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Neven Subotic kam wie Trainer Jürgen Klopp 2008 aus Mainz zu Borussia Dortmund © imago

Im SPORT1-Interview spricht Dortmunds Neven Subotic über die die große Bedeutung der Europa-League-Quali und die BVB-Neuzugänge.

Von Matthias Becker

München - Im ersten Pflichtspiel zeigte sich Neven Subotic gleich wieder von seiner besten Seite.

Beim 3:0-Erfolg von Borussia Dortmund im DFB-Pokal bei Wacker Burghausen hielt der serbische Nationalspieler die Innenverteidigung des BVB dicht.

Und in der Offensive spielte er einmal mehr seine Kopfballstärke aus und nickte eine Ecke von Nuri Sahin zum frühen und vorentscheidenden 2:0 in die Maschen.

Doch das soll alles nur der Anfang gewesen sein.

Auf die Dortmunder, vergangene Saison guter Fünfter, wartet ein schweres Jahr, die Dreifachbelastung durch die Europa League wird eine neue Herausforderung für die junge Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp.

In Teil 14 der SPORT1-Interviewserie vor dem Bundesliga-Saisonstart spricht Neven Subotic über die schweren Gegner zum Auftakt, die große Bedeutung der Europa-League-Qualifikation und die Qualitäten der BVB-Neuzugänge.

SPORT1: Herr Subotic, im DFB-Pokal haben Sie 3:0 bei Wacker Burghausen gewonnen, Sie haben einen Treffer selbst erzielt. War das ein gelungener Saisonstart?

Neven Subotic: Auf jeden Fall. Wir haben das Spiel früh entschieden und zu Null gespielt. Solche Mannschaften sind nicht so leicht zu spielen, die wollten sich nicht abschießen lassen und haben bis zum Schluss versucht, ein Tor zu machen.

SPORT1: Die Vorbereitung unter Jürgen Klopp gilt als sehr hart, besonders über das Trainingslager in Österreich wurde geschnauft. Wie war es denn so?

Subotic: Es war so, wie es sein muss. Wir sind bis knapp an unsere Grenze gestoßen. Damit haben wir ein Fitnesslevel erreicht, mit dem man Bundesliga und hoffentlich auch international spielen kann. Also war es eine erfolgreiche Vorbereitung mit erfolgreichen Tests.

SPORT1: Sie sind früher als nötig aus dem WM-Urlaub zurückgekehrt. Waren Sie schon wieder so heiß auf Dortmund, oder wissen Sie nach so vielen Jahren in Mainz und beim BVB einfach, was nötig ist, um Jürgen Klopps Ansprüchen gerecht zu werden?

Subotic: Nein, ich bin ein Typ, der schnell fit werden kann. Die Fitness ist schon eine meiner Stärken. Außerdem mussten alle meine Freunde arbeiten, und ich konnte sowieso nicht mit einem von ihnen in Urlaub fahren. Es sieht immer blöd aus, erst mittendrin in ein Trainingslager einzusteigen. Ich wollte meinen Mitspielern zeigen, dass ich von Anfang an voll dabei bin.

SPORT1: Im Test gegen die Millionentruppe von Manchester City haben Sie ein Ausrufezeichen gesetzt. Macht das Hoffnung für das schwere Programm zu Saisonstart?

Subotic: Ja, das war ganz okay, aber eben nur ein Freundschaftsspiel. Jetzt geht es erst richtig los.

SPORT1: Ganz wichtig wird die Qualifikation für die Europa League. Da geht es jetzt gegen FK Qarabaq Agdam. Eine lösbare Aufgabe, oder?

Subotic: Diese Aufgabe müssen wir lösen, und wir werden sie lösen, weil wir unbedingt in die Gruppenphase der Europa League einziehen wollen. Wir wissen allerdings, dass es schwer wird und wir Qarabag nicht unterschätzen dürfen.

SPORT1: Die Neuzugänge konnten in den Testspielen schon auf sich aufmerksam machen, kamen viel zum Einsatz. Ist das für Leute wie Robert Lewandowski oder Shinji Kagawa auch schon ein Fingerzeig hin Richtung Bundesliga?

Subotic: Jede Mannschaft, die wir aufstellen, ist eine mögliche für die Bundesliga. Wir haben einen sehr, sehr guten Kader, sind auf allen Positionen mindestens doppelt gut besetzt. Wenn wir den Sprung in die Europa-League-Gruppenphase schaffen, dann werden auch die meisten Spieler zum Einsatz kommen. Das wäre schön, denn wir haben viele junge Kerle. Ich weiß noch, wie sehr ich mich bei meinem ersten Bundesligaspiel gefreut habe. Das sollten wir den Jungs auch ermöglichen.

SPORT1: Welchen Eindruck haben Sie von den Neuzugängen denn bisher gewonnen?

Subotic: Einen ganz guten. Shinji Kagawa macht auf der Außenposition das, was er soll. Er dribbelt, spielt schönen Fußball und funktioniert gut mit der Mannschaft. Robert Lewandowski hat seine Stärke darin, den Ball zu halten und weiterzuspielen. Auch wenn er als Stürmer natürlich auch an Toren gemessen werden wird. Aber er ackert gut für die Mannschaft. Lukasz Piszczek hatte das Pech, dass er in der Vorbereitung von Verletzungen geplagt wurde und dass der einzige Ball den er gesehen hat, lange Zeit der Medizinball war.

SPORT1: Durch die Neuen ist die Mannschaft des BVB sogar noch jünger geworden. Wird es besonders schwierig, mit dieser Mannschaft Konstanz in die Leistungen zu bringen?

Subotic: Für alle Bundesligamannschaften - egal wie alt oder jung - ist es die größte Aufgabe, Konstanz in die Leistungen zu bringen. Das gilt natürlich auch für uns. Ich hoffe nur, dass wir einen besseren Saisonstart erwischen als in den letzten zwei Jahren. Wir haben eine riesige Chance, gleich zu Beginn Top-Mannschaften zu schlagen. Diese Chance sollten wir auch nutzen und nicht von Anfang hinterherlaufen.

SPORT1: Trotz der jungen Jahre hat die Mannschaft auch schon viel Erfahrung gesammelt, gerade wenn man sich die Innenverteidigung mit Ihnen und Mats Hummels ansieht. Wie lautet denn das Saisonziel: Soll es den nächsten Schritt nach oben gehen?

Subotic: Wenn wir wieder so gut abzuschneiden wie letztes Jahr, könnten wir aus meiner Sicht feiern. Aber wir sind noch jung und denken alle, dass wir es noch besser machen können. Jetzt liegt es an uns, das auch zu beweisen. Gerade wenn ich an unsere Gegentore zurückdenke, waren sehr viele dabei, die so einfach nicht passieren dürfen. Wir haben daraus gelernt, aber jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen, vielleicht ein bisschen erwachsener werden und besseren Fußball spielen. Nach den Erfahrungen, die wir gemacht haben, gilt es jetzt, noch bessere Spiele zu spielen.

SPORT1: Mit der Europa-League-Qualifikation und den starken Auftaktgegnern in der Bundesliga gibt es von Beginn an Bewährungschancen. Ist das gut, oder zu viel Druck?

Subotic: Der Anfang wird das wichtigste für uns. Wir haben Leverkusen und Stuttgart, dazwischen Qarabag. Das könnte ein richtiges Sprungbrett für uns sein.

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