die Leidtragenden. Das kann doch nicht wahr sein. Wir verlangen eine Kompensation. Die genaue Summe kann ich Ihnen nicht nennen. Aber die muss so aussehen, dass wir keine Einbußen haben. Sie sollen uns vom ersten bis zum letzten Tag seines Ausfalles die Kosten ersetzen", sagte er.

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